Ein Plädoyer für Natürlichkeit

Cornelia H. Schreiegg

Ein Plädoyer für Natürlichkeit

1. Warum es einer guten Vortragsweise bedarf

Seit mehreren Jahren halten Schreibseminare an den Universitäten Einzug. “Was garantiert die Aufmerksamkeit der LeserInnen?”, “Wie schreibt man eingängig?”  und “Wie verleihe ich meinen Texten bei alldem noch eine persönliche Note, die eigene Handschrift?” – solche Fragen und ähnliche sind oft Ausdruck einer gewissen Hilflosigkeit, welche zum Hinterfragen des eigenen Präsentationsstils führen, beziehungsweise daraus resultieren.

Als ich das vergangene Jahr an der Universität Konstanz studiert habe, wurde zeitgleich das dortige “Schreibzentrum” eröffnet. Auf den Broschüren, die diese Möglichkeit zur Weiterbildung den Studierenden anpreisen sollten, prangten genau die oben genannten Fragen. Und dort, in diesem “Schreibzentrum” sollte man Antworten darauf finden.

Zuerst war ich sehr befremdet davon und fragte mich, warum es denn jetzt auch noch so etwas brauche – ob es nicht jedermanns/-fraus Pflicht sei, seinen eigenen Schreibstil zu entwickeln. Im inneren Dialog wurde mir dann aber eines bewusst (und heute nun bereue ich es, nicht an einem Schreibseminar teilgenommen zu haben) : Die Rhetorik lehrt mich dasselbe, das Präsentieren – nur nicht auf dem Papier, sondern im Raum. Auch hier ist es wichtig, seinen eigenen Stil zu entwickeln, dennoch unter der Beachtung einer Handvoll Grundregeln.

Warum diese Grundregeln hilfreich sind? Nun, sie sind ein gewisses Fixum, eine Art Leitstern, welche zur verbesserten Selbstwahrnehmung führen und in Folge dessen zu einer eingängigeren Reflexion. Die Reflexion gilt als Dreh- und Angelpunkt, da man in ihr das eigene Entwicklungspotential erkennt/erkennen kann. Konkret: Vor Kurzem habe ich ein Seminar zum Themenkomplex “Stimme”  belegt. Eine Aufgabe war es, eine Tonaufnahme der eigenen Stimme nach bestimmten Faktoren zu analysieren. Durch dieses Faktorenmodell war mir ein Mittel zur Reflexion an die Hand gegeben, was es mir erleichterte, mich in die Zuhörerrolle hineinzuversetzen und die Aufnahme demnach zu beurteilen. Denn genau diesen Punkt sehe ich als entscheidend für gute Präsentationen: Inwieweit kann sich der Präsentierende in die Rolle des Gegenübers hineinversetzen – in die des Lesers und/oder des Zuhörers – sodass man sich in seiner eigenen Rolle “richtig” verhält?

Schließlich möchte ich festhalten: Egal, welche Art des Präsentierens wir wählen, erachte ich es als notwendig, sich zuvor mit der Methode beschäftigt zu haben. Es dient der Selbstsicherheit im Umgang mit dieser, dem Wissen, wie man diese bedient. Egal, was wir präsentieren, so ist die Verständlichkeit für das Publikum die höchste Pflicht des Präsentierenden.

Doch leider ist in Anbetracht der Entwicklung von Schreibberatungen zu konstatieren, dass der mündlichen Präsentation meiner Meinung nach immer noch nicht ausreichend Aufmerksamkeit geschenkt wird. Diese ist vor allem im universitären Kontext voranzutreiben, wo doch gerade dort Wissen schriftlich wie mündlich von Tag zu Tag präsentiert wird. Daher werde ich im Folgenden den Versuch unternehmen, “den guten wissenschaftlichen Vortrag” aus verschiedenerlei Blickwinkeln zu betrachten und gespeist von Beobachtungen aus dem Wintersemester 2013/2014 an der Universität Salzburg, Charakteristika des “wissenschaftlich gut Vortragenden” herauszuarbeiten. Der Essay klingt in einer komprimierten Schlussbetrachtung aus.

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2.1 Der wissenschaftliche Vortrag als rhetorisches Phänomen

Bevor der wissenschaftliche Vortrag auf der Praxiebene betrachtet wird, möchte ich kurz eine theoretische Skizzierung unternehmen:

