Kommunikative Kompetenzen

Abstract: Fazit dieses Plädoyers für eine Rhetorik des medialen Raumes ist, dass freilich nicht einfach die antike Rhetorik gelehrt werden kann, um bereits für Online-Kommunikation gewappnet zu sein. Wird sie aber, orientiert an ihrem Aufbauschema, erweitert auf den medialen Raum, so kann eine heutige Schulung in Beredsamkeit dazu beitragen, mediale Räume im Sinne eines Humanum zu verwirklichen.


Francesca Vidal

Kommunikative Kompetenzen für virtuelle Welten

I. Beredsamkeit als Grundlagenkompetenz

Die Relevanz kommunikativer Kompetenzen auch für die Gestaltung medialer Räume hervorzuheben, ist erst einmal nichts Besonderes und wird auf allgemeine Zustimmung stoßen. Schließlich werden allerorts kommunikative Fähigkeiten gefordert und wird ihr Fehlen als Ursache vielerlei Probleme beklagt. Auf ihre Entfaltung richten sich sowohl die von der Kultusministerkonferenz der Bundesrepublik etablierten Bildungsstandards für die schulische Bildung als auch alle Konzepte zur Förderung der so genannten Employability durch ‚Networking skills’. Man geht von Fähigkeiten aus, die der Arbeitsmarkt der Zukunft von Menschen fordern wird, d. h. der Kompetenzbegriff fokussiert „körperliche und geistige Dispositionen (…), die jemand benötigt, um anstehende Probleme zielorientiert und verantwortungsvoll zu lösen, die Lösung zu bewerten und das eigene Repertoire an Handlungsmöglichkeiten weiterzuentwickeln“.1 Intendiert wird damit die Förderung eines qualitativ messbaren Handelns; Kompetenz wird im Sinne eines Qualifikationsbegriffes verstanden. Die Beschreibung der darauf bezogenen Qualifikationen klingt nach einer Gemengelage allgemeiner Kompetenzen wie Einfühlung, Sozialkompetenz, Integrationsfähigkeit, Gesprächs- und Redefähigkeit, Zuhören können, Texte lesen, verstehen und wiedergeben können, aber auch Konflikt-, Verantwortungs- und Freiheitsfähigkeit werden integriert und nicht zu vergessen Medienkompetenz. Wobei gerade diese Kompetenz, obwohl sie sich keinesfalls auf ein Technikverständnis beschränkt, immer als etwas Hinzukommendes genannt wird. Überhaupt scheint es in Bezug auf neue Medien oft so, als seien Menschen jetzt vermehrt gefordert, sich neue Kompetenzen anzueignen, wobei diejenigen, die diese Forderung aufstellen, wenig dazu sagen, worauf diese denn aufbauen könnten.

Auch der Rhetorik geht es um die Vermittlung kommunikativer Kompetenzen, sie erweitert den Begriff aber um die Dimension der Bildung des Subjekts und spricht daher von Beredsamkeit. Ihre Notwendigkeit reflektiert immer, wenn es darum geht, Räume selbstbestimmt und im Miteinander gestalten zu wollen. Im aristotelischen Sinne handelt es sich dabei um virtuelle Räume, d. h. das Virtuelle wird verstanden als etwas Latentes, das Wirkmöglichkeiten beinhaltet. Freilich ist die virtuelle Welt des Aristoteles eine des Geistes und ihre Dimensionen werden durch Sprache, Zeichen und Symbole erreicht. Heute haben sich diese Möglichkeiten erweitert. Computer können mit ihrer Software Hardwarewarekomponenten simulieren und nutzen, sie können Welten simulieren, die nur im Computer-Gedächtnis existieren. Allein diese Metapher vom Gedächtnis deutet indes schon an, dass es Beziehungen gibt zum virtuellen Raum der Philosophie. In heutigen medial spaces kann man sich mit Hilfe eines Datenhandschuhs oder eines Ton- und Bildhelms bewegen. Es entsteht ein neuer Kommunikationsraum, der nicht nur durch Lesen und Schreiben zugänglich wird, sondern der sich betreten und verändern lässt.

Inwieweit es hier auf Kompetenzen ankommt, die im Laufe unserer Bildungsgeschichte schon des Öfteren reflektiert wurden, möchte ich im Folgenden im Rückgriff auf zwei Erfahrungsräume der Vergangenheit darstellen, bevor ich darlege, warum es, obwohl sich Medien und Setting entscheidend verändert haben, immer noch darauf ankommt, sich der rhetorischen Erfahrungen zu vergewissern, um diese auch in ‚Neuen Welten’ kompetent zu nutzen.

