Abstracts der Vorträge

(in alphabetischer Reihenfolge)

Blase Bernd

Das Pathos und die Klangwelt der Stimme

Die physischen Grundlagen der Stimme, die Atemtechnik, das Volumen und die Reichweite der Stimme dienen dem emotionalem Apell und sind fester Bestandteil, um die Hörer emotional zu erreichen. Auch die  Dynamik, Glaubwürdigkeit  und Lebendigkeit  des Stimmausdruckes  können  zu einem  wichtigen  pathosähnlichem  Zustand führen. Nicht zu unterschätzen  sind  die Wegbereiter  dieser  rednerischen Qualität. Körpersprache und Körperhaltung, Präsenz und Kontakt zum Publikum.

Die Stimme ist dabei der Energiefahrstuhl zum Pathos-Stockwerk, die dann dem rezeptiertem  rhetorischen  Strategem  dienen  können  und hin zum Gesprächs- und Meinungsziel des Redners führt. Die Stimme modelliert das Pathos.

Aristoteles beschrieb in seiner Topik das Pathos als eine von drei Qualitäten, dem emotionalen Zustand des Hörers. Um die Emotionen des Zuhörers auszulösen, bzw. den Schlüssel eines jeden einzelnen zu erkennen, wird der Redner mit einer starken Gewichtung auf Mimik, Ausdruck und Sprache des Körpers zu einem letztendlich erfolgreichen Pathos führen, auch ohne sich seinen Stimmbändern zu bedienen.

Das moderne Pathos darf nicht überreden, sondern dient dem Überzeugen. Der Charakter eines Redners führt zur Glaubwürdigkeit beim Publikum. Dennoch wird das Pathos ohne den Logos nur zu einem kurzfristigen Ergebnis führen. Nicht wenige Politiker der Gegenwart sind hierfür ein exemplarisches Beispiel.

Dieser Vortrag verbindet die Kontinente Pathos und Stimme und zeichnet exemplarisch deren Abhängigkeiten auf. Zusätzlich wird in einer beispielhaften Übung das Publikum mit einbezogen, um zu erkennen, mit welcher Gewichtung unsere Stimme dem modernen Pathos dienen kann.

Golpon Hedwig

Des Pudels Kern ist teuflisch und falsches Pahtos nur Ungeschicklichkeit

Vor  der  Frage,  welche  Mischung  aus  der  Palette  Inhalt-Stimme-Körpersprache  wann sinnvoll  ist, steht  die  sinnvolle Aufgabe, diese Palette anzulegen. Wer im Rahmen seiner Authentizität in der Lage ist, in unterschiedlichen  Rede-Kontexten  adäquat zu reagieren, sich rollenspezifisch anzupassen, sich der drei Positionen der „Zauberformel“ zu bedienen und sie in der Präsentation auszubalancieren, der gerät nicht erst in Gefahr, ein falsches Pathos auszustrahlen. Der Beitrag zeigt: Die Zauberformel hat ihren Zauber nicht verloren; sie muss von Fall zu Fall nur anders artikuliert werden.

 

Grothe Klaus-J.

Dem Mythos huldigen: Gut; die Realitäten erkennen und beachten: Besser!

Empirisch zu belegen, inwieweit mit prosodischen und körpersprachlichen Mitteln der Inhalt von Äußerungen unterstützt und verstärkt werden kann, ist nicht unproblematisch. Lassen sich subjektive Wahrnehmungen und Interpretationen verallgemeinern? Woraus erwächst Überzeugungskraft? In welchen Situationen ist das „Wie“ tatsächlich entscheidender als das „Was“? Am Beispiel einer jüngeren Studie werden Probleme  der Wirkungsmessung  zur Diskussion  gestellt  bis  hin zur Aussage, dass mitunter  der ‘Autor’  eine  stärkere  Überzeugungskraft haben kann als der ‘Rhetor’.

Gutmann-Beisteiner Ruth

Mentaltraining für Rhetoriker?

„Welche Möglichkeiten habe ich als Redner, meine Zuhörer emotional zu erreichen?“ Dies ist ein großes Anliegen von Seminarteilnehmern in Kommunikationskursen.