Grundsätzlich unterscheidet man in der Rhetorik drei Redeanlässe: Festrede, Gerichtsrede und Beratungrede. Zu Beginn des Seminars stand die Frage im Raum, welchem Anlass der wissenschaftliche Vortrag zuzuordnen ist. Ergebnis waren unterschiedliche subjektive Einschätzungen der Studierenden. Die Kernfrage lautet, welche Zeitstufe steht im Vordergrund? Bei der Festrede ist es die Gegenwart (z.B. Lobpreis eines Jubilars), bei der Gerichtsrede die Vergangenheit (z.B. Tathergang des Einbruchs)  und bei der Beratungsrede die Zukunft (z.B. Ausbaupläne der Universität). Je nach Setting kann der wissenschaftliche Vortrag eben in unterschiedlichen Rahmen stattfinden: Werden z.B. neue bahnbrechende Erkenntnisse vorgestellt oder ein Nobelpreisträger geehrt, so kann er die Form einer Festrede einnehmen. Genauso kann es sich um eine Gerichtsrede handeln, wenn z.B. ein Fachurteil gebildet wird. Schließlich kann es sich ebenso um eine Beratungsrede handeln, werden z.B. wissenschaftliche Strategien gegenübergestellt, die Maßnahmen im Umgang mit  der Erderwärmung beinhalten. Diese Differenzierung belegt, dass der wissenschaftliche Vortrag Redeanlass ist, jedoch dessen spezifische Zuteilung unterschiedlich ausfällt.

Unabhängig von den Redeanlässen sind die “officia oratoris”, die Pflichten des Redners. Warum diese hier wichtig sind? Sie bilden mitunter das Gerüst der Reflexion. Es handelt sich um eine Dreiecksbeziehung zwischen docere, delectare und movere. Anders formuliert, die Rede soll einen Bildungswert beinhalten, soll angenehm und eingängig sein und zu guter Letzt das Publikum bewegen, es mitreißen, wenn nicht sogar von den Stühlen reißen.

Beim wissenschaftlichen Vortrag liegt der Schwerpunkt bei docere, jedoch nicht isoliert von delectare und movere. Allgemein gilt es den richtigen, auf das Publikum abgestimmten Dreiklang der genannten Pflichten zu finden.

Zudem ist es aus rhetorischer Sicht ratsam, die fünf Produktionsstadien einer Rede bewusst anzugehen: Inventio, Dispositio, Elocutio, Memoria und Actio.

Im Seminar dienten sie als Feedback-Kategorien bei Vorträgen der Studierenden und erleichterten somit eine gezieltere Betrachtung der Mittel-Wirkung-Beziehung. Nehmen wir an, ein Vortrag wird von einem redegewandtem Redner   mitsamt einem anschaulichen Tafelbild gehalten, jedoch springt er von einem Gedanken zum nächsten und erschwert es daher dem Publikum, ihm zu folgen. Verkürzt dargestellt, müsste dieser an seiner Dispositio arbeiten.

Aber nun, was verbirgt sich konkret hinter den Produktionsstadien? Als Inventio wird die Stoff- bzw. Themenfindung bezeichnet. An diese schließt sich die Dispositio, die Gliederung an. Gefolgt wird diese von der Elocutio, der Formulierung und der Memoria, dem Datenträger. Schließlich mündet dieser Vorlauf in der Actio, dem Vortrag.

2.2 Was den wissenschaftlichen Vortrag auszeichnet

Nach der theoretischen Betrachtung des Vortrags an sich möchte ich nun verschiedene Eindrücke zur Wissenschaftlichkeit im Vortrag schildern. Warum? Da sich dieser Essay mit der Frage nach dem guten wissenschaftlichen Vortrag befasst, sollten dessen Spezifika herausgearbeitet, und vor allem verstanden werden.

Nun, allgemein gilt in der Rhetorik das oberste Gebot der Verständlichkeit. Es mag banal erscheinen, es an dieser Stelle anzuführen, doch es ist von enormer Tragweite. Die inhaltliche Konsistenz eines Vortrags ist Qualitätsmerkmal Nummer eins. Schreibt man einen wissenschaftlichen Aufsatz, so gilt dasselbe. Die Hypothese am Schluss zu verwerfen ist vollkommen legitim, sofern dies begründet geschieht. Ebenso verhält es sich mit der mündlichen Darlegung eines Sachverhalts: Jeder Schritt muss für das Publikum nachvollziehbar sein.

Selbstverständlich gilt dieses Gebot auch für andere Vorträge, dennoch sei Folgendes betont: Das Publikum eines wissenschaftlichen Vortrags legt das Hauptaugenmerk auf den Inhalt. Während bei einer Festrede es nicht so wichtig erscheint, ob die Anekdote, die der Festredner über den Jubilar kund tut, sich äußerster Reliabilität und Validität erfreut, sind dies die Faktoren, die beim wissenschaftlichen Vortrag beachtet werden müssen und bei Nichteinhaltung dem Redner, im Zweifelsfall dessen Reputation einen gehörigen Kratzer verpassen.

Daher sei an dieser Stelle darauf hingewiesen, dass im Allgemeinen die verschiedenen Publikumsarten zu beachten sind. Spricht man vor Fachpublikum, vor einer Klasse AbiturientInnen oder möchte man in einem Radiobeitrag auf ein  bestimmtes Thema aufmerksam machen? Dieser Aspekt muss bei allen Produktionsstadien beachtet werden, vor allem in der Elocutio.