Zeigen möchte ich dies

  1. an der Entstehung der Polis als Grundbedingung für die Entwicklung rhetorischer Kompetenzen und ihrer Schulung sowie der dazu gehörigen Theorie,

  2. an der Bedeutung kommunikativer Kompetenzen in geografischen Utopien

  3. und schließlich an der Notwendigkeit von ‚online communication competence’ zur Gestaltung zukünftiger virtueller Räume

 

II. Rhetorische Kompetenz als Grundlage der attischen Demokratie und der virtuellen Welten ?

Die viel zitierte Vision des früheren amerikanischen Vizepräsidenten Al Gore von der „attischen Demokratie im Cyberspace“ und die kritischen Kommentare hierzu können mittlerweile als bekannt vorausgesetzt werden. Die Vision soll auch an dieser Stelle nicht erneut ausgemalt werden, vielmehr geht es um die Frage, ob die Reflektion der Schwierigkeiten der attischen Demokratie hilfreich sein kann für das Verständnis der Kommunikation im medialen Raum.

Wichtige Erkenntnis der Demokratie in Athen war ihre Verknüpfung mit der Macht der Rede. Solange nicht in Frage stand, dass von Göttern eingesetzte Könige göttliche Ratschläge befolgten, brauchte man keine Rhetorik und es reichte, junge Männer auf ihre Rolle als Adelige durch Musik und Gymnastik vorzubereiten. Erst der zoon politicon, der für sein Denken wirbt, der ablehnen und zustimmen will, muss reden können. Wenn es keinen verbürgten Zugang zur göttlichen Weisheit gibt, müssen Menschen sich beraten, um gemeinsam die Polis zu gestalten, sei es in der Volksversammlung, vor Gericht oder im philosophischen Gespräch. Für den eigenen Standpunkt muss geworben werden, wenn er sich in Prozessen der Entscheidungsfindung durchsetzen soll. Im Athen des 5. Jahrhunderts entwickelt sich der Politiker als der, der zu reden versteht. Und selbstverständlich gibt es passend hierzu schnell die ersten Redelehrer, die Sophisten, die ihre Schüler die Macht des Wortes lehren. Die rhetorische Erziehung der Bürger dient der Kultivierung der Polis durch Schulung in den Tugenden der Beredsamkeit.

Kultivierung durch Schulung rhetorischer Kompetenz scheint mir eine erste Lehre aus der jungen Demokratie, die wir in den Plänen zur Kultivierung der medialen Räume beherzigen sollten.

Nur lässt sich einwenden, dass die attische Demokratie trotz dieser Schulung so erfolgreich nicht war, was ja schon Platon zu seiner Zeit getan hat. Weil die Sophisten Geld nahmen für ihre Lehre und weil sie behaupteten, der gute Redner könne auch von Dingen überzeugen, die er nicht beherrscht oder tatsächlich ganz anders beurteilt, wurden sie von Platon als Scheinkünstler diffamiert mit weitreichenden Folgen bis in unsere Gegenwart. Aber die Sophisten waren es, die erkannten, dass, wenn Wahrheit nicht unmittelbar zugänglich ist, Menschen auf der Grundlage ihres Vorwissens, ihrer Vorurteile und ihrer Erfahrungen entscheiden. Ein Rückbezug auf Erfahrungen ist immer einer auf Meinungswissen. Zwar haben die Sophisten uns auch sehr direkt die Gefahren der Instrumentalisierung von Meinungswissen vorgeführt, vor allem aber verdanken wir ihnen die Erkenntnis, dass sich Handeln an Meinungen orientiert. Bei allen Entscheidungsfindungen geht es um rhetorische Meinungsbildungsprozesse.2

Aristoteles, der wie Platon die Scharlatanerie der Sophisten verurteilte, erkannte dennoch die Bedeutung der Doxa gegenüber der Episteme und erarbeitete eine Rhetorik, die den Hörer als wichtigste Person wahrnimmt und deshalb untersucht, was an den Dingen glaubwürdig ist. Dieser Rhetorik geht es nicht um einen instrumentellen Zugriff. Daher wird die Vermittlung von Meinungen an die Existenz gemeinsam geteilter Vorstellungen von Welt geknüpft, um maßgebende Orientierung in einer gemeinsam zu verwirklichenden Praxis zu erarbeiten. Die Rhetorik des Aristoteles ist ein Vermögen (dynamis) zur Realisierung von Möglichkeiten beizutragen, da sie den Anfang des politischen Handelns im gemeinsamen Beratschlagen ansetzt. Deshalb ist sie ein Weg zur Glaubhaftmachung und ein Moment der Erkenntnis, was an den Dingen glaubhaft ist. Der Bürger soll mit dieser Kompetenz und dem Wissen, an welchen Orten Rhetorik auf welche Weise zum Tragen kommt, politisch zum Wohl der Gemeinschaft handeln.