Einerseits geht es darum, sich selbst gut führen zu können andererseits darum, den  Gesprächspartner möglichst wirkungsvoll zu erreichen. Welche Techniken empfohlen werden und vor allem, wie diese trainiert werden, soll der Inhalt meines heurigen Beitrages sein. Ein Bericht aus meiner Praxis als Kommunikationstrainerin.

Hannken-Illjes Kati

Um Bäume trauern. Materialität und Argument am Beispiel der S21-Kontroverse

In der Kontroverse um den Umbau des Stuttgarter Hauptbahnhofes (S 21) spielt der Baum eine zentrale Rolle. Er tut dies nicht nur als wohlbekannter  Topos  aus  der  Umweltbewegung,  sondern  auch als konkrete Materialität. In diesem Vortrag möchte ich zeigen, dass die konkrete Materialität der Bäume im Schlossgarten und die Praktiken, diese konkreten Bäume in den Protest zu integrieren, als zentrale emo- tionale Überzeugungsmittel wirken. Die Bedeutung der Materialität und der subjektiven Erfahrbarkeit der Bäume zeigt sich unter anderem  in der  starken  emotionalen Verbindung  der  Protestierenden  zu den konkreten  Bäumen  des Schlossgartens.  Der Vortrag bietet  eine rhetorische Analyse, die insbesondere die Art wie die gefällten Bäume betrauert wurden und werden in den Blick nimmt.

Hoffmann Raphael

Die rechtlichen Grenzen: Affektorientierte Werbung nach UWG und UGP-R

Die inhaltlichen Grenzen formal zulässiger Werbung haben sich durch Rechtsprechung und Gesetzesänderungen grundlegend verschoben. Überspitzt formuliert profitieren Werbeprofis heute von einer wesentlich größeren Werbefreiheit als noch vor 10 Jahren. Mein Referat soll die rhetorisch-affektiven Werbezwecke zu den rechtlichen Schutz- zwecken ins Verhältnis  setzen. Grundlage  des Referats  bildet  meine Masterarbeit im Bereich Äußerungsrecht im Studiengang „Wirtschaftsrecht  für Technologieunternehmen“  an der Technischen  Universität  Cottbus. Das Referat  soll  kurz die  wesentlichen  rechtlichen Grundlagen klären und werberechtliche „Dreh- und Angelpunkte“ affektorientierter Werbung aufzeigen. Beispiele aus der Rechtsprechung veranschaulichen die Argumentation.

Kirchner Baldur

Pathos zwischen Authentizität und Maske – Von der schwierigen Kunst, mit Lust und Leid ausgewogen zu leben

Das Pathos ist ein ambivalentes emotionales Ereignis. Ambivalent deshalb, weil sich in ihm die Höhen und Tiefen der menschlichen Seelenlandschaft manifestieren, durch die der Einzelne oftmals getrieben wird. Es meint nicht nur das leidende Gemütsbefinden, sondern auch die leidenschaftliche Euphorie des situativen Erlebens. Lust und Un- lust als Seelenvorgänge bemächtigen sich des Lebensgefühls und initiieren in der menschlichen Persönlichkeit Affekte, die sie zwischen Authentizität und Maske erscheinen lassen. Authentisch kommunizierende Personen gewähren Einblick in ihr emotionales Befinden. Der „maskierte“ Mensch dagegen verbirgt sich aus Angst vor seinen eigenen und vor fremden Gefühlen. Das Pathos des Lebens aber lehrt, eine ausgewogene Beziehung von Lust und Leid als Ausdruck von Realitätsnähe zu suchen.

Koch Nadia

Pathos in der Lehre? Eine Tagesdosis Rhetorik für den angehenden Hochschullehrer

Seit  zwei  Jahren  ist  die  Rhetorik  fester  Bestandteil  des  Salzburger Hochschuldidaktik-Lehrgangs HSD+. Die Erwartungen der Teilnehmer, die das Wahlmodul Rhetorik belegen, sind hoch: Viele hoffen, mit einigen goldenen Regeln sogleich in ihren Vorlesungen zu brillieren. Der Beitrag möchte einen aktuellen Erfahrungsbericht über die Grenzen und Ziele der rhetorischen Unterweisung von Lehrenden geben und Wege aufzeigen, wie das Pathos für den wissenschaftlichen Vor- trag fruchtbar gemacht werden kann. Denn wenn wir erfolgreich lehren, dann nicht, weil wir viel wissen, sondern weil wir Wege finden, uns und die  Studierenden  immer  wieder  aufs  Neue für die Wissenschaft zu begeistern.

