2018 Satuer Visuelle Rhetorik – 03 (Schuhmacher)

Frank Schuhmacher

Ins rechte Bild rücken!

Der Mythos als bildgebendes Verfahren bei Benito Mussolini

I. Einleitung

In diesem Beitrag möchte ich ins ‚rechte Bild‘ vorrücken, d.h. die Bildwelt Benito Mussolinis analytisch erschließen, die er während der über zwanzig Jahre langen Herrschaft in Italien konstruierte. Meine These ist, dass Mussolini Mythen gezielt zum Einsatz brachte und sie für seine politischen Ziele verwandte. Mythen stellen also ein zentrales Mittel der Rhetorik Mussolinis dar, da sie sowohl eine argumentative wie auch emotional-affizierende Funktion erfüllen. Zuerst soll ein sich aus dem Stand der Forschung ergebender Problemaufriss geschildert, dann die hier in Frage kommenden Begriffe und ihre historische Genese geklärt werden. An einer Rede Mussolinis mag dann die These veranschaulicht und überprüft werden.

II. Problemaufriss: Argumentation vs. Emotion

Wer sich eingehend mit Mussolini als Redner beschäftigt, wird feststellen müssen, dass die Einschätzungen über seine Beredsamkeit zwischen den Polen Argumentation und Emotion oszillieren. In der Literatur der Zeitgenossen Mussolinis wird er als ein überzeugender Redner beschrieben, der klar und konkret argumentiere. Hierbei muss man jedoch zwischen einer stark apologetischen Literatur und einer solchen unterscheiden, die ein Mindestmaß an Nachvollziehbarkeit gewährleistet, da sie zumindest Belege durch Beispiele erbringt. Exemplarisch möchte ich einen Eindruck von Dino Alfieri schildern, den Ignazio Domino in seiner Studie Mussolini Oratore zu Wort kommen lässt: Alfieri, hochrangiger Faschist in der Hierarchie des Regimes, beschreibt Mussolini als synthetisch-argumentativen Redner:

»Seine Mitarbeiter können sich der Faszination und Kraft nicht entziehen. Widerstand gegen seine Argumente ist nicht möglich: nicht gegen seine Intuition, nicht gegen seine hervorbrechenden Beobachtungen, die Bündel von Licht auf die komplexesten und dunkelsten Probleme werfen. Er erzeugt Begeisterung [entusiasmo]; mehr noch Vertrauen gegenüber demjenigen, der ihm zuhört.« [1]

Und weiter:

»[D]urch schnelles Vorübergehen weiß er, die Dinge als vollständig evident erscheinen zu lassen; während diese zuerst eingehüllt waren in der grauen Erscheinung der [zuvor] dargelegten Fakten, vollzieht er eine leuchtend-klare, vollständige, organische Synthese, welche die sich verworren überlagernden Thesen plötzlich entwirrt und sie in einen harmonischen Schluss mit so leichter und persuasiver Einfachheit auflöst, dass diese [Synthese] aus der Realität der Dinge selbst nun notwendigerweise entsprungen scheint.« [2]

In der Forschung über Mussolini herrscht andererseits die Meinung vor, dass er ein emotionaler Massenredner gewesen sei, der mit großem Pathos seine dürftige oder nicht vorhandene Argumentation überdecken müsste, kurz gesagt: Überredung statt Überzeugung. Als Beleg möchte ich nur zwei namenhafte Vertreter ins Feld zu führen: sowohl Erasmo Leso als auch Giorgio Fedel kommen zu diesem Schluss. [3] Mir kamen Zweifel an dieser doch sehr einfachen Dichotomie als ich Eindrücke der Zeitgenossen gelesen hatte: Mussolini wird Klarheit im Sprechen und im Argumentieren zugeschrieben. Woher kommt dieser Eindruck? Oder anders gefragt: wenn die neuere Forschung recht hat, was verstanden dann die Zeitgenossen unter ‛klarer Argumentation’?

III. Definitionen: Evidentia, Metapher, Mythos

Nun möchte ich die gerade geschilderten widersprüchlichen Eindrücke mit Hilfe rhetorischer Kategorien ordnen. Meines Erachtens bietet sich das Konzept des Mythos an, weil Mussolini selbst vom Mythos in den frühen 20er Jahren spricht. Außerdem lohnt es sich, die integrative Leistung des Mythos zu prüfen: Er vermag disparate Aspekte wie Argumentation und Emotion in Beziehung zueinander zu setzen und verspricht somit eine differenziertere Sichtweise.