Ziel ist das wirkungsvolle Reden und Schreiben, womit sich der persuasive Charakter der Rhetorik erklärt. Ihre Aufmerksamkeit richtet Rhetorik auf die Öffentlichkeit, auf die politischen Institutionen der Stadtstaaten, auf Foren und auf Gerichte, denn hier wird über die zukünftigen Dimensionen dieser Räume entschieden. Rhetorisch kompetent zu sein, heißt in der griechischen Polis, mit den Überzeugungsmitteln der Glaubhaftmachung – das sind nicht nur der Logos, sondern ebenso Ethos und Pathos – auf eine der Sache und der rednerischen Situation angemessene Weise die Zuhörer zu einem folgerichtigen Handeln zu bewegen. Da Rhetorik nicht von der idealen Situation ausgeht, sondern vom konkreten Menschen, agieren Redner nicht nur in den Dimensionen des Logos, sondern auch in der des Ethos und des Pathos.3

Übertragen hieße dies, sich auch in virtuellen Welten entlang dieser Dimensionen zu bewegen, hier Kompetenzen auszubauen. Im Bereich des Logos, also dem des logisch-argumentativen Beweises in der Sache und der sprachlich-textlichen Seite der Rede, nach den notwendigen Vertextungsfähigkeiten im Bereich des Virtuellen zu fragen: d. h. den Text, der aus sprachlichen und nichtsprachlichen Elementen bestehen kann, unter produktionsrhetorischen Gesichtspunkten zu analysieren. Wie können mit Texten Botschaften erzeugt werden, wie kann Persuasion zur Textstruktur werden? In der Dimension des Ethos – hier geht es um das Hervorrufen einer bestimmten Ansicht über den Kommunikator – richtet sich der Blick auf die Realitätskonstruktionen in vernetzten Welten mit dem Ziel, Normen für das kommunikative Handeln aufzustellen und zu legitimieren. Schließlich wird durch das Pathos eine bestimmte Disposition bei den Hörern hervorgerufen, z. B. indem durch Qualität Aufmerksamkeit im Netz erhalten und behalten werden kann.

So selbstverständlich hier Rhetorik zur Orientierung im medialen Raum erhoben wird, so gering ist doch die tatsächliche Kenntnis, was Rhetorik auch im virtuellen Raum ausmacht. Da die Zugänge zum Wissen größer geworden sind, wird das Können gefordert, sich dieses Wissen anzueignen und es weiter zu geben. Zu wenig aber wird bedacht, inwieweit Rhetorik als eine besondere Form der Wissensvermittlung gerade hier hilfreich sein kann.

Deutlich wird ihr Nutzen schon an ihrem kritischen Verhältnis zum Wissen, das sich dem Glauben an die Wissensgesellschaft entgegen stellen lässt. Erst die Erinnerung an den Wert, den die Sophisten der Kategorie der Meinung gegeben haben, und an die daraus erwachsene Methode zu untersuchen, was an den Dingen glaubhaft ist, lässt ermessen, wie wichtig die Differenzierung von Meinen und Wissen für das konkrete Handeln ist. Kommunikationsbarrieren haben ihren Grund des Öfteren in der Schwierigkeit, Meinung und Wissen zu trennen und die Meinung, etwas zu wissen, kann teilweise verheerende Folgen haben.4

Es gehört zu den aktuellen Thesen, dass die neuen Technologien selbst einen neuen Umgang mit Wissen ermöglichen und darin die Potentiale zum selbstbestimmten Handeln lägen. Die neuen Technologien, mobile Geräte und abrufbare Datenbasen ermöglichen es „anytime, anyhow and anywhere“ auf vorhandenes oder neues Wissen zuzugreifen und so das Wissensmanagement zu verbessern, um auf Wissen aufbauend miteinander zu kommunizieren.

Auffällig ist nur wie sehr dieser populäre Traum mit Untersuchungen korreliert, die nachweisen, dass gerade die so genannten Gebildeten der Wissensgesellschaft viel weniger wissen, als sie zu wissen meinen. Der Entwicklungspsychologe Frank Keil von der University of Yale hat in einer Reihe von Studien nachgefragt, wie realistisch das vermeintlich eigene Wissen von heutigen Probanten eingeschätzt wird. Dabei entwickelte er die These, dass die Risiken, dass Verantwortliche in allen gesellschaftlichen Bereichen falsche Entscheidungen treffen, ihre Ursache nicht im Nicht-Wissen der Entscheidungsträger habe, sondern in der unrealistischen Überzeugung auf Grund von Wissen zu handeln. Keil spricht von der „Illusion der Erklärtiefe“, der alle Testpersonen erlagen und kommt zum Schluss: „Peoble feel they understand complex phenomena with far greater precion, coherence, and depth than they really do; they are subject to an illusion – an illusion of explanatory depth.”5