Eine nicht angemessene Ansprechhaltung an das Publikum führt zu Verwirrung: Sei es seitens des Lehrenden, der aus seinem Elfenbeiturm herab versucht, den Studierenden etwas mitzugeben, diese jedoch seine Sprache und daher seine Gedanken nicht nachvollziehen können. Oder seitens eines Studierenden, der sein Referat auf gymnasialem Mittelstufenniveau abhält, was zu Verstimmungen seiner Kommilitonen und des Dozenten führt. Wesentlich für eine gelungene Präsentation ist es, mit dem Publikum auf einer Ebene zu kommunizieren.

Meiner Einschätzung nach ist es der Eingängigkeit eines Vortrags zuträglich, der Dispositio viel Raum zu geben. Eine klare Gliederung, ein roter Faden gibt dem Publikum Halt. So weiß es, auf welcher Fragestellung oder nach welchen Gesichtspunkten der Vortrag aufgebaut wird.

Unter anderem durfte ich einem Vortrag eines Kommilitionen folgen, der diese rein mündlich hielt, ohne jegliches Hilfsmittel dabei zu verwenden. Leider gab er dem Publikum keine Leitfrage bzw. Gliederung zur Hand – nach wenigen Minuten wurde es unübersichtlich, und die Aufmerksamkeit schwand.

Persönlich ziehe ich es vor, einen Vortrag nach einem Leitmotiv/-satz zu gliedern oder, wenn nicht anders möglich, nach einzelnen Gesichtspunkten. Das Wichtigste jedoch ist, diese Gliederung zu kommunizieren, das Publikum nicht ins Blaue laufen zu lassen. Es dient dem Redner zur Selbstdisziplinierung, da er sich an ein bestimmtes Muster halten muss und so nicht allzu sehr abschweifen kann. Das Publikum wird es ihm mit Aufmerksamkeit danken, wenn er es schafft, seine Gedanken “step by step” den Zuhörern nachvollziehbar zu veranschaulichen.

2.3 Verständlichkeit, Authentizität und Souveränität –
die rechte Mischung

Die Überschrift dieses Kapitels kann als mein persönliches Mixtum compositum für den guten wissenschaftlichen Vortrag betrachtet werden. Daher werde ich nun auf seine genaue Zusammensetzung eingehen und an Praxisbeispielen den Lesern versuchen zu veranschaulichen, wie diese Mischung zustande kam.

Da das oberste Gebot der Verständlichkeit bereits unter 2.2 näher beleuchtet wurde, wird ihm in diesem Abschnitt nicht erneut gehuldigt. Ist Ihnen aus diesem Essay noch nicht – auf plausiblem Wege – die hohe Bedeutung der Verständlichkeit im wissenschaftlichen Vortrag hervorgegangen, legen Sie ihn zur Seite. Die Basis für einen wissenschaftlichen Vortrag bildet ein eingängiger (Präsentations-)Inhalt.

Ein weiterer Baustein ist die Authentizität. Au-then-ti-zi-tät, was meine ich genau damit? Dieses ungreifbare Wort mag an dieser Stelle schön klingen, doch kann es wirklich als etwas Erlernbares in eine Art Anleitung zum guten wissenschaftlichen Vortrag transponiert werden? JA, ich sage Ihnen, es kann! Aber beginnen wir erst einmal ganz von vorn: Für mich bedeutet dieses wohlklingende Wort Menschlichkeit und Transparenz. Menschlichkeit in dem Sinne, dass der Redner – gegeben der Situation des wissenschaftlichen Vortrags – sein Menschsein zwanglos auch in dieser Rolle lebt. Hier knüpft die Transparenz an: Hierbei sollte man darauf achten, sich keine Maske aufzusetzen, im übertragenen Sinne natürlich. Stattdessen sollte man zum Beispiel Emotionen zulassen. Hierzu eine kleine Anekdote: Seit mehreren Jahren besuche ich bei einem bestimmten Dozenten immer wieder Lehrveranstaltungen. Von Beginn an gab er sich trocken in der Art und zog einen affektierten Stil der schmucklosen Form vor. Doch mittlerweile hält ein ganz anderer Wind Einzug: Es werden die Sitzungen in einem überwiegend natürlichen Stil abgehalten, es wird mehr gelacht und mitunter dadurch funktioniert die Stoffvermitllung meiner Einschätzung nach besser. Warum? Der Lehrende wirkt nun nahbar. Es kommt mir so vor, als hätte der Fall der Mauern aus verschnörkelter  Bildungssprache und (vermeintlicher) Emotionslosigkeit etwas frei gesetzt. Dieses “Etwas” ist Nahbarkeit, Ebenbürtigkeit, die Chance auf eine Begegnung auf Augenhöhe. Die Quintessenz aus dieser Geschichte ist für mich, dass  Authentizität uns gegenseitig und dadurch dem vermittelten Sachverhalt näher bringt.