Ferner knüpfe ich an die innerhalb der Faschismus-Forschung bereits bestehende Begriffsverwendung an, führe aber einige spezifische Unterscheidungen ein und entwickle damit das Konzept des Mythos weiter.

Was ist ein ‛Mythos’? Mythen sind dramatische Bildkonstellationen. Der Mythos gibt zukünftigen oder vergangenen Ereignissen eine wahrnehmbare, nämlich bildhafte Gestalt. Wenn man von ‛Bild’ redet, sollte man folgende Ebenen auseinanderhalten: Das Gemälde oder das Bild als visuell wahrnehmbarer Zeichenkomplex; das psychologische Bild als eine mentale Vorstellung im Sinne des aristotelischen Phantasma; das ontologisch-typlogische Bild wie z.B. die Ideen Platons; und das sprachkünstlerische Bild, d.h. rhetorische Verfahren, die in unserem Zusammenhang vor allem die mentalen Bilder von Punkt zwei hervorrufen. [4] Unter diesen rhetorischen Verfahren treten hauptsächlich die Evidentia und die Metapher als die zwei wichtigsten hervor. Evidentia oder das Vor-Augen-Stellen bedeutet etwas präsent zu machen.[5] Glaubwürdigkeit erlangt diese Vergegenwärtigung dann, wenn ein zureichender Eindruck einer Sache mittels Detailreichtum (Hypotyposis) geschildert wird.

Die Metapher soll dann in erster Linie als kognitionssteuerndes Element verstanden werden. Sie ist ökonomisch im Ausdruck und konkret durch ihre Formgebung – nämlich etwas als etwas aufgrund von hergestellter Ähnlichkeit zu sehen – und somit auch leichter rezipierbar. Die Metapher stellt neue Sichtweisen auf bereits Gegebenes her. Sie kann sogar zur bestimmenden Sichtweise werden, indem sie soweit habitualisiert ist, dass sie als solche gar nicht mehr wahrgenommen wird, wie dies z. B. bei der Katachrese geschieht.

In der antiken Rhetorik wurden diese zwei Verfahren nicht nur unter dem Aspekt der Elocutio, sondern auch unter dem der Natura (Talent) verhandelt. Geistreiche Metaphern zu bilden zeuge, so Aristoteles, von Esprit, und Quintilian sagt in der Institutio:

»Jeder der das, was die Griechen φαντασίαι [phantasíai] nennen – wir könnten ‛visiones’ [Phantasiebilder] dafür sagen –, wodurch die Bilder abwesender Dinge so im Geiste vergegenwärtigt werden, daß wir sie scheinbar vor Augen sehen und sie wie leibhaftig vor uns haben: jeder also, der diese Erscheinung gut erfaßt hat, wird in den Gefühlswirkungen am stärksten sein. Manche nennen den εὐφαντασίωτος [phantasievoll], der sich Dinge, Stimmen und Vorgänge am wirklichkeitsgetreuesten vorstellen kann, und das kann uns, wenn wir wollen, leicht gelingen. Umgeben uns doch schon in Zeiten der Muße, wenn wir unerfüllten Hoffnungen nachhängen und gleichsam am hellen Tage träumen, solche Phantasiebilder so lebhaft, als ob wir auf Reisen wären, zu Schiffe führen, in der Schlacht ständen, zum Volke redeten oder über Reichtümer, die wir nicht besitzen, verfügten, und das alles nicht nur in Gedanken, sondern wirklich täten. Sollen wir aus dieser Schwäche nicht einen geistigen Gewinn machen?« [6]

Geistreich sei also derjenige, der sich Bilder detailgetreu vorstellen und diese auch bei seinem Publikum hervorrufen könne. Die mentale Vorstellung wird durch sprachliche Bilder geschaffen. Wirksam und handlungsanleitend werden diese Vorstellungen allerdings nur, wenn sie auch an die Hoffnungen und Wünsche des Publikums anknüpfen. Darüber hinaus sollten diese Bilder insofern realistisch sein, d.h. wahrscheinlich, als dass sie diese Hoffnungen und Wünsche gebündelt in einer möglichen und erreichbaren Version der Zukunft darzustellen vermögen.

Solche Konstruktionen der Zukunft sind Kontingenzreduktionen: Sie planen die Zukunft, indem sie diese auf eine Möglichkeit hin beschränken und sie stellen eine gemeinsame Vergangenheit und Identität einer Person, Gruppe oder gar einer Nation sicher. Evidentia und Metapher bilden Grundbausteine für den komplexer strukturierten Mythos.