Vielleicht bleibt gerade deshalb der Begriff des Wissens selber in allen Diskussionen um die Wissensgesellschaft so seltsam unbestimmt. Wie aber beeinflusst der Umgang mit Wissen Kommunikationsbedingungen und Kommunikationsmodalitäten in virtuellen Welten?
Da das Unwissen im mindestens gleichen Maße zunimmt wie das Wissen, das der Gesellschaft zur Verfügung steht, wird es immer wichtiger einschätzen zu können, wann Informationen als glaubwürdig gelten können, wie wir – wie es der Bielefelder Soziologe Wolfgang Krohn fordert – damit experimentell umzugehen gelernt haben. Dann liegt die Bedeutung nicht auf einer ständigen Erweiterung des Wissens, sondern zeichnet sich aus im experimentellen Umgang, der es ermöglicht Wissen und Nichtwissen in vernetzten Kooperationsbeziehungen zu reproduzieren.6 Gefährlich wird es, wenn die Unterschiede zwischen Meinen und Wissen verwischt werden. Rhetorische Kompetenz wäre hier die Fähigkeit zu erkennen, wann vermeintliches Wissen glaubwürdig ist und wie mit Meinungen umzugehen ist. Wie Platon hat sich auch Aristoteles gegen die Instrumentalisierung des Meinungswissens gestellt. Er hat es aber nicht verworfen, sondern seine sozialkommunikative Funktion hervorgehoben. Denn für Aristoteles sind sowohl Wissen als auch Meinung Hinweise auf die Fähigkeit des Menschen zur Erkenntnis zu gelangen. „Der Rhetorik gelten die Meinungen nicht als das der erkenntnistheoretisch überlegenden Konzeption Widerständige, sondern als Zugang zu den Sachen selbst.“7

Fazit dieser ersten Erinnerung an rhetorische Beredsamkeit wäre ihre Notwendigkeit für den Aufbau von ‚medial spaces’, als eine besondere Form des Wissens und der ihm gemäßen Praxis. Freilich erklärt dies nicht, wie Menschen im Virtuellen nun rhetorisch handeln können. Bevor ich zu dieser Frage komme, erlauben Sie mir eine zweite Erinnerung, aus der sich Rückschlüsse für das kommunikative Handeln im Virtuellen ziehen lassen.

 

III. Rhetorik in geografischen Utopien

Geografische Utopien geben uns Hinweise, wie Menschen in der Geschichte vorgegangen sind, um neue Räume zu erschließen und dabei mit anderen Menschen zu kommunizieren. Heutige virtuelle Räume erscheinen uns oftmals so, als begegneten wir in ihnen einer neuen Dimension des Fremden, auch wenn wir uns der Muttersprache bedienen und mehr noch, wenn alle Teilnehmenden sich auf eine Sprache einigen, die dann zumeist nur für die wenigsten Muttersprache ist. Also sucht der Mensch nach Orientierungswegen. Ich denke, dass die Charakteristika geografischer Utopien metaphorisch sein können für das sowohl problematische als auch utopische Element der Entdeckungsreise in virtuelle Welten.

Für geografische Utopien finden sich unzählige Beispiele, herausgreifen möchte ich eine alte Weltkarte, auf die sich einige Entdecker verlassen haben. An ihr lässt sich zeigen, was der Realisierung des Utopischen den Weg weist und was ihn versperrt. In der ‚Katalanischen Weltkarte’, die Abraham Cressques 1375 erstellte, wird die den Europäern zu jener Zeit bekannte Welt kartografisch wiedergegeben. Diese auf Meinungswissen aufbauende Karte beschreibt eine virtuelle Welt, sie ist nicht fiktiv, sondern so gut wie real, englisch virtual.

Es handelt sich um eine Seefahrerkarte, also eine, die auf dem Tisch liegt, wenn sie gelesen wird. Auf der Karte sind die Grenzen nach Asien, Nordafrika und dem Westen unscharf gezeichnet. Sie ist reichlich mit exotischer Flora und Fauna dekoriert und mit Hinweisen auf wichtige Handelsmöglichkeiten versehen. Die Seefahrerkarte entspricht der Kartografenschule von Mallorca und deren ästhetischer Vorstellung adäquat stehen die Namen senkrecht zur Küste und es scheinen die Namen der Städte auf, die einen Konsul haben. Dem Betrachter wird eine fremde Welt ausgemalt, insbesondere werden Menschen, die außerhalb des christlichen Reiches leben, illustriert.

Es fehlt ein präzises Wissen über die Welt, die bereist und erobert werden soll. Also werden Erfahrungen, Ängste und Sehnsüchte auf das Fremde übertragen. Das Wissen beruht auf Reiseberichten genauso wie auf Erzählungen, wie die aus Tausend und einer Nacht, der Bibel und Legenden. Deshalb finden sich astrologische und astronomische Schaubilder, der Mondkalender, Planeten, Sternzeichen sowie eine Karte von Westeuropa bis China. Die Katalanische Weltkarte besteht aus drei Teilen mit zwei Tafeln. Tafel 3 und 4 sind die Hauptkarte, d. i. eine Schifffahrtskarte vom Mittelmeer und der Umgebung, Tafel 5 und 6 bilden eine Erweiterung und Tafel 1 und 2 bilden den Kosmos ab. Die Texte sind katalanisch und lateinisch und auf den Bildern sind sowohl reale als auch fiktive Gestalten zu sehen: das Schiff von Jaume Ferrer, ein Wasserfahrzeug aus Bims, Kamele, der Vogel Phönix, die Drei Könige, Sirenen, Mekka, die Seidenroute, der Große Khan ebenso wie der Kaiser von Catay (China), Alexander der Große und König Musa. Wie in allen geografischen Utopien besteht die Besonderheit zum einen in der Mischung, vor allem aber in der gleichzeitigen Darstellung des Idealisierten und des Monströsen. Wie selbstverständlich ist die Karte um die eigene, hier mediterrane europäische Welt, zentriert. Das führt zu einer Stilisierung des christlichen Reiches, in dem Mittelmeer und Rotes Meer zum zentralen Kreuz erklärt werden.8