Kramer Olaf

Gefühle in Nahaufnahme. Emotionen und Emotionalität in den Reden Barack Obamas

Obamas Reden sind sorgfältig an die kommunikativen Bedingungen einer Mediendemokratie angepasst. Insbesondere durch narrative Elemente gelingt es ihm, Emotionen zu transportieren. Seine Reden greifen dabei verbreitete topische Muster auf und aktualisieren emotional besetzte  Episoden  der  amerikanischen  Geschichte. Gleichzeitig  wird auch die eigene Emotionalität Obamas häufig zur Schau gestellt und in mediengerechter Weise  zu Bildern  verdichtet. Im Vortrag werden verschiedene Redeausschnitte gezeigt und rhetorisch auf die zu Grunde liegenden Techniken und Strategien hin untersucht.

Kreuzbauer Günther

Rhetoric of Fashion

Das Thema ‘Fashion’  ist  aus rhetorischer  Perspektive  betrachtet  in vielerlei Hinsicht einzigartig und faszinierend: In den heutigen okzidentalen Gesellschaften ist es die wohl einzige Kommunikations- und Ausdrucksform, die von Frauen dominiert wird und nicht von Männern; Gender und Ästhetik haben eine Bedeutung wie man sie sonst kaum findet; der Kommunikationsprozess weißt einen bedeutend niedrigeren Grad an Linearisierung auf, als etwa der der Rede; usw.

In dem Vortrag soll gezeigt werden, in wie weit die Grundbegriffe der Rhetorik (wie pisteis, genera orationis, partes orationis, Figuren und Tropen etc.) auf Fashion angewendet werden können und welche Auswirkungen das auf eine etwaige weitere Erforschung des Phänomens Fashion durch die Rhetorik hat.

Knape Joachim

Emotion rhetorisch gesehen

In dem Vortrag geht es um die Frage, ob Emotion überhaupt in Blickfeld rhetorischer Anliegen gelangt und wie man in der Rhetorik angesichts dessen mit der Kategorie Emotion umgehen kann.

Laubinger Severina

Krisenmetaphorik – Eine Analyse der Regierungserklärungen Angela Merkels

Metaphern sind ein geeignetes persuasives Mittel um komplexe argumentative Zusammenhänge emotional zugänglich zu machen. Das Referat stellt die Ergebnisse einer Metaphernanalyse der Regierungserklärungen Merkels im Zeitraum von Oktober 2010 bis Mai 2012 vor. Die Ergebnisse der Analyse zeigen, welches Bild der Euro-Krise Merkel  bei  ihren Adressaten  verankern  möchte. Da die  Staatsschuldenkrise ein sehr abstraktes Phänomen von großer Unsicherheit darstellt, müssen Begriffe gefunden werden, die dieses Phänomen im öffentlichen Diskurs fassbar machen. Zudem ist die Krise ein grundsätzlich wahrnehmungsabhäniges Phänomen, das einen strategischen Umgang in Bezug auf die Affekterzeugung erfordert.

Leidl Christoph

Humor als Argument

Cicero praktizierte erfolgreich seine Erkenntnis, daß ein Lachen da weiterhelfen kann, wo Argumente nicht mehr wirken. Bei einem modernen Rhetorik-Anbieter  kann man einen  „humor  consultant“  buchen. Aber der Humor entzieht sich immer wieder einem systematischen Zugriff der Theoretiker – es bleibt oft bei einer Sammlung un- terhaltsamer Beispiele. Im Rahmen der praktischen Rhetorik kann man die Frage des Lachens einerseits von der anthropologischen und psychologischen Analyse des Lachens und seiner sozialen Effekte, andererseits von der Identifizierung der konkreten sprachlichen Mechanismen zur Erregung des Lachens her angehen. Durch die Verbindung der Affekte des Hörers mit dem Ethos des Redners kann der Humor geradezu zum Spezifikum des „homo rhetoricus“ im Gegensatz zum „homo seriosus“ werden (Richard Lanham).

