Johannes-Gutenberg-Turnier 2006 (3.-5. März)

Johannes-Gutenberg-Turnier 2006 (3.-5. März)

Zum großen Gutenberg-Turnier von Zeitdebatten, zu dem der Debattierclub Mainz einlud, machte sich auch eine wackere, kleine Schar von Salzburger Rednern auf. Die dreitägige Veranstaltung nahm ihren Beginn mit einer Weinverkostung der Extraklasse, moderiert von der charmanten rheinland-pfälzischen Weinkönigin. An diesem Abend durften wir aus erster Hand erfahren, was es heißt, wenn Mainz "singt und lacht".

Samstag hieß es dann zeitig in der Früh aufstehen. Nach einem opulenten Frühstück in der Jugendherberge ging es ab zum Philosophicum der Universität Mainz. Dort lieferte man sich heiße Wortgefechte. Es wurde zu hochbrisanten Themen wie etwa Organspenden oder Abschaffung der Kirchensteuer debattiert. Aber auch der Spaß kam nicht zu kurz: Beim Antrag zur Frage "Soll Harry Potter im nächsten Band sterben?" war für alle Teams klar, dass es sich nur um eine Spaßdebatte handeln konnte. Auch wenn wir Salzburger keine glorreichen Siege zu verzeichnen hatten, haben wir viel für uns selbst dazu gewonnen.

Unserem Münchner Ersatzmitglied Eike gelang jedoch als Freiem Redner der Aufstieg ins Finale. Dieses fand im Landtagsgebäude statt. Gegenstand des grandiosen Schlussaktes des Turniers war die Frage, ob denn industrielle Tierhaltung verboten werden sollte. Streitkultur Tübingen (Verena Schulz, Karen Rehberger und Markus Vergeest) obsiegte trotz der ungleich schwierigeren Oppositionsrolle. Schließlich erwärmt man mit einem Plädoyer für Massentierhaltung und Legebatterien nicht gerade die Herzen der Zuhörerschaft. Den Tübingern ist es aber gelungen, mit logischer Stringenz und messerscharfer rhetorischer Klinge die Jury von sich zu überzeugen.

Ein Sektempfang und ein schmackhaftes Essen im Landtagsrestaurant rundeten die Veranstaltung ab und eröffneten die Möglichkeit, sich mit den Mitgliedern anderer Clubs auszutauschen – eine Gelegenheit, welche die Salzburger selbstverständlich auch wahr nahmen. An dieser Stelle sei noch einmal den Mitgliedern des Mainzer Debattierclubs gedankt, die uns, vermittels ihrer professionellen Organisation und ihrer liebenswürdigen Heiterkeit, ein wunderbares, unvergessliches Wochenende bereitet haben und stets auf unsere Wünsche und Bedürfnisse in zuvorkommendster Art und Weise eingegangen sind.

Erleichtert, aber auch ziemlich abgeschlagen machte sich unser Team auf die Heimreise nach Salzburg. Auf dem Heimweg wurde so manche Einzelheit der vorangegangen Tage analysiert und dokumentiert, zumal die katastrophale Wetterlage und das dadurch bedingte häufige Umsteigen und Warten auf den Anschlusszug uns einige zusätzliche Stunden auf deutschen Schienen und Bahnhöfen bescherte.

Im Sinne des olympischen Leitgedankens "Dabei sein ist alles" und voll der Zuversicht, in Zukunft noch mehr herauszuholen, werden wir an uns weiterarbeiten – das Potenzial ist da und es darf mit den Salzburgern gerechnet werden! Und eines steht ganz klar fest – wir waren in Mainz das beste österreichische Team.