Daniel Todd Gilbert: “Why are we happy? Why aren’t we happy?”


 

Margot Dum und Christiana Leitner

Daniel Todd Gilbert:

"Why are we happy? Why aren’t we happy?"

 

1. Zur Person Daniel Todd Gilbert

Daniel Todd Gilbert ist Professor an der Harvard Universität. Dort hat er sich als Sozialpsychologe, speziell im Bereich der Emotionsprognosenforschung, einen Namen gemacht. Dort entstand auch die Rede „Why are we happy? Why aren’t we happy?”.

 

2. Redegattung

Bei der im Folgenden betrachteten Rede handelt es sich um eine Beratungsrede. Bei dieser Redegattung beabsichtigt der Redner, sein Publikum durch zielgerichtete Argumentation von seiner Darstellung zu überzeugen. Das vorrangige Ziel ist also die Überzeugung des Publikums, wohingegen das „Informieren“ bloß zweitrangig ist.

 

3. Situationsinformation

Gilberts Rede wurde im Rahmen von TED (Abkürzung für Technology Entertainment Design) gehalten. TED ist eine Konferenz, bei der jährlich rund 1000 Fachleute Ideen über unterschiedlichste Themen austauschen. Neben Daniel Gilbert standen auch andere namhafte Persönlichkeiten wie beispielsweise Al Gore, Tony Robbins oder Daniel Goleman auf der TED-Bühne. Seit 2006 werden die zumeist 20-minütigen Vorträge der Konferenzen online unter http://www.ted.com/ veröffentlicht.

 

4. Die drei aristotelischen Elemente

Die Rede „Why are we happy? Why aren’t we happy? ist ein großartiges Beispiel für das Zusammenspiel aller drei aristotelischen Elemente Ethos, Pathos und Logos. Sie baut auf Studien auf, die beweisen, dass nicht nur das „natürliche“ Glück, sondern auch das „konstruierte“ Glück positive Effekte für Menschen hat. Weiters erklärt Gilbert, dass der Mensch eine Art psychisches Immunsystem besitzt, das ihm helfen kann, sich in der Welt, in der er lebt, besser zu fühlen. Damit kann der Mensch „synthetisches“ Glück wahrnehmen oder selbst konstruieren. „Synthetisches“ ist keinesfalls schlechter als „natürliches“ Glück: „Natürliches“ Glück ist der Effekt, der entsteht, wenn Menschen bekommen, was sie wollen. „Synthetisches“ Glück ist das, was sie empfinden, wenn sie nicht das bekommen, was sie wollen.

 

4.1 Ethos

Das Ethos beschreibt die Person des Redners/der Rednerin, d.h. primär wird die Selbstpräsentation betrachtet. Ziel des Redners/der Rednerin ist es, glaubwürdig zu erscheinen. Der/die RednerIn soll nach Aristoteles integer sein, d.h. er/sie soll zu moralischen Prinzipien stehen und diese einhalten. Des Weiteren wird der Begriff des Wohlwollens – das Kriterium des sittlichen Handelns schlechthin – großgeschrieben. Hinter der Person des Redners/der Rednerin verbirgt sich weiters die Kompetenzvermutung. Gelingt dem Redner/der Rednerin eine geschickte Selbstdarstellung, so ist die persönliche Glaubwürdigkeit gegeben.

Daniel Gilbert nimmt in dieser Rede den Charaktertyp eines enthusiastischen, witzigen Lehrers ein, um dem Publikum näher zu sein. Auffällig ist, dass Gilbert sich während seiner Rede nicht mit den ZuhörerInnen identifiziert (keine Kreierung eines Wir-Gefühls) – frei nach dem Motto „Ich lehre euch etwas“. Die Argumente wählt er so, dass sie für das Publikum verständlich sind. Partikel wie „you know…“ lassen die Argumente leicht verständlich und glaubwürdig erscheinen.

Es hat den Anschein, als sei er selbst von der Thematik und seinen Forschungsergebnissen äußerst begeistert. Diese Begeisterung kommt unter anderem durch die Mimik zum Vorschein. Manchmal drückt er seine Thema-Affinität auch wörtlich aus. Beispielsweise sagt er bereits im ersten Drittel der Rede „Human beings have this marvellous adaptation that they can …” oder „A recent study – that almost floors me – …“).