Schulz Verena

Affekt und Stimme in der antiken Rhetorik

Wenn ein Redner in der Antike seine Zuhörer affektisch überzeugen will, so geschieht dies immer im Vortrag, durch Gestik und Stimme. Von Aristoteles ausgehend gibt es dabei in der Rhetorik eine Tradition, die die Aufgabe der Stimme darin sieht, beim Vortrag den gewünschten Affekt klar darzustellen. Diese Auffassung soll anhand von klassischen Texten zur Rhetoriktheorie näher untersucht werden. Im Zentrum steht zunächst die Frage, wie einzelne Affekte durch das Medium der Stimme idealerweise ausgedrückt werden. Da die Theoretiker dabei von einem natürlichen Zusammenhang zwischen Affekt und Stimme ausgehen, soll darüber hinaus der Blick zu einer allgemeinen Affekttheorie der antiken Rhetorik, die sich aus den Anweisungen zum affektischen Stimmausdruck gewinnen lässt, ausgeweitet werden.

Schulze Jan Henning

Bis über beide Ohren verliebt – Emotionen als körperlich fundierte Konzepte

„Sich in Liebe verzehren“, „zum Fressen gern haben“ und dann „vernaschen“ –Liebe scheint etwas mit Essen zu tun zu haben. Wenn wir über Emotionen sprechen, beziehen wir uns oft auf den menschlichen Körper und nehmen ihn als Ausgangspunkt unseres Bezugssystems. So ist Glück von den Sprechern aus gesehen oben („ein himmlisches Hochgefühl“), Unglück jedoch unten („schwerste Höllenqualen“). Der Vortrag geht solchen sprachlichen Konzeptualisierungen von Emotionen nach, die im Rahmen der kognitiven Linguistik untersucht werden, und weist auf Konsequenzen hin, die sich daraus für die Reflexion und Kommunikation von Emotionen ergeben.

Starck Britta

Lysias ethographos. Ansätze zu einer ethos-Analyse in Lysias, am Beispiel der or. 1

Neben pathos ist, gemäß der aristotelischen pistis-Trias, auch ethos ein ‘Beweismittel’, das strategisch vom Orator eingesetzt werden kann und soll, um Zuhörer zu überzeugen. Meine Dissertation befasst sich mit den lysianischen narrationes und in diesem Zusammenhang auch mit dem Einsatz von ethos. Die lysianischen Reden bieten sich hierfür besonders an, wird doch Lysias schon in der Antike für seine ἠθοποιία gelobt. Der Vortrag soll exemplarisch über die bisher erbrachten Ergebnisse einer methodischen ethos-Analyse im Corpus Lysiacum am Beispiel der 1. Rede »Verteidigung im Mordfall Eratosthenes« informieren.

Stocker Brigitte

dann hol Sie der Teufel … Pathos als Angriff auf den Hörer in Karl Kraus’ »Reklamefahrten zur Hölle«

Gegenstand  ist  Karl  Kraus’  berühmter  Text  „Reklamefahrten  zur Hölle“, eine pathetisch-satirische Entgegnung auf den Katastrophen- tourismus zu den Schlachtfeldern des Ersten Weltkriegs, die 1921 in ‚Die Fackel’ erschien und von der zudem ein eindrucksvolles Filmdokument einer öffentlichen Lesung durch den Autor existiert. Es wird dargelegt, mit welchen stilistischen Mitteln Kraus als ‚legitimer Pathetiker der Moderne’ (Dachselt, 2003) Pathos in seinem Text erzeugt und wie es zum Zweck der Persuasion eingesetzt wird. Wozu dient Pathos in diesem Text? Welche rhetorischen Figuren werden für die Pathoserzeugung verwendet? Es soll gezeigt werden, wie das Evozieren von Affekten die Vermittlung eines ethischen Ideals unterstützt, das hinter der Satire steht, und wie Kraus versucht, mit pathetischen Mitteln den Reizschutz des Rezipienten zu durchbrechen. Das Filmdokument gibt zusätzlich über die nonverbalen Mittel der Pathosgenerierung Aufschluss.

