Fey Gudrun: Reden macht Leute.

Vorträge gekonnt vorbereiten und präsentieren.
Trainingsbuch zur Rhetorik.

Metropolitan Verlag, Berlin/ Regensburg 2003.

 

Gudrun Fey gibt in ihrem Buch “Reden macht Leute” nützliche und hilfreiche Tipps und Ratschläge für die Vorbereitung, Ausarbeitung und Präsentation von öffentlichen Reden und Vorträgen. Es kommt ihr darauf an, den Leser an der Hand zu nehmen, ihm eine praktische und zweckmäßige Bedienungsanleitung für das richtige, gewandte und selbstsichere Auftreten vor Publikum zu bieten. Dabei geht sie Schritt für Schritt auf die einzelnen Bereiche, die dabei beachtet werden müssen, ein. Ihr Hauptanliegen ist es, der Leserschaft näher zu bringen, was einen guten Vortrag beziehungsweise eine gehaltvolle Rede ausmacht. Voraussetzungen stellen für sie Selbstakzeptanz, – denn nur wer bereit ist, seine individuellen Fehler, Mängel und Schwächen anzuerkennen, wird Glaubwürdigkeit vermitteln können -, und der Spaß und die Freude, sich vor einem Auditorium zu präsentieren, dar. Sie möchte anhand ihres logisch aufgebauten, gut durchdachten und gegliederten Buches unter anderem aufzeigen, wie man es schafft, mit der richtigen inneren Haltung zum Redeerfolg zu gelangen (Kapitel l), richtig mit dem Lampenfieber umzugehen (Kapitel 2), den Vortrag souverän zu meistern (Kapitel 4) und durch das Zulassen von Kritik und dem daraus resultierenden Lern- und Umdenkensprozess die nötige Selbstsicherheit zu gewinnen (Kapitel 6). Die Autorin ist sich dabei sehr genau bewusst, dass das alleinige Lesen ihres Buches nicht ausreichen wird, die Redeangst abzubauen, da nur konkrete Übung den Meister macht, – eine Selbsterkenntnis, die sie von vielen “selbst ernannten” Rhetoriktrainern positiv abgrenzt. Einen von vielen Schwerpunkten bildet der Abschnitt über die einzelnen Redenormen (Seite 46ff.), welcher aufzeigt, auf was man bei einem Vortrag konkret zu achten hat; das reicht von der Herstellung des Publikumsbezuges durch den Blickkontakt, über die richtige Körperhaltung bis hin zum passenden Outfit. Zusätzlich zu den theoretischen Ausführungen finden sich in ihrem Buch zahlreiche konkrete Tricks (beispielsweise die Tipps zur Erstellung von Gliederungen oder Redespickzetteln) und konkrete Beispiele, welche für den Leser eine echte Hilfestellung darstellen (beispielsweise die Muster für Einleitungs- und Schlusssätze, Seite 82ff).

Genauso wie die Autorin postuliert, dass Reden Spaß machen sollte (Seite 15), macht es auch Spaß, ihr Buch zu studieren. Auf Grund der vielen Beispielsgeschichten, die teils aus ihrem persönlichen Erfahrungsbereich, teils aus dem öffentlichen Leben stammen, erreicht sie es, den Leser für sich zu gewinnen. Da diese für Abwechslung sorgen, wird Eintönigkeit vermieden, wodurch das Leserinteresse nicht verloren geht. Die vielen praktischen Tipps und Zusammenfassungen am Ende der einzelnen Kapitel machen es dem Rezipienten leicht, sich das Gelesene einzuprägen und zu merken. Allerdings muss “halb-kritisch” angemerkt werden, dass gerade diese auf Grund ihres prägnanten, alles aussagenden Inhaltes dazu verleiten könnten, den Rest des Kapitels beziehungsweise Teile des Buches zu überspringen. Das Gebot der Verständlichkeit ist gewahrt, da das Buch von einfachen, klar verständlichen Sätzen durchzogen wird. Aufgelockert wird das Ganze durch eine bildhafte Sprache, wie die vielen Metaphern (unter anderem: “Aus dem Gedankenkloß eine Nudel machen”, Seite 27; “Ohrenoffner”, Seite 61; “Eine abgelesene Rede ist wie ein gemaltes Feuer”, Seite 62; …) beweisen. Darüber hinaus scheut die Autorin nicht davor zurück, sich auf Autoritäten zu beziehen (beispielsweise auf Quintilian, Aristoteles, Freud, Kleist, Rilke, …), was die Glaubwürdigkeit ihres Buches untermauert.

Alles in allem ist es Gudrun Fey gelungen, ein praktisches Trainingsbuch vorzulegen, das jedem empfohlen ist, der seine Redekünste verbessern möchte.

Michaela Reiterer

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