Kommunikation und Präsentation am BG Gmunden

Abstract: Der Bedarf an Kommunikations- und Präsentationstraining an unseren Gymnasien ist enorm, durch die Stundenkürzungen aber schwierig in Stundentafeln unterzubringen. Der Beitrag berichtet über die Erfahrungen mit dem schulautonom eingeführten Pflichtgegenstand Kommunikation und Präsentation am BG Gmunden.


Silvia Plasser und Franz Mittendorfer

KuP: Kommunikation und Präsentation am Bundesgymnasium Gmunden

Der Bedarf an Kommunikations- und Präsentationstraining an unseren Gymnasien ist enorm, dank Ministerin Gehrers Schülerentlastungserlass (=Stundenkürzungen) aber noch schwieriger in Stundentafeln unterzubringen. Uns ist es jedenfalls gelungen, im Rahmen der Schulentwicklung über den autonom zu vergebenden Teil KuP in der 5. und 6. Klasse (9./10. Schulstufe) mit einer Jahreswochenstunde als Pflichtgegenstand einzuführen. Der Gegenstand wird dabei übrigens doppelstündig ein Semester lang geführt.

Unser Ziel in diesem Fach ist programmatisch „vom ICH über das DU zum WIR“ orientiert.

Am Ende der Pubertät (5. Klasse) wollen wir mit vielen Übungen und anschließenden Gesprächen eine Schärfung der Wahrnehmung des eigenen Verhaltens und jenes der anderen erreichen. Wir wollen die SchülerInnen zu bewusstem und selbstbewusstem Agieren anregen. Sehr positiv erweist sich dabei die Teilung der Klasse. Da zwei Lehrkräfte zur gleichen Zeit unterrichten, sind Teamteaching, Übungen in der kleineren Gruppe und kleine Präsentationen vor der jeweils anderen Klassengruppe möglich. Als äußerst positiv haben sich auch kurze Nachmittagsworkshops zu Sprache und Körpersprache durch eine Sängerin bzw. einen Schauspieler erwiesen.

Ein gestärktes Selbstbewusstsein soll quasi den Boden oder den Teppich darstellen, auf dem jede Präsentation (schulisch häufig in Form von Referaten) gesichert stattfinden kann.

In der 6. Klasse geht dann unser Fokus auf Planung, Durchführung und Reflexion von selbst gewählten Projekten mit Öffentlichkeitscharakter. Das heißt, dass nun die Ich-Du–Wir Bezogenheit konkret durch das Thema, die Sache,1 erweitert wird. (z.B. Vorstellung der Schule bei einem Volksschulelternabend und bei Volksschulkindern, Mitgestaltung beim Schulfest, Organisation einer LAN-Party, Organisation eines Workshops mit Gehörlosen, Spiele auf Kinderstationen von Krankenhäusern, Meinungserhebungen und -präsentationen zu Schulvergleichen und Freizeitbedürfnissen in Gmunden, Eisteeverkostung usw.)

Unsere Wünsche zum Fach sind:

    1. Möglichkeiten zur Ausbildung von LehrerInnen in „KuP“ (z.B. in Akademielehrgängen)

UND

 

  • Kontakte nach außen zu Wissenschaft und Wirtschaft (konkrete Themen bzw. Inhalte sind sekundär)

 

Die Schüler/Innen beendeten ihre Präsentation mit persönlichen Definitionen:

KuP ist für mich …

Felix: …wie ein lehrreiches Beisammensein mit guten Freunden.

Nina: …wie ein halbes Jahr voller Spaß und neuer Erkenntnisse über mich selbst.

Chrisi: …wie die Relativitätstheorie. Kaum berechenbar und trotzdem spannend.

Kathi: …wie ein Taschentuch mit vielen Lagen – man braucht es in allen Lebenssituationen.

Sarah: … wie ein dickes Buch mit vielen Kapiteln über mich selbst.

Carina: … wie eine verwirrende Matrix.

Rosa: … wie ein Mon Cherie – gut, aber viel zu kurz.


Angaben zu den Autoren:

Mag. Silvia Plasser,
Mag. Franz Mittendorfer:
fm.mittendorfer@eduhi.at BG Gmunden, Keramikstr.28, 4810 Gmunden