Die lockere Kleidung sowie das selbstsichere, energetische Auftreten unterstützen den Charaktertyp. Außerdem verwendet der Redner eine kollegiale, witzige und informelle Wortwahl, um das Publikum einzubinden. Um der Rede den wissenschaftlichen Charakter zu verleihen (Professor an der Harvard Universität), fügt er klarerweise Fachausdrücke (z.B.: „frontal lobe“) hinzu. Zudem setzt Gilbert ausdrucksstarke Mittel ein, indem er beispielsweise ironische Antworten auf rhetorische Fragen vorgibt (z.B.: „Yeah, right.“). Rhetorische Fragen lassen RednerInnen glaubhafter wirken. Wer in Fragen spricht, wirkt glaubhafter als jemand, der alle Antworten kennt.

Auffällig ist, dass Daniel Gilbert während der Rede ziemlich viel Raum in Anspruch nimmt. Er läuft stets auf der Bühne hin und her, was einerseits den Vorteil mit sich bringt, dass er Blickkontakt zum ganzen Publikum hat. Andererseits wirkt sein immer gleich bleibender  Bewegungsablauf teilweise etwas monoton.

Mithilfe seines Körpers ahmt er Reaktionen des Publikums scherzhaft nach (z.B.: „Yeah, right.“). Weiters ist die starke Gestik auffällig, die aber immer wieder durch den „Clicker“ (die Fernbedienung zum Umschalten der Folien) eingeschränkt bzw. irritiert wirkt. Wenn er auf das Publikum eingeht und narrative Elemente einfügt, variiert er mit seiner Stimme, was eine willkommene Abwechslung darstellt.  Daniel Gilbert nutzt seinen Körper und seine Stimme, um der Rede zusätzlich einen witzigen Charakter zu verleihen. Bei „off“ beispielsweise verstärkt er die Wirkung des Wortes, indem er bewusst auf die Zehenspitzen steigt.

Anzumerken ist, dass die stimmliche Abwechslung nur bei narrativen Elementen eintritt. Ansonsten wirkt seine Stimme etwas monoton, denn aufgrund seines schnellen Sprechtempos legt er nahezu keine Denkpausen ein.

Zusammenfassend ist zu verzeichnen, dass das Hauptziel des Ethos – die Glaubwürdigkeit – völlig gegeben ist, da man den Eindruck hat, dass Gilbert persönlich hinter dem Thema steht. Dadurch hinterlässt er beim Publikum auch den Eindruck eines integren und tugendhaften Menschen mit wohlwollender Absicht. Die Kompetenzvermutung ist schon allein auf Grund seiner beruflichen Ausübung – Professor an der Harvard Universität – gegeben.

 

4.2 Pathos

Das Pathos ist der Faktor der emotionalen Einbindung der ZuhörerInnen durch den/die RednerIn. Beim Pathos geht es daum, Emotionen, Leidenschaft und Gemütsbewegungen zu erregen. Bei der Emotionsbeeinflussung spielen der Redestil, rhetorische Figuren, Körpersprache sowie die Auswahl und Darstellung der Argumente, aber auch die Psychologie (z.B.: Schaffung eines Wir-Gefühls) eine wichtige Rolle.

 

Gilbert stellt sich locker-lässig dar, was beim Publikum vermehrt Zustimmung hervorruft. Trotz des hohen Informationsgehalts seiner Rede lässt er auch narrative Elemente in keinster Weise zu kurz kommen. Er sorgt für  witzige und ironische Momente beim Publikum, wodurch die Rede erfrischend, interessant und auf keinen Fall ermüdend oder „oberlehrerhaft“ wirkt.

 

Insgesamt spricht er ausdrucksstark und laut, was sich zum Ende hin steigert. Durch die exakte Betonung und die vielen Beispiele gelingt es dem Redner, Spannung aufzubauen, die er anschließend mit einem Überraschungseffekt „bricht“. Als Beispiele sind „sounds like a one question IQ test“ oder „which of these groups are happier“ anzuführen. Auffällig ist, dass die Beispiele anfangs alltäglich erscheinen, d.h. die ZuhörerInnen glauben zu wissen, wie das Beispiel endet; Gilbert bringt jedoch stets unerwartete Ergebnisse.