Seefahrer haben sich an Karten wie dieser orientiert, um Welten zu entdecken. Ich habe diese Karte etwas genauer beschrieben, da ich sie für exemplarisch für die Grundlagen halte, nach der Menschen ihr Handeln richten. Und selbstverständlich entdecken sie dann keine Welten, sondern erfinden sie, wie z. B. Christóbal Colón. Als er in Amerika landete, deutete er das, was er sah, entsprechend seiner Erwartungen. Das Fehlen von Bekleidung, Waffen und Geld als Tauschwert und das subtropische Klima bestätigt ihm, dass er sein Paradies gefunden hat. Erstaunlich ist, dass Colón trotz seines Eingeständnisses, die Sprache der Menschen nicht zu verstehen, von seinen kommunikativen Kompetenzen derart überzeugt ist, dass er meint aus den Gesten der Menschen alles über Goldvorhaben, Handel und Krieg erfahren zu können. Seine Wertschätzungen beruhen auf Projektionen. Treffen diese nicht zu, stellt er nicht sein Handeln in Frage, sondern wird misstrauisch dem Fremden gegenüber.9 Daher gilt, dass auch Entdecker die Welt erfinden, die sie doch meinen aufzufinden.

Sowohl Cressques als auch Colón stehen exemplarisch für den Versuch, virtuelle Welten zu erschließen. Sie vertrauen auf Techniken wie die der Inszenierung und der Simulation, auch wenn freilich mit den erweiterten technischen Möglichkeiten heute der Rahmen gesprengt wird. An den Entdeckern oder Erfindern der geografischen virtuellen Welten lassen sich notwendige Kompetenzen, seien es technische, sprachliche und sprecherische, intra- und interkulturelle etc. aufzählen, es käme die gleiche Gemengelage heraus wie wir sie aus aktuellen Forderungen kennen. Und es ließe sich gerade an Colón und den Folgen zeigen, welche gravierenden Auswirkungen es hat, wenn diese Kompetenzen fehlen.

Ich will also die Unentbehrlichkeit dieser Kompetenzen nicht bestreiten, ganz im Gegenteil bin ich überzeugt davon, dass neben Sach- und Medienkompetenz die Kenntnis der seit der Antike gelehrten rhetorischen Kompetenzen als dringendes Gebot für jeden, der in heutigen virtuellen Welten agieren will, immer deutlicher werden. Das zeigt sich für mich gerade an den vergangenen Erfahrungen im Umgang mit Virtualität. Rhetorik tritt ein, wenn jemand etwas zu seiner Sache macht, wenn er einem Anliegen, das er als berechtigt ansieht, mittels kommunikativer Möglichkeiten soziale Geltung verschaffen will. Auch in virtuellen Welten wollen wir rhetorisch handeln, auch hier geht es um Verfahren der Einführung und Etablierung, Vermittlung, Legitimierung, Akzeptanzbeschaffung usw. von Meinungen und Einstellungen. Wer hier agiert, inszeniert, führt auf und nutzt die performative Kraft der Sprache. Solches Tun ist immer Iterabilität, also eine Wiederholung, die ein Anderswerden des Wiederholten mit einschließt (Krämer), weshalb Rhetorik, auf Erfahrungen aufbauend, Regeln für diese Inszenierung bereithält. Rhetorik macht sich zunutze, dass Menschen aus Erfahrungen lernen können. Sie erinnert an Erfahrungen und will dieses Erinnerte anderen verständlich machen, indem sie ihr Wissen aus diesen Erfahrungen ableitet.

Mit diesem zweiten Plädoyer für die Rhetorik möchte ich nun in einem dritten Teil andeuten, inwiefern sich die Regeln der rhetorischen Inszenierung auf den virtuellen Raum übertragen lassen, um so zu begründen, inwiefern es einer Rhetorik für die Architektur des medialen Raumes bedarf.

 

IV. Kommunikative Kompetenzen online

Mein Erinnern an antike Polis und mittelalterliche Welterfindung will nicht leugnen, dass es sich bei virtuellen Welten um neue Konstellationen handelt, und meint auch nicht, dass jeder, der über rhetorische Kompetenzen verfügt, nun auch in neuen virtuellen Welten, um mit Faßler zu sprechen, interagieren kann. Diese vom Rechner erzeugten komplexen Szenarien, die ein möglichst genaues Bild einer realen, aber im Augenblick nicht existenten Situation simulieren, lassen einen neuen Kommunikationsraum entstehen, der sich betreten und verändern lässt. Es handelt sich dabei nicht um einen einheitlichen, materiell zu fassenden Raum, sondern um einen, dessen Kontinuität in Frage steht und auf den Bezug genommen werden muss.