Als ich über den Ausdruck Authentizität sinniert habe, fragte ich mich, ob ich denn sie wirklich in ihrer Gänze umrissen hätte. Daher nahm ich mir den guten alten Duden zur Hand und schlug nach: “Authentizität – Synonyme: Echtheit, Glaubwürdigkeit, Sicherheit, Verlässlichkeit, Wahrheit, Zuverlässigkeit”. Also lag ich nicht ganz so verkehrt gegenüber der allgemein gängigen Betrachtungsweise. Die Synonyme regten mich an,  zu hinterfragen, was ein authentischer Redner alles bei seinem Publikum zu evozieren. Führt mitunter die Echtheit eines Redners zu einem Bild von Glaubwürdigkeit, Sicherheit, Verlässlichkeit, Wahrheit, Zuverlässigkeit?

Nun ja, er tut es – bewusst oder unbewusst.  Dass ein authentischer Redner in erster Linie glaubwürdig wirkt, leuchtet ein. Er steht hinter dem, was er sagt. Diese Haltung suggeriert Sicherheit, die Sicherheit mit dem Gesagten vertraut zu sein, was ein Bild der Verlässlichkeit (der Information) zur Folge hat. Schenkt man dem Redner Vertrauen, erachtet die Information als verlässlich, so nimmt man ihn (bzw. seine Information) als glaubhaft wahr. Er bietet im Gesamtpaket Zuverlässigkeit. Zuverlässigkeit als Person, die es vermag, Informationen auf ihre Echtheit zu prüfen und diese so darzustellen.

Gegen Einwände an dieser Stelle sei gesagt: Erstens handelt es sich bei dem Begriff der Authentizität um einen weiten Begriff. Zweitens habe ich ihn nach meinen Vorstellungen für den spezifischen Kontext des Essays definiert. Und Drittens handelt es sich bei der Darstellung im letzten Absatz nicht um eine absolute Kausalkette. Ich möchte hiermit nicht die Demagogie und deren  Ausläufer rechtfertigen – auf keiner Ebene. Ganz im Gegenteil: Authentizität ist nicht gleichzusetzen mit inhaltlicher Konsistenz. Sie ist ein wichtiger Aspekt der rhetorischen Darstellung und damit auf der Formebene und nicht der Inhaltsebene zu suchen. Weiß man sich dieser geschickt zu bedienen, kann auch Inhaltsleere bzw. -inkonsistenz pseudokonstruktiv dargestellt und somit das Publikum getäuscht werden. Diesen Gesichtspunkt vetrete ich eindeutig nicht. Er zeigt abermals die Kraft der Rhetorik. Daher möchte ich Sie, liebe Leserinnen und Leser, dazu anhalten, darauf zu achten, ob dieses Blendwerk  auch im universitären Kontext angewandt wird; sicherlich bzw. hoffentlich nicht zur Demagogie, sondern zum Vertuschen inhaltlicher Unsicherheit oder in schwerwiegenden Fällen von inhaltlicher Inkompetenz.

Die Betrachtung der Authentizität führte mich auf der Reise zum guten wissenschaftlichen Vortrag zu einem nicht weit davon entfernten Nachbardorf, der Souveränität. Warum, können Sie dem nächsten Abschnitt entnehmen.

Sicherheit habe ich bereits als Merkmal der Authentizität vorgestellt. Durch sie kann sich das Publikum beim Redner gut aufgehoben fühlen. Um es nicht ins allzu zu Malerische abdriften zu lassen, folgendes Beispiel: Gerade in Seminaren, in welchen von jedem Studierenden ein Referat pro Semester verlangt wird, erlebt man so einiges – es ist quasi ein Eldorado für den Rhetoriker, der den wissenschaftlichen Vortrag beleuchtet. Dabei, so zeigte sich mir (und dies ist keine neue Erkenntnis): sicheren Rednern vertraute ich mehr als stammelnden.

Mit dem Kriterium der Authentizität könnte man entgegnen, Unsicherheit ist Zeugnis von Menschlichkeit und Ausdruck von Ebenbürtigkeit, wofür  ich im vorherigen Abschnitt ja so vehement plädiert habe. Doch diese kann nicht allein stehen bleiben, dem Paar der Verständlichkeit und der Authentizität muss die Souveränität als weiterer Aspekt des guten wissenschaftlichen Vortrags hinzugefügt werden, um die rechte Mischung zu erhalten. Souveränität, was bedeutet dies und vor allem was speziell in diesem Kontext? Bereits bei der Hinleitung habe ich von Sicherheit gesprochen. Aber damit sei nicht nur diejenige gemeint, in welcher sich das Publikum im Idealfall wiegt, sondern vor allem SELBST-Sicherheit. Selbstsicherheit meint ein sicheres Auftreten; umgangssprachlich formuliert, jene Haltung, die zeigt, dass einen nichts so schnell aus der Bahn werfen kann.