Nun möchte ich, von Georges Sorel ausgehend und diesen dann modifizierend, eine Definition des Begriffes ‛Mythos’ geben. In seinen Überlegungen über die Gewalt schreibt Sorel: „[D]ie Menschen, die an den großen sozialen Bewegungen teilnehmen, stellen sich ihre bevorstehende Handlung in Gestalt von Schlachtbildern vor“ [7]. Und an einer anderen Stelle führt er aus: „[S]ie [die Mythen] sind keine Beschreibungen von Dingen, sondern Ausdrücke von Wollungen“ [8]. Der Mythos sei ein bildhaft scharf gezeichnetes Drama. [9] Bei Sorel bleibt der Mythos nur unzureichend reflektiert, weil er ihn als irrationales Konstrukt der rationalen Überlegung entzieht. [10] Rhetorisch dennoch bedeutsam sind allerdings die Überlegungen zur Evidenz durch Bilder, die Anknüpfung an die Meinung und Wünsche des Publikums, um damit eine glaubwürdige Vision der Zukunft zu entwerfen. Diese Gedanken Sorels gilt es nun mit Theorie zu fundieren. Beim Mythos kommen zwei Produktionsschritte zum Tragen:

  1. Semiotisierung von Ereignissen, Orten, Personen: Damit geht eine Dekontextualisierung einher, worin sich die synthetische Leistung des Mythos zeigt. Man greift aus der unzähligen Menge, aus dem Wust an Fakten und Ereignissen einige heraus, denen man aufgrund seiner eigenen (bewussten oder unbewussten) Selektionskriterien Bedeutung zumisst. [11]
  2. Narrativierung: In diesem Schritt kommt es zur Anordnung mithilfe eines Schemas. Zeitverläufe und Kausalitäten werden festgelegt, Aktanten, ihre Motive und Handlungen werden spezifiziert, z.B. mittels Personifikationen, und diese Aktanten werden dann in einen neuen Kontext eingebunden, von dem her sich die Absicht des Mythos bestimmen lässt. [12]

Das generative Prinzip des Mythos ist das mythische Denken, wie es Ernst Cassirer ausgearbeitet hat. Der Mythos wird eben dadurch erst analysierbar, wenn er nicht als das rein Irrationale abgestempelt wird. Mythisches Denken stellt „ein bestimmtes Prinzip der Verknüpfung und der ‛Reihung’“ [13] dar. Weitere Merkmale dieser spezifischen Rationalität wären z.B. das Denken in Analogien oder die Tatsache zeitliche Suksession als Kausalität aufzufassen. [14]

Auch in der Rhetorik werden solche Denkformen verwendet, was nicht verwunderlich ist, stellt doch die Rhetorik eine emanzipierte, pseudo-mythische Form des mythischen Denkens dar. Wer diesen Aspekt vertiefen möchte, den verweise ich auf die Studie Rhetorica II. Spiegelungen des Geistes. Sprachfiguren bei Vico und Lévi-Strauss von Gonsalv Mainberger.

IV. Das ‚Impero‘ als leerer Signifikant und seine Vorgeschichte [15]

Der Begriff des ‚Impero‘, kann als begehrtes Objekt im Aktantenmodell nach Greimas aufgefasst werden. [16] Als politisches Ziel war er Teil des Rom-Mythos und bereits seit den frühen Regierungsjahren Mussolinis im Faschismus präsent. [17] Im Gespräch mit dem Journalisten Emil Ludwig antwortet Mussolini, auf das Thema ‛Imperium’ angesprochen, sehr vage:

[Ludwig:] »Es gibt also Imperialismus ohne Imperium? – „Es gibt ein halbes Dutzend Arten von Imperialismus“, erwiderte er [scil. Mussolini] mit belebter Stimme. „Ein Kaisertum braucht es dazu wahrhaftig nicht, es ist sogar gefährlich. Je mehr es sich ausbreitet, desto mehr verliert es an organischer Kraft. Trotzdem ist die Tendenz zum Imperialismus eine der elementaren Kräfte der menschlichen Natur, eben als Wille zur Macht. Jetzt haben wir den Imperialismus des Dollar, ein andermal einen religiösen, einen künstlerischen. In jedem Fall sind es Zeichen der menschlichen Lebenskraft. Solange einer lebt, ist er Imperialist. Wenn er tot ist, nicht mehr.“ In diesem Augenblick sah Mussolini verteufelt napoleonisch aus[.]« [18]