Das heißt nach Martina Löw10 nicht, dass der Raum verschwindet, auch wenn das Bewusstsein seines materiellen Substrats schwindet, aber dass ‚die Organisation des Nebeneinanders’ sich durch den Umgang mit und in simulierten oder imaginären Räumen verändert, Datennetze als virtuelle Räume wahrgenommen werden. Schon 1996 stellten Helmers et al fest: „Das neue Element der derzeitigen elektronischen Vernetzung liegt jedoch weniger in der Netztechnik als vielmehr in einer wachsenden Zahl von Nutzern, einer zunehmenden Vielfalt von Diensten, der Ausdehnung der räumlichen Reichweite der Netze und damit einer neuen Art des ‚Angeschlossenseins’. Offene und interaktive elektronische Netze bilden – aus Sicht ihrer Nutzer – selbst einen Raum …“11 Dabei bewegen sich die Nutzer sowohl in diesen nicht kontinuierlichen Räumen als auch in der physisch erfahrbaren Welt, wodurch sich ihre Vorstellungswelt ändert. „Die gleichzeitige Bewegung in den nicht kontinuierlichen, nur punktuell verbundenen, bewegten Räumen des Cyberspace und in der physisch-materiellen Welt kann weder vor dem Hintergrund des als kontinuierlich gedachten Raums noch auf der Basis des euklidischen Postulats, dass von jedem Punkt zu jedem anderen Punkt eine gerade Strecke gezogen werden kann, verstanden werden. Irritiert wird einerseits das Bild des homogen umgebenden Raums, andererseits auch die Sicherheit der Existenz in drei Dimensionen. Der kontinuierliche Raum, durch virtuell gezogene Geraden bestimmbar, wird durch Überlagerungen und bewegte Verknüpfungen ersetzt, die als Bild mit Netzwerken verglichen werden. So konstituiert sich der Raum des Cyberspace durch vielfältige, uneinheitliche, sich überlappende Räume, was sich nicht ohne Umstände mit der tradierten Vorstellung, ‚im Raum zu leben’, verknüpfen lässt.“12

Ins Handeln einbezogen werden müssen deshalb permanent veränderbare Räume, in denen dann freilich auf eine andere Art kommuniziert wird als in materiell überschaubaren Räumen. Zu bedenken ist weiterhin, dass auch diese materiell überschaubaren Räume auf Grund der Verbreitung der virtuellen Räume ihre Durchschaubarkeit verlieren. So wird der Gebrauch der digitalen Kommunikationswege zunehmend dazu führen, dass Wahrnehmungs- und Gedächtnisformen sich erneut verändern werden, da die Allgegenwart der neuen Technologien eine neue Realität entstehen lässt, in der Datenwelt und Alltagswelt miteinander verschmelzen. Manfred Faßler13 spricht von einer digitalen Codesphäre, quasi einer dritten Natur, die biologisch und technisch ist und einen eigenständigen Anteil an den Wirklichkeitsvorstellungen des Menschen hat. Diese Sphäre wird immer mehr zur Selbstverständlichkeit werden, da die Zugriffsmöglichkeiten immer einfacher und handlicher werden, damit der Zugang ubiquitär sein kann.14 Da die hierbei zu nutzenden Geräte den zu jeder Zeit und an jedem Ort möglichen Einstieg in den virtuellen Raum ermöglichen sollen, benötigen sie sogenannte ‚intelligente Umgebungen’, das sind Umgebungen mit Sensoren, Kommunikationsschnittstellen und anderen durch hohe Mobilität ausgezeichneten Computern.15