Eine kleine Anekdote hierzu, die mir einst zugetragen wurde. Ich fand sie so bezeichnend für den Begriff Souveränität, dass ich sie mir gut eingeprägt habe: Im Rahmen eines Vortrags auf einem Kongress trat die Rednerin ans Pult. Ihre Strumpfhose zierte eine unübersehbare Laufmasche. Anstatt während der gesamte Redezeit sich zu genieren und zu hoffen, dass sie selbst nicht rot anläuft, tat die gewitzte Frau Folgendes: Sie eröffnete ihre Rede indem sie dem Publikum unterbreitete, wie diese Laufmasche in ihre Strumpfhose kam und nahm somit nicht nur der Laufmasche ihren Reiz, sondern wusste nach dem heiteren Einstieg die volle Aufmerksamkeit des gesamten Publikums auf sich ruhen. Ist das nicht eine souveräne Leistung?

Aber Souveränität sei noch etwas grundsätzlicher und fernab des wissenschaftlichen Vortrags definiert. Wie ich Ihnen einleitend geschildert habe, verpasste ich die Chance der Schreibberatung in Konstanz, jedoch nicht die Chance eines Kreativitätsseminars. Neben der Kreativitätsentfaltung tauschten wir uns über unseren je subjektiven Zugang zum Begriff der Souveränität aus. Was bedeutet Souveränität für Sie, lieber Leserinnen und Leser? Sollten Sie diese Frage nicht sofort beantworten können, legen Sie diesen Essay kurz zur Seite und sinnieren Sie ein wenig.

Nun, welche Begriffe haben Sie assoziiert? Sicherlich eine Handvoll und oftmals kommen einem zuerst Situationen in den Sinn, in denen jemand souverän agiert hat und man sucht für diese Handlungen den passenden Überbegriff. Was ist den Akteuren gemein? Eine mögliche Antwort kann ich Ihnen darauf geben: In dem Kreativitätsseminar half uns das Improvisationstheater. Dort gibt es eine Vielzahl an Übungen zum Thema Status. Allgemein wird in einer Beziehung zweier Bühnenfiguren zwischen Hoch- (dominantes Verhalten) und Tiefstatus (unterordnendes Verhalten)  unterschieden. Somit kamen wir zum Schluss, dass wir jemanden als souverän erachten, wenn er den Hochstatus einnimmt, den man ihm bzw. ihr von sich aus zuschreibt oder er bzw. sie die zugeschriebene Erwartung übertrifft. Ein kleines Beispiel hierzu wäre der Umgang mit der Laufmasche. Die Rednerin hat die Erwartungen des Publikums deutlich übertroffen – wer hätte mit so einem selbstsicheren und menschlichen Umgang ihrerseits mit dem Malheur gerechnet? Sie wirkt äußerst souvrän.

Der Gegenbegriff ist die Arroganz. Wenn jemand sich selbst einen höheren Status zuschreibt als wir ihm bzw. ihr zuschreiben, so wirkt dies überheblich. Ein kleines Beispiel: Ein Kommilitone kommt jede Seminarsitzung zu spät, schlendert mit seinem Kaffee bei der Tür herein und hält es nicht für nötig, diese leise zu schließen. Er hält sich nicht an die für alle Seminarteilnehmer geltenden Regeln, schreibt sich einen höheren Status zu (abgeleitet an seiner Verhaltensweise). Er wirkt arrogant.

Ich denke, an diesen Beispielen konnte ersichtlich werden, was meine Vorstellung von Souveränität ist. Sie meint nicht Überheblichkeit, sondern Selbstsicherheit im Umgang mit sämtlichen Situationen. An diesem Punkt schließt sich auch die Authentizität wieder an, denn was ich mit dem genannten “Laufmaschenbeispiel” unterstreichen möchte, ist die selbstsichere und menschliche Haltung. Auch hier geht es um die Begegnung auf möglichst einer Ebene, nicht wie zu Beginn geschildert, um ein Gefälle zwischen dem unantastbaren Redner im Elfenbeinturm und dem Publikum, das am Fuße des Turmes sitzt und kaum ein Wort versteht.

2.4 Ein Blick in die rhetorische Werkzeugkiste …

Bis hierher habe ich Ihnen meine Reise und Ergebnisse zur Suche nach den Kriterien für den guten wissenschaftlichen Vortrag vorgestellt – doch was blieben diese Worte ohne konkrete Anweisungen? Leere Hülsen. Daher möchte ich Ihnen nun ein paar praktische Tipps vorstellen, wie man für sich selbst dieses Konzept umsetzen kann. Ich hoffe, Sie werden es mit Neugierde lesen und das ein oder andere aus dieser rhetorischen Werkzeugkiste auch ausprobieren.

Um es übersichtlich zu gestalten, werde ich mich an den fünf Produktionsstadien einer Rede orientieren, die bereits unter 2.1 vorgestellt wurden.