 

Wenn er zur Veranschaulichung von bekannten Persönlichkeiten (z.B.: Jim Wright, Moreese Bickham, Harry S. Langerman) spricht, fällt auf, dass er stets nach einer Verbindung zwischen dieser Persönlichkeit und dem Publikum sucht. So sagt er zum Beispiel „…, the first one is Jim Wright, some of you are old enough to remember,…“ oder „… some of you recognize this young photo of Pete Best,…”. Dadurch entsteht beim Publikum ein persönlicher Bezuge zum Inhalt der Rede. Die ZuhörerInnen sollen das Gefühl haben, dass der Inhalt für sie relevant ist.

 

Daniel Gilbert verwendet viele Witze bzw. witzige Darstellungen; Dadurch wird die Aufmerksamkeit des Publikums über 20 Minuten hinweg stets aufrechterhalten. Die humorvollen Einwürfe haben eine auflockernde Wirkung. Das Publikum hat die Möglichkeit, die Rede mit Spaß und Interesse zu verfolgen. Weiters wird das Publikum durch  die oft gestellten rhetorischen Fragen (z.B.: „What is it about a big brain that nature was so eager for everyone of us to have one?“) bzw. aufgrund der Denkanregungen (z.B.: „… and you can try to simulate them and tell me which one you think you might prefer.“) wiederholt direkt angesprochen und somit aktiv eingebunden. Da rhetorische Fragen stets eine Antwort implizieren, erzielen sie eine intensivierende Wirkung. Rhetorische Fragen baut Gilbert auch mit einem anderen Hintergedanken ein: Er verwendet sie (z.B.: „Which of these groups are happier?“), um Spannung bzw. Erwartungshaltungen aufzubauen und diese dann zu „brechen“. Der dadurch entstehende Überraschungseffekt erhöht die Eingängigkeit der Mitteilung und regt zum Mitdenken an, da die naheliegenden Antworten als falsch entlarvt werden.

 

Um das Publikum emotional einzubinden, setzt Gilbert gezielt mehrere Mittel ein: Er spricht das Publikum direkt an, er verwendet eine offene Körpersprache und ausdrucksvolle Stimme und außerdem streift er emotionale Themen: Er vergleicht z.B. einen Lotteriegewinner mit einem Querschnittsgelähmten, er spricht von Happiness und bringt berühmte Persönlichkeiten, die „Schicksalsschläge“ erlitten haben,  als Beispiele ein.

 

Durch die direkte Ansprache fühlt sich das Publikum vom Inhalt persönlich berührt. Ein Beispiel wäre: „Now what does a prefrontal cortex do for you?“. Dadurch wird der Bezug des Publikums zum Thema hergestellt, jede/r ZuhöherIn fühlt sich betroffen.

 

4.3 Logos

Der Begriff Logos behandelt den Redeinhalt und die Argumentation. Es geht um Fragen der  Plausibilität, der Logik, der Beweisführung, der Inhalte und ihrer Strukturierung.

Durch die Verwendung von wissenschaftlichen Fachbegriffen (z.B.: „frontal lobe“) sowie durch den Rückgriff auf wissenschaftliche Studien erscheinen die Argumente Gilberts plausibel. Zwar hat die Rede einen hohen Informationsgehalt, aber dennoch schafft es Gilbert durch den Einsatz von Geschichten und kurzen Erklärungen, die Rede in eine einfache und verständliche Form zu bringen. Dadurch ist die Rede auf den ersten Blick in sich logisch.