Klar wird, dass Mussolini hier die landläufige Auffassung, nämlich das ‛Imperium’ als militärische Expansion zu verstehen, erweitert, indem er es als nietzscheanisches Lebensprinzip umdeutet. Das ‛Impero’ als Begriff umfasste und vereinte in sich viele unterschiedliche Facetten:

  1. Die extrem-nationalistische Facette: Nach der Fusion der Nationalisten mit den Faschisten 1923 wurde der Rom-Mythos verstärkt thematisiert und teilweise modifiziert. Ein gewisses Nationalbewusstsein weckten bereits die Festivitäten zum 50. Bestehen des Königreichs Italien 1911, als auch der Italienisch-Osmanischen Krieg in Libyen. Aus einem rein konservativen wurde ein auf die Zukunft ausgerichteter Mythos. [19] Besonders der Erste Weltkrieg führte zu einem Nationalisierungsschub. Der Faschismus knüpfte daran an und bediente damit auch bürgerlich-nationalistische Tendenzen. [20] Das ‛Impero’ verstanden als territoriale Expansion war durchaus nicht nur für das Kleinbürgertum interessant, das von einer Großmacht Italien träumte. Für das italienische Heer bedeutete es eine klare Option für einen Expansionskrieg. Für Bauern und Arbeitslose verhießen die zukünftigen kolonialen Erweiterungen Ackerland und somit ein neues Leben.
  2. Die kulturell-spirituelle Facette: Der Faschismus trat mit dem Anspruch auf, eine ‛neue Zivilisation’ zu schaffen. Die Weitung des ‛Impero’-Begriffs auch in diese Richtung deckte nicht nur Modernisierungsbestrebungen von Futuristen oder Syndikalisten in Teilen ab, sie schloss ebenso an klassisch gewordene Vorstellungen von Italien als Kulturnation und an den Gedanken an, dass die Italiener natürliche Erben der antiken Römer seinen. Im Hintergrund stand die Reichsidee, welche bereits in der Antike propagiert wurde und über das Christentum und durch Dante vermittelt ins kulturelle Gedächtnis des neu gegründeten Staates Italien Eingang fand. In den 20er und 30er Jahren kam es in Italien zu mythisierenden, im Sinne des Regimes propagandistischen Arbeiten zum Rom-Mythos. Gerade Dante bot sich als Nationaldichter und Schöpfer der italienischen Sprache für diese Interpretation besonders an. [21]
  3. Die emotional-wertbasierte Facette: Ferner möchte ich noch eine spezifische Abgrenzung nicht unerwähnt lassen, die sich mit dem ‛Impero’ ergab. Der Begriff stellte auch eine wertbasierte Argumentation dar, weil er als Ausdruck von Gleichheit gegenüber anderen Imperialmächten verstanden wurde. Italien als verspätete und ‛proletarische’ Nation müsse sich gegen die reichen Nationen und Imperien zur Wehr setzen. ‛Soziale Gerechtigkeit’ und ‛Gleichheit’ bildeten somit das Wertmotiv dieser Argumentation und als abgerufene Emotion kam die Empörung gegenüber denjenigen in Frage, die Italien das verwehrten, was ihm zustünde. [22]

Ab 1926 wurde der ‛Impero’-Begriff verstärkt in den Diskurs eingespeist und hielt sich bis 1936 als Ziel faschistischer Politik. Danach kam es zu einer Imperiumsmanie. Nachdem Mussolini 1936 nach dem Krieg gegen das niedergerungene Kaiserreich Äthiopien die Wiedererscheinung des Imperiums nach fünfzehn Jahrhunderten auf den Schicksalshügeln Roms verkündet hatte, änderten viele Zeitschriften und Zeitungen ihren Namen, indem sie ‛imperiale’ oder ‛Impero’ hinzufügten. [23]

Das ‛Impero’ entfaltete eine große Anziehungskraft für ein solch heterogenes Publikum, da es an die soeben ausgeführten Punkte anknüpfte und eine inhaltlich offene Struktur der Erfüllungserwartung schuf:

»Sie [die Jungfaschisten] wollen – mehr als je zuvor – Ruhm, Macht, den Flug der Adlerstandarten, das Imperium. Dieselben enormen Kundgebungen der Menge, die in diesen Tagen [scil. 1932] stattgefunden haben, bestätigen – falls es dessen noch bedarf – diese vage Erwartung eines ganzen Volkes. Es ist mehr ein ahnendes Verlangen nach Zukünftigem, als ein Zeichen der Zustimmung über die vergangenen Angelegenheiten. 150‘000 Personen versammeln sich nicht, um ihren Dank für Brücken und Urbarmachung auszudrücken, sie versammeln und begeistern sich für anderes. Letztendlich liegt diesen Kundgebungen eine große Implikation [gran sottinteso] und, wenn man will, ein großes Missverständnis zugrunde.« [24]