Inventio: Die Grundidee ist, wie ihr Name schon besagt, die Basis, der Grund, auf dem eine Rede aufbaut. Daher erachte ich es als äußerst wichtig, sich mit dieser bzw. dem Thema der Rede zu identifizieren, um dieses dann verständlich, authentisch und souverän präsentieren zu können. Es mag ja sehr plausibel klingen, doch ein Blick in die Realität des (Studenten-) Lebens zeichnet ein anderes Bild: Oftmals sind es Motive, die unter dem Deckmantel der so schön formulierten Arbeitsökonomie laufen, die ausschlaggebend für die Bearbeitung eines Themas sind. Oder man ist z.B. im Beruf angehalten, ein bestimmtes Thema – meist noch unter Zeitdruck – eingängig zu präsentieren. Diese Motive sind nicht verwerflich, sondern an der Lebenspraxis orientiert, die eine gute Organisation verschiedener Bereiche verlangt. Dennoch ist es meines Erachtens wichtig, sich auf das Thema einzulassen, um mit diesem souverän agieren zu können. Wir kennen es alle, das Bild des Stammelnden, der sich seines Themas absolut nicht sicher ist und in uns eine Mischung aus Mitleid und Wut hervorruft. Daher maße ich mir an, Ihnen Folgendes zu raten: Setzen Sie sich ausreichend mit dem Thema auseinander, so dass Sie sich dessen sicher fühlen. Ein weiterer Vorteil, den Sie dadurch erlangen, mag eine gute Grundidee sein. Haben Sie das Thema voll und ganz “umrissen” und Zugang zu diesem gefunden, können Sie nun aufgrund Ihrer eigenen Erfahrung damit dem Publikum dieses auf eingängigste Weise präsentieren. Sie werden sich selbstsicher im Umgang mit diesem fühlen, da Sie Ihr Möglichstes getan haben. Aus der Praxis kenne ich oft den Satz, “Wenn ich aber eine Frage nicht beantworten kann…” . Geht man mit diesem Satz schon in eine Präsentation, dann strahlt man unterbewusst – ob man nun will oder nicht – Unsicherheit aus. Streichen Sie diesen Satz aus Ihren Gedanken. Stattdessen sagen Sie sich, “ich habe mich bestmöglich vorbereitet, habe mein Möglichstes getan”. Mit dieser begründeten Sicherheit wird Ihnen ein souveräner Auftritt möglich sein. Zudem werden Sie verständlich sprechen, da Sie Ihre Gedanken in eigene Worte fassen (können) – Sie haben dies bereits in der Vorbereitung getan, als Sie sich mit dem Thema auseinander gesetzt haben. Die individuelle Wortwahl – eben nicht das bloße Ablesen von Definitionen, die die Power Point Präsentation ausspuckt – unterstreicht Ihren eigenen Themenzugang, Ihre Authentizität.

Dispositio: Wie gliedert man eine Rede nachvollziehbar? Die Nachvollziehbarkeit sehe ich als Kernziel der Aufteilung einer Rede. Diese Tatsache entspringt dem obersten Gebot der Rhetorik, der Verständlichkeit. Hierbei geht es darum, dem Publikum den eigenen Gedankengang bestmöglich so zu veranschaulichen, so dass es am Ende des Vortrags die Quintessenz dessen kurz und knapp wiedergeben kann. Daher bedarf es der Grundüberlegung, was genau diese ist. Überlegen Sie sich genau, was die Kernaussage Ihres Vortrags ist und bauen Sie die Rede rundherum auf. Das Adverb “rundherum” wurde meinerseits gezielt gewählt, denn es soll die Stellung der Kernaussage im Zentrum der Rede betonen. An dieser Stelle sei weiter gesagt, dass es nicht einer künstlichen Aufblähung des Vortrags bedarf. Wägen Sie gezielt zwischen den einzelnen Redeteilen ab und beschränken Sie sich auf das, was Ihnen bei der Auseinandersetzung mit dem Thema geholfen hat bzw. Ihnen als wichtig erscheint. Dies ist kein Aufruf zu einer populistischen Darstellungsweise! Es geht darum, ein Gespür für die richtige inhaltliche Proportionierung einer Rede zu entwickeln.

Was ich dem Verständnis eines Themas als besonders zuträglich empfinde, ist das Beachten von Scharnieren. Mit diesem plastischen Wort meine ich z.B. einen Blick in die Nachbardisziplinen, um eine umfassende Hinleitung zum Thema zu geben. Kurzum, es geht um das Aufspüren von Querverbindungen, die bei der Themenpräsentation hilfreich sein können. So durfte ich in meinem Fachbereich einem Referat zur Theorieentwicklung zur Zeit der Romantik folgen. Die Referentinnen begannen mit einer kurzen Einführung zur Epoche der Romantik, wobei sie die Lebenswelt skizzierten. Dies war ein geschickter Schachzug, denn nun hatten sie ihr Publikum in den Zeitgeist derer versetzt und dieses konnte dem Hauptthema, den theoretischen Ausführungen auf leicht fassbare Weise folgen.