 Gilbert verwendet viele Fakten und Referenzen, welche er grafisch veranschaulicht. Er baut viele Beispiele aus seiner Forschung ein, die er mit Zitaten untermauert, um die Fakten dem Publikum näher zu bringen. Als ein Beispiel für „Synthetic Happiness“ führt er Moreese Bickham an, der 37 Jahre unschuldig in einem Gefängnis verbrachte. Er zitiert ihn folgendermaßen: „I don't have one minute's regret. It was a glorious experience". Zitate wie das von Moreese Bickham erhöhen die Glaubwürdigkeit des Inhalts, denn Zitate entstammen der Realität. Dabei handelt es sich um sogenannte natürliche Beweise. Sie stellen den Großteil der Basis für die Argumentation in Gilberts Vortrag dar. Dies liegt vor allem daran, dass Gilbert seine empirischen Forschungsergebnisse „lediglich“ präsentiert. Es besteht keine Notwendigkeit, diese durch Argumentation zu begründen, deshalb werden kaum kunstgemäße/technische Beweise eingesetzt. Gilbert ist sich dieses Umstandes durchaus bewusst: „Now, I'm a scientist, so I'm going do this not [sic!] with rhetoric, but by marinating you in a little bit of data.“Die wenigen technischen Beweise sind einfach gehalten; Sie bestehen meist aus einer Behauptung und einer einfachen Begründung. Ein Beispiel hierfür ist die Frage, warum „natürliches“ Glück in unserer Gesellschaft mehr gilt als „konstruiertes“ Glück. Die Begründung Gilberts folgt in Form einer weiteren Frage: “Well, it's very simple. What kind of economic engine would keep churning, if we believed that not getting what we want could make us just as happy as getting it? Die natürlichen Beweise folgen meist dem Schema, dass eine Behauptung aufgestellt wird und diese dann anhand von Forschungsergebnissen belegt werden. Die Ergebnisse werden meist mit Beispielen illustriert und durch Statistiken ergänzt. Diese Behauptungen stellen gleichzeitig auch die Kerninhalte der Rede dar.

Die wesentlichen Aussagen des Vortrages sind wie folgt

  • Das menschliche Gehirn kann zukünftige Erfahrungen simulieren.
  • Das menschliche Gehirn ist jedoch sehr fehleranfällig bei der Vorhersage des Ausmaßes gewisser Ereignisse auf „Freude/Glück“ (happiness). (Impact Bias)
  • Freude/Glück kann konstruiert werden
  • Die Qualität von“konstruiertem“ Glück ist gleich dem von „natürlichem“ Glück
  • Die Konstruktion von Glück (durch das „psychological immune system“) funktioniert in gewissen Situationen besser bzw. schlechter.
  • Die Möglichkeit, frei zu wählen, erschwert die Konstruktion von Glück., wohingegen Situationen, die keine andere Möglichkeit bieten, die Synthetisierung von Glück erleichtern.

Wenn es auf Freude/Glück im Leben ankommt, sind die meisten Ereignisse und Umstände überbewertet.

Im Falle Gilberts ist die Struktur schwer erkennbar. Trotzdem tut das dem generellen Verständnis der Rede keinen Abbruch. Für die ZuhöherInnen ist es jedoch schwer, einen roten Faden zu erkennen, da Gilbert versucht, in den ihm zur Verfügung stehenden zwanzig Minuten möglichst viele Bereiche seiner für ihn faszinierenden Arbeit zu erklären. Dadurch kommt es zu einer wahren Informationsexplosion. Der Kern der Rede ist nicht klar erkennbar, denn Gilbert spricht viele unterschiedliche Themen an. Er schafft es aber nicht, all diese Punkte zu einer Kernaussage zusammenzufassen.

Erst bei genauerer Betrachtung wird klar, dass die Rede um die oben angeführten Kerninhalte herum aufgebaut ist, die durch die Präsentation der Forschungsergebnisse untermauert werden. Die Hauptaussage ist, dass die meisten Umstände sehr begrenzt in ihrer Auswirkung auf die Freude im Leben (happiness) sind. Diese Aussage wird mehrmals in verschiedenen Formen wiederholt. Jedoch bringt Gilbert die klaren, einfachen Aussagen nur in der Rede selbst, wohingegen er für den Schluss anstatt einer einfachen Aussage ein kompliziertes Zitat (Adam Smith) wählt. Diesem folgt eine Zusammenfassung mit Relativierungen und Erläuterungen, welche, im Vergleich zum Rest der Rede, eine hohe Komplexität aufweist. Aus diesem Grund wirkt das Ende des Vortrages  umso verwirrender, da der vorhergehende Vortrag klar und eingängig war.