Die scheinbar unsichtbare Integration in die Alltagswelt, die allgegenwärtigen Möglichkeiten auf Informationen zuzugreifen sowie die Fähigkeit von Rechnern, Informationen aus und über die Umgebung zu erhalten, in der sie sich befinden und darauf zu reagieren, werden in Begriffen wie ‚Ubiquitous Computing’ oder ‚Pervasive Computing’ gefasst. „Erweitert umfasst dieses Konzept, dass entsprechende Systeme sowohl ein Modell der Umgebung als auch eines des Nutzers enthalten und darin aktuelle Eigenschaften beschreiben. Die jeweiligen Inhalte dieses Modells werden als Kontext bezeichnet. Dazu können z. B. gehören: physikalische Größen der Umgebung (Temperatur o. ä.), der Typ und die Eigenschaften des verwendeten Endgerätes (Display-Größe o. ä.), der Aufenthaltsort des Nutzers, seine aktiven Aufgaben oder akuten Termine. Aus dem aktuellen Kontext einer Person kann auf konkrete Situationen in der sich der Nutzer befindet geschlossen und in angepasster Weise darauf reagiert werden.“16 Das heißt, dass die Welt beständig durch Sensoren überwacht werden wird, die auf Umwelt und Mensch reagieren können und nach bestimmten Regeln auch autonom handeln. Hauptziel solcher Technologien ist die Unterstützung von Mobilität, weshalb die Techniken zur Darstellung komplexer Inhalte auf verwendungsbereiten mobilen Endgeräten, Positionierungstechniken und Agententechnologie eine stärkere Bedeutung erhalten. Systeme, die Informationen zusammentragen und dem Nutzer zur Verfügung stellen können, werden als Assistenzsysteme in vielfältigen Bereichen genutzt bis hin zur Delegation von Aufgaben an das System. Schon lange lässt sich z. B. der Nutzer des Internets durch Suchmaschinen helfen, die die Fülle der Daten für ihn vorsortieren. Faßler weist deshalb darauf hin, dass steigende Interaktionsmöglichkeiten auch mit einer sich ausweitenden Interpassivität verbunden sind und dass der Mensch in Wissens-, Kultur- und Lernprozessen mit elektronischen Systemen kooperiert.17 Ob dies Auswirkungen auf die kognitiven Funktionen des Menschen hat, liegt momentan noch im Reich der Spekulation. Steffen-Peter Ballstaedt18 zeigt, dass in diesen Spekulationen immer extreme Positionen vertreten werden, entweder spricht man von einer Überforderung oder von der Entwicklung neuer Kompetenzen. In Anlehnung an Umberto Eco teilt er diese Prognosen in die von Apokalyptikern und die von Integrierten. Anzuerkennen aber ist, dass in Zukunft ein anderer Umgang mit Wissen gefordert werden wird und es wichtig ist, zu überlegen, welche Kompetenzen wie gefördert werden können. Auffällig ist etwa der Zuwachs der Bedeutung von Bildern, die nicht mehr nur illustrative, sondern auch epistemische Funktionen übernehmen, weshalb es notwendig wird, die visuelle Intelligenz der Rezipienten zu bilden. In der Rhetorik wird auch bei Bildern die rhetorische Wirkung untersucht, wird vom Rhetorisch-Sein auch bei Artefakten gesprochen. Das hieße für eine Rhetorik virtueller Welten zu beachten, wie Wahrnehmung durch Bilder gesteuert wird und wie man lernt, Bilder als Botschaften zu deuten und kritisch zu hinterfragen. Mit Ballstaedt lässt sich aufzeigen, dass das soziale Umfeld mit kognitiven Universalien rechnen muss, auf die es nur fördernd oder hindernd wirken kann. Die Frage stellt sich also, in welcher Weise dies heute geschehen kann. Meine These wäre, dass es einer systematischen Erfassung der rhetorischen Kommunikation in medial spaces bedarf, um darauf aufbauend zu überlegen, wie Rhetorik aussehen müsste und wie sie ins Bildungssystem integriert werden könnte.

Meines Erachtens lassen sich die notwendigen Kompetenzen für eine Online-Kommunikation an der rhetorischen Produktionslehre erläutern, um zu zeigen, dass sie lehr- und lernbar sind. Die Produktionsstadien werden somit zu Parametern für rhetorische Kompetenzen online. Inventio, also die Findung, steht dann für Grundlagen-, Orientierungs-, Meinungs- und Strukturwissen. Es geht um die Kenntnis des Mediums und der darin einzusetzenden Gattungen und der sich daraus ableitenden Wege, also die officia oratoris (docere, movere, delectare). Die Frage der Angemessenheit ist hier unter dem Gesichtspunkt der web usability zu erörtern. Mit Kramer19 kann man die Dispositio, die Gliederung, dann als Content Design behandeln. Hier bedarf es kritischer Reflexivität, Wertungskriterien zum Ordnen, Kenntnisse über die Auflösung der linearen Rezeptionsweise und der Kompetenz, Daten auf unterschiedliche Weise aufzubereiten. Gefragt werden sollte auch, ob sich das Design am Aufbauschema der Rede orientieren kann. Unter dem Parameter Elocutio lässt sich nach den Grundtechniken der Gesamtgestaltung fragen, also nach Aptum, Perspicuitas, Ornatus, Emendatio, Stil. Gerade der Parameter Memoria wird Erweiterungen notwendig machen, da es in vernetzten Figurationen viel weniger auf das eigene Gedächtnis und viel mehr auf externe Speicherkenntnisse ankommen wird. Das Ablegen, Suchen und Verwalten von Information wird entscheidender sein als das Sich-Erinnern.20 Wandeln wird sich auch der Parameter Actio, denn es kommt dabei nicht auf habituelle, gestische und stimmliche Performanztechniken des Menschen an, sondern auf seine Gestaltungsfähigkeiten. Der Einsatz von Grafiken, Links und Navigationsstrukturen entscheidet über Glaubwürdigkeit und Authentizität. Zudem, das hat Kramer betont, wird die radikale Verlagerung auf den Rezipienten dazu führen, dass jede Actio zur Inventio werden kann.

 

V. Die Bedeutung einer Rhetorik des medialen Raumes

Fazit dieses sehr kurzen Plädoyers für eine Rhetorik des medialen Raumes wäre, dass freilich nicht einfach die antike Rhetorik gelehrt werden kann, um bereits für Online-Kommunikation gewappnet zu sein. Wird sie aber, orientiert an ihrem Aufbauschema, erweitert auf den medialen Raum, so kann eine heutige Schulung in Beredsamkeit dazu beitragen, mediale Räume im Sinne eines Humanum zu verwirklichen.