Elocutio: Die Formulierung der Rede ist v.a. am Publikum zu orientieren. Machen Sie Sich bewusst, zu wem Sie sprechen. Handelt es sich um ein Fachpublikum, um einen Vortrag in einem Abendkurs der Volkshochschule oder sprechen Sie zu Schülern? Bis zu dem Besuch des Seminares, im Rahmen dessen ich diesen Essay verfasst habe, habe ich diesem Aspekt selbst ungenügend Aufmerksamkeit geschenkt. Es klingt ja so banal. Und dennoch kann dies zu einem gefährlichen Stolperstein werden. Warum? Ich werde es Ihnen entlang der vorgestellten Komponenten eines guten wissenschaftlichen Vortrags erläutern:

Die Wortwahl ist entscheidend dafür, ob Ihr Publikum Sie versteht oder nicht. Wenden Sie Fachtermini innerhalb Ihres Fachbereiches an, so bedarf es unter Umständen keiner Erklärungen derer oder einer Erschließung derer unterer Einbezug weiterer Fachtermini. Sprechen Sie z.B. zu Schülern, so sind Sie angehalten, sofern Sie Fachtermini verwenden, diese in einer für sie verständlichen Sprache zu entfalten und zu veranschau-lichen. Es handelt sich um zwei grundsätzlich verschiedene Settings.

Bemerken Sie innerhalb des Vortrags, dass das Publikum Ihnen nicht folgen kann, werden Sie nervös, zeigen Unsicherheit. Nach einem bestimmten Zeitpunkt wird das Publikum Ihnen die Aufmerksamkeit entziehen. Lassen Sie es nicht soweit kommen. Um eine Verbindung über den gesamten Vortrag hinweg mit dem Publikum aufrecht erhalten zu können, bedarf es meiner Erfahrung nach eben einer auf die Zuhörer abgestimmten Wortwahl – so dass diese sich angesprochen fühlen und Sie nicht als einen Alleinunterhalter abstempeln, der mit oder ohne Aufmerksamkeit seine Show abzieht.

Authentizität garantiert Ihnen die Aufmerksamkeit. Bleiben Sie natürlich, bleiben sie Mensch – auch in Ihrer Wortwahl. Benutzen Sie die dem Setting angemessene Wortwahl, aber machen Sie es nicht komplizierter als es ist. Denn dann befinden wir uns wieder beim Elfenbeinturm und dessen einsamen Bewohner oben und dem Publikum unten, das nur sehr spärlich den affektierten Worten folgen kann.

Eine persönliche Randnotiz meinerseits: Beim Eintritt ins universitäre Leben dachte ich mir, alles was ich von nun an von mir gebe, müsste äußerst hochgestochen sein, um mithalten zu können und nicht als unqualifiziert etikettiert zu werden. Heute halte ich es ganz im Gegenteil: verständlich soll es sein, so dass im Dialog Wissen ausgetauscht und erweitert werden kann.

Exkurs – eine kleine Übung zur Authentizität: Wenn Sie sich fragen was mit einer authentischen Vortragsweise gemeint ist, versuchen Sie Folgendes: Halten Sie ohne Vorbereitung eine Kurzrede zu einem Thema Ihrer Wahl, für das Sie sich begeistern, z.B. einem bestimmten Hobby. In dieser Situation werden Sie in keine Rolle fallen, Sie werden Sie selbst sein. Nehmen Sie diesen Eindruck mit und versuchen Sie, auch in anderen Rednersituationen dieser Haltung nahe zu kommen.

Memoria: Welche Methoden zur Speicherung des Inhalts angewendet werden, ist zum einen eine persönliche Geschmackssache und zum anderen je nach Redeanlass unterschiedlich. Machen Sie sich bewusst, was der Anlass Ihrer Rede ist und was Sie bewirken möchten. Da dieser Essay sich dem wissenschaftlichen Vortrag widmet, könnte doch eine Methode zur Hand gegeben werden, denken Sie vielleicht. Aber auch hier gibt es, wie bereits im letzten Absatz dargestellt, verschiedene Redesituationen bzw. Rahmen:

Möchte man beim Fachpublikum für eine Studie werben, die auf Zahlen basiert, so ist man zu einer medialen Präsenation (z.B. PPP) angehalten. Möchte man aber im Rahmen eines Anti-Rassismus-Projekts in Schulen dem Rechtspopulismus ein Gesicht verleihen, so ist es wichtig, den Schülern diesen greifbar zu machen, z.B. durch Wahlplakate, Aufnahmen von Wandschmierereien oder dem Hinterfragen von stigmatisierenden Redewendungen.

Generell geht es um einen dem Rahmen angepassten Einsatz von Speichermedien. So würde sich das Fachpublikum über einen bloßen mündlichen Vortrag unbefriedigt äußern, wenn doch die Haupthypothese sich auf Zahlen gründet, die der Verständlichkeit halber abzubilden sind. Die Schüler wiederum würden sich wohl nicht in jener Art und Weise mit dem Thema auseinandersetzen, wenn ihnen ein externer Referent mittels PPP einen Vortrag hält, der persönliche Bezug zu ihrem Leben dabei aber keine oder eine geringe Rolle spielt.