 

5. Verhältnis von Ethos, Pathos und Logos

Wie oben bereits erwähnt, ist eine klare Struktur kaum ersichtlich. Dennoch ist der Inhalt der Rede verständlich, da die Informationen klar, verständlich und ansprechend präsentiert werden. Die Beispiele, die Gilbert einbaut, sind leicht nachvollziehbar. Er spricht das Publikum auch emotional an, indem er sie beispielsweise fragt, ob sie einen Lottogewinn oder den Rollstuhl bevorzugen würden. Diese beinahe absurden Äußerungen gewinnen durch den Bezug auf seine Studien an Logik und durch ihre Ungewöhnlichkeit und Prägnanz an Eingänglichkeit.

Gilbert jongliert mit den Gefühlen und Einstellungen des Publikums. So schafft er es, seine ZuhörerInnen stets zu überraschen und somit als kompetenter und unterhaltsamer Redner aufzutreten. Der Professor erzeugt ein Zusammenspiel der drei aristotelischen Elemente Ethos, Pathos und Logos. Genau das macht die Stärke seiner Rede aus.

 

6. Doch es gibt auch einige Kritikpunkte…

Zu bemängeln ist, dass Gilbert zu schnell vorträgt. Auch fehlt es der Rede an Pausen, um die wichtigen Punkte zu unterstreichen. Er scheint vergessen zu haben, dass seine Inhalte für die meisten seiner ZuhörerInnen neu sind. Die Chance, seine verblüffenden Aussagen kurz zu reflektieren, ist für das Publikum somit nicht gegeben.

Ein Musterbeispiel dafür ist das Zitat von Adam Smith am Ende seiner Rede. Hier soll noch einmal die Quintessenz seines Vortrags hervorgehoben werden. Es handelt sich dabei aber um ein verhältnismäßig sehr langes Zitat. Zwar wird dem Publikum das Mitlesen ermöglicht, weil es auf der Leinwand gezeigt wird. Doch es bleibt keine Zeit, darüber nachzudenken, denn kaum hat Gilbert es vorgelesen, leitet er daraus schon seine Schlussfolgerungen ab. Es hat den Anschein, als würde er mit der übrigen Zeit einen Wettlauf eingehen.

Die Rede ist sehr komplex aufgebaut. Dies gilt vor allem für den Schluss. Gerade dadurch geht auch ein wenig Energie/Aussage verloren, die er sich zuvor aufgebaut hat. Ab dem Zeitpunkt, an dem er dem Publikum für das Zitat von Adam Smith zu wenig Zeit zum Nachdenken einräumt, ist es äußerst schwierig, dem Inhalt noch zu folgen.

Ein weiteres Problem ist das nahezu ununterbrochene Herumlaufen auf der Bühne. Zu Beginn wirkt es abwechslungsreich, doch mit der Zeit wird es monoton. Besonders lenkt es ab, wenn etwas auf der Leinwand gezeigt wird. Der monotone Eindruck wird durch eine äußerst geringe Variation der Stimme unterstützt. Dadurch hat die Rede den Anschein, als hätte Gilbert sie nur auswendig gelernt und als würde sie ihn selbst ein wenig langweilen. Durch seine  konkrete und exakte Wortwahl sowie durch seine Mimik und durch die ausladende Gestik wird dieses Manko jedoch kompensiert.

Gilbert baut durch Witze, Anschauungsmaterial und viele narrative Elemente Spannung auf und zieht somit das Publikum in den Bann. Leider geht die zentrale Aussage ein wenig unter, da Gilbert den entscheidenden Aussagen zu wenig Zeit zu wirken gibt.

 

7. Fazit

Alles in allem ist diese Rede trotz der Kritikpunkte eine Informationsrede, die Vorbildcharakter hat, denn Daniel Gilbert schafft es sehr viele interessante Inhalte nahezu spielend an das Publikum zu bringen. Nach der Rede haben die ZuseherInnen das Gefühl, tatsächlich einiges dazugelernt zu haben. Seine lockere Art lässt vermuten, dass er ein erfahrener Vortragender ist. Das wiederum lässt ihn als äußerst kompetenten Redner erscheinen.

Auf jeden Fall ist die Rede empfehlenswert, denn so ganz nebenbei kann man daraus eine wichtige Lehre für sein Leben ziehen: Jeder ist seines Glückes eigener Schmied.

 

Link zur Rede:

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