 


Angaben zur Autorin:

Dr. Francesca Vidal
Institut für Kommunikationspsychologie, Medienpädagogik und Sprechwissenschaft
Universität Koblenz-Landau, Campus Landau
Marktstr. 46
76829 Landau
vidal@ikms-uni-landau.de


1A. Frey, L. Balzer. „Soziale und methodische Kompetenzen – der Beurteilungsbogen SHK: Ein Messverfahren für die Diagnose von sozialen und methodischen Kompetenzen“. Empirische Pädagogik, 17 (2), (2003), 148-175, hier 150.

2 Vgl. zur Thematik Peter Ptassek. Rhetorische Rationalität. Stationen einer Verdrängungsgeschichte von der Antike bis zur Neuzeit. München: Fink, 1993.

3 Aristoteles. Rhetorik. Übers., mit einer Bibliogr., erl. und einem Nachwort v. Franz G. Sieveke. München: Fink, 19955.

4 Vgl. Manfred Bayerl. „Das Maß der Unbestimmtheit“. Francesca Vidal, Hg. Naturallianz: Von der Physik zur Politik. Mössingen: Talheim, 2004. 63-69. Bayerl belegt die Problematik an der Differenz von objektivem Maß und subjektiven Empfindungen.

5 Leonid Rozenblit, Frank Keil. „The misunderstand limits of folk science: an illusion of explanatory depth“. Cognitive Science 26 (2002) 521-562. Abstract.

6 Vgl. Martin Heidenreich. „Die Debatte um die Wissengesellschaft“. Stefan Böschen, Ingo Schulz-Schäffer, Hg. Wissenschaft in der Wissensgesellschaft. Opladen: Westdt. Vlg., 2003.

7 Ptassek a.a.O. 15.

8 Vgl. zur Beschreibung der Karte auch Anette C. Hammerschmidt. Fremdverstehen: interkulturelle Hermeneutik zwischen Eigenem und Fremden. München: Iudicum, 1997. 27ff.

9 Vgl. Cgristóbal Colón. Diario de a bordo. Madrid, 1985. Das originale Logbuch ist zu Lebzeiten von Colón verloren gegangen und wurde von Bartolomé de las Casas aus Berichten und Gesprächen mit Colón wieder erstellt.

10 Die Ausführungen zur soziologischen Bedeutung des veränderten Raumverständnisses verdanken der grundlegenden Arbeit von Martina Löw wertvolle Hinweise. M. Löw. Raumsoziologie. Frankfurt am Main: Suhrkamp, 2001.

11 Helmers, S. / Hoffmann, U. / Hofmann, J. „Offene Datennetze als gesellschaftlicher Raum – Das Modell Internet“. Europartner Information (elektronische Publikation), Sonderheft April 1995. 11 S., 1.

12 M. Löw 2001, 101.

13Vgl. etwa Manfred Faßler. Cyber-Moderne. Medienevolution, globale Netzwerke und die Künste der Kommunikation. Wien; New York: Springer, 1999. Zur Frage wie Medien die Wirklichkeitsvorstellungen der Kultur beeinflussen vgl. die Diskussion in Sybille Krämer, Hg. Medien, Computer, Realität. Wirklichkeitsvorstellungen und Neue Medien. Frankfurt am Main: Suhrkamp, 2000.

14 Dirk Balfanz hat aufgezeigt, welche Technologien zur ‚E-Reality’ führen werden und sich der Frage gestellt, inwieweit dies zu einer veränderten Mensch- und Weltsicht führen kann. Vgl. „Utopien der Technik – Utopien der Arbeit“. Francesca Vidal, Hg. Philosophie trifft Arbeitswelt. Mössingen: Talheim, 2004. 36-57.

15 Der Begriff Computer wird hier nicht begrenzt auf eine Hardware mit speziellen Interaktionsgeräten verstanden, sondern meint alle potenziell miteinander zu vernetzenden Geräte, weshalb von Computerisierung geredet werden kann.

16 Dirk Balfanz 2004. 45.

17 Vgl. Manfred Faßler. Cyber-Moderne. Medienevolution, globale Netzwerke und die Künste der Kommunikation. Wien; New York: Springer, 1999. 169ff.

18 „Kognition und Wahrnehmung in der Informations- und Wissensgesellschaft. Konsequenzen gesellschaftlicher Veränderungen für die Psyche“. Kübler, Elling 2004. CD-Rom 621-637.

19 Olaf Kramer. „Rhetorik im virtuellen Raum. Das Internet in medientheoretischer Perspektive“. J. Knape. Medienrhetorik. Tübingen: Narr, 2005. 195-210.

20 Vgl. Aleida Assmann. Erinnerungsräume. Formen und Wandlungen des kulturellen Gedächtnisses. München: Beck, 1999.