Stroh Wilfried

Wenn ihr’s nicht fühlt, ihr werdet’s nicht erjagen: Die Rhetorik des Dr. Faust und ihre antiken Vorbilder

Die Wagner-Szene aus Goethes Faust ist wohl der berühmteste deutsche Text über Rhetorik. Und einer der umstrittensten. Sah man früher im dort erhobenen Postulat einer Rede des „von Herz zu Herzen“ den Protest des Sturm und Drang gegen eine veraltete Regelrhetorik, scheint man sich neuerdings darauf zu einigen, dass Faust hier durchaus die klassische Affektrhetorik eines Cicero und Quintilian vertrete. Was ist richtig? Erneute Rückbesinnung auf die antiken, Goethe wohlbekannten Quellen kann vielleicht ein bisschen Klarheit schaffen.

Till Dietmar

Narration und Persuasion – Erzählen und Überzeugen

Redner/Kommunikatoren überzeugen ihr Publikum nicht nur durch rhetorische  Schlussverfahren,  sondern  auch durch Erzählungen.  In der klassischen Rhetorik wird dieses Beweisverfahren nur in Ansätzen (v.a. im Rahmen der Lehre von den exempla) behandelt, in der politischen Kommunikation und der Werbung sind Formen narrativer Persuasion allerdings nahezu ubiquitär.

Vor diesem Hintergrund wird der Vortrag (1) Forschung zum Thema narrative  Persuasiion  vorstellen  (v.a. experimentelle  Forschung  aus der Sozialpsychologie und der amerikanischen Rhetorikforschung und dann (2) Formen und Funktionsweisen narrativer Persuasion an ausgewählten Beispielen zeigen. Dabei ist im Moment an die beiden zurückliegenden US-amerikanischen Präsidentschaftswahlkämpfe gedacht (ev. auch in Kontrast/im Vergleich zum deutschsprachigen Raum).

Tröger Thilo

Vom Ursprung und Kern eines Mythos

Der Beitrag zeigt anhand verschiedener Zitate aus der populärwissenschaftlichen Literatur, dass der Mythos „7-38-55“ meist ungeprüft, unkritisch und oft mit unzureichender Quellenangabe übernommen und zum Teil zugespitzt wird: So komme es angeblich nur zu sieben Prozent darauf an, was man sage. Dass diese Aussage sehr kritisch zu bewerten  ist,  zeigt  der  Blick auf die  wissenschaftliche(n)  Quelle(n) und die speziellen Voraussetzungen und Messungen der zu Grunde liegenden empirischen Studien. Anschließend soll gezeigt werden, in wie fern der Kern der Aussage durch die Kommunikationsmodelle von Paul Watzlawick und Friedemann Schulz von Thun gedeckt sind.

Thema des Panels von Golpon Hedwig, Grothe Klaus-J. und Tröger Thilo:

Von einem Mythos im Pathos. Was ist dran an „7 – 38 – 55“?

Mythen handeln von Personen oder Begebenheiten, die meist aus verschwommenen  Vorstellungen  heraus  glorifiziert  werden  (vgl. DUDEN). Sie stehen im Spannungsfeld zwischen Wahrheit und Angedichtetem. Der Mythos, kommunikative Wirkung setze sich nur zu 7 Prozent aus inhaltlichen, zu 38 aus stimmlichen und zu 55 Prozent aus körpersprachlichen Mitteln zusammen, ist in der rhetorischen Ratgeberliteratur weit verbreitet. Wahr an diesem Mythos ist: Diese Zahlen sind die Schlussfolgerung aus einer speziellen empirischen Studie. Wahr ist auch, dass Stimme und Körpersprache entscheidende Mittel des Pathos sind. Angedichtet wird diesem Zahlenverhältnis eine allgemeine Gültigkeit in kommunikativen Situationen. Was aber ist des Pudels Kern von „7 – 38 – 55“? Warum ist „7 – 38 – 55“ die häufig unhinterfragte Zauberformel in Kommunikationsberatungen und -trainings? Welche Mischung aus der Palette Inhalt-Stimme- Körpersprache ist wann sinnvoll, um falsches Pathos zu vermeiden? Diese Fragen wirft  das Panel auf und versucht Antworten darauf zu geben.