Die Beachtung dieses Aspekts soll Ihre Sicherheit in der Präsentation stärken. Die Art der Präsenation ist das entscheidende Instrument, um auf das Publikum einzuwirken, es entlang dem Gedankengang zu führen. Weiter gilt es zu bedenken, die Ausgewogenheit zwischen Instrumentarium und Redner abzuwägen.  Hauptakteur des Vortrags ist der Redner. Bedenken Sie genau, wieviel Raum Sie den Medien schenken. Und beschneiden Sie sich selbst nicht durch zuviel Medieneinsatz der Aufmerksamkeit des Publikums. Dies ist ein fataler Fehler! Jeder kennt diese Situation: Man wird von einer üppigen PPP überrollt, mit welcher der Vortragende versucht, jede Einzelheit festzuhalten. Man muss sich entscheiden, entweder der PPP oder dem Redner zu folgen – als Zuhörer ist man überfordert. Und so vermag man im Nachhinein nur schwer die Quintessenz zusammenzufassen. Daher “keep it short and simple” (KISS-Methode) oder auf Deutsch formuliert: In der Kürze liegt die Würze.

Actio: Haben Sie das Thema durchdrungen, sich angemessen vorbereitet und fühlen sich sicher? Ja ? Damm sind der Sache nun gewachsen! Und genau dies zeigen Sie dem Publikum. Dabei sollte die sichere innere Haltung auf der verbalen, paraverbalen und nonverbalen Ebene zum Ausdruck kommen.

Die verbale Ebene meint jenen Teil des Vortrags, der auch gelesen werden könnte, sprich den genauen Wortlaut. Hierbei ist es ratsam, möglichst eingängig zu formulieren. Die paraverbale Ebene umfasst das Ausdrucksvermögen der Stimme. Der Verständlichkeit halber sollten sich Artikulation, Tempo, Pausen, Melodik sowie Betonungen kongruent zum Inhalt verhalten. Die nonverbale Ebene ist im vorliegenden Fall bei der Körpersprache des Redners zu verorten. Mimik, Gestik, Körperhaltung sowie Blickkontakt sind die zentralen Elemente dieser Kommunikationsform. Gerade ein geerdeter Stand bietet dem Redner selbst Sicherheit und signalisiert diese auch dem Publikum. Ein Blick zu Beginn durch die Zuhörerschaft verschafft Aufmerksamkeit. Die Gestik wiederum eignet sich dazu, bestimmte Inhalte z.B. zu unterstreichen. Die Mimik als das wohl am wenigsten beeinflussbare Element sei gezielt betrachtet: Nichts ist so verräterisch wie ein unsicherer Gesichtsausdruck, gleichzeitig nichts einladender als ein positiv gestimmter.

3. Was bleibt?

Abschließend möchte ich Ihnen Folgendes mitgeben: Bleiben Sie Sie selbst! Betitelt habe ich diesen Essay mit den Worten “Ein Plädoyer der Natürlichkeit”. Warum? Weil jeder Einzelne von uns (s)ein eigenes System bildet, eigene Stärken und Fähigkeiten hat. Und genau mit diesen sollte man sich einen individuellen Weg zum guten wissenschaftlichen Vortrag suchen. Wenn Sie Sie selbst sind, werden Sie als authentisch wahrgenommen und fühlen sich in Ihrer eigenen Haut wohl, strahlen Souveränität aus.

Nachdem ich ein paar allgemeine Worte zum wissenschaftlichen Vortrag verloren habe und Ihnen dann meine Mischung für den guten wissenschaftlichen Vortrag vorgestellt habe, gab ich Ihnen unter Punkt 2.4 einen Einblick in die rhetorische Werkzeugkiste. Dort habe ich v.a. die wohlüberlegte Vorbereitung betont, da sie für mich als Quelle der begründeten Souveränität dient. Begründet dehalb, da es sich nicht um ein überschwängliches Selbstbewusstsein handelt, das sich aus Selbstüberschätzung speist. Es handelt sich vielmehr um Selbstsicherheit, die sich auf der fundierten Auseinandersetzung mit einem bestimmten Thema begründet. Es war der Versuch meinerseits, auch unsicheren RednerInnen einen Tipp zu geben, wie sie an Sicherheit gewinnen können.

Schließlich möchte ich Ihnen folgenden Gedanken mitgeben; eventuell fasst er das Geschriebene in Kürze zusammen: Als ich über diesen Essay sinnierte, notierte ich mir sämtliche Gedanken mit dem Ergebnis einer großen Skizze an der Wand. Einer dieser Gedanken war das Spannungsverhältnis zwischen der Objektivität der Wissenschaft und der Subjektivität der Präsentation bzw. des Vortrags. So komme ich zum Schluss, dass es dem Redner in seiner Einmaligkeit obliegt, die wissenschaftliche These mit Leben zu füllen.

 

 

 

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