Das ‛Impero’ ist deshalb ein ‛leerer Signifikant’, weil es unterdeterminiert, offen und ambig ist. Es ist deswegen ‛leer’, weil viele Bedeutungen in ihm mitschwingen. Für persuasive Kommunikation ist dies sehr geeignet, da diese Struktur als formales Integrativ dienen kann und als Sinnhorizont die Folie für partikulare Zielsetzungen und Interessen abgibt. [25] Noch in der Nachkriegszeit wurde von vielen Politikern jeglicher Couleur versucht, dieses ‛Impero’ zumindest in Teilen wiederzuerlangen.

V. Beispiel: die Rede von Taranto

Kommen wir nun zu jenem Beispiel, an dem ich das bisher Gesagte verdeutlichen möchte: In der kurzen Ansprache in Taranto 1934 wird die Frage verhandelt, warum Italien Seemacht werden soll. Mussolini antwortet darauf, indem er mythisch argumentiert. Würde man ein Enthymem formulieren, dann sähe es vielleicht folgendermaßen aus:

Wir – die Italiener – waren groß, als wir damals das Meer beherrschten, nun müssen wir wieder unsere Kräfte auf die Seefahrt lenken, um unser Imperium zu errichten.

In seiner Rede gestaltete Mussolini das Argument dann auf diese Weise aus:

»Un avvenire sempre più sicuro si apre dinanzi alla vostra città. Col crescere inevitabile e fatale della potenza italiana, si accrescono anche le nostre forze sul mare […], diventa sempre più profonda la coscienza marinara del popolo italiano, che non deve soltanto vivere delle glorie del passato e citare troppo spesso le navi delle repubbliche di Pisa, di Genova, di Venezia, di Amalfi, ma deve di quella coscienza fare l’obiettivo verso il quale convogliare tutte le nostre energie, tutte le nostre possibilità. […]

Noi fummo grandi quando dominammo il mare. Roma non poté arrivare all’impero prima di avere schiacciato la potenza marinara di Cartagine. Perché il Mediterraneo, che non è un oceano e che ha due sbocchi vigilati da altri, non sia il carcere che umilia il nostro vigore di vita, bisogna essere forti sul mare. […]

Prima che l’impero, verso il quale tendiamo, diventi una realtà concreta di fatti, è la nostra volontà che deve essere temperata come una lama di acciaio […], tesa verso quegli obiettivi che ci sono indicati dai dati della geografia e dai destini della storia. Sui Fasci, sulle bandiere, sui gagliardetti e sulle fiamme delle città che si rispecchiano sul mare, deve essere inciso a caratteri di scatola che vivere non è necessario, ma che è necessario navigare.« [26]

›Vor eurer Stadt tut sich eine immer sichere Zukunft auf. Mit dem unvermeidlichen und unabwendbaren Wachsen der italienischen Stärke wachsen auch unser Kräfte zur See […] wird das Bewusstsein bei den Italienern ein Seefahrervolk zu sein immer tiefer. Sie sollen nicht nur von vergangenen Ruhmestaten leben und all zu oft die Schiffe der Republiken von Pisa, Genua, Venedig, Amalfi zitieren, sondern aus jenem Bewusstsein müssen sie das Ziel machen, auf das sich hin alle unsere Energien, alle unsere Mittel richten. […]

Wir waren groß, als wir das Meer beherrschten. Rom konnte erst ein Imperium werden, als es die Seemacht Karthago zermalmt hatte. Damit das Mittelmeer, das kein Ozean ist und zwei von Anderen bewachte Öffnungen besitzt, nicht der Kerker sei, der unsere Lebenskraft bezwingt, muss man stark auf dem Meer sein. […]

Bevor das Imperium, nach dem wir trachten, eine konkrete Realität aus Tatsachen wird, muss unser Wille gehärtet sein wie eine Klinge aus Stahl […], gerichtet auf jene Ziele, die uns durch die Gegebenheiten der Geografie und durch die Vorherbestimmung der Geschichte gewiesen sind. Auf den Liktorenbündeln, auf den Fahnen, auf den Standarten und auf den Wimpeln der Stadt, die sich im Meer spiegeln, muss in Großbuchstaben eingeprägt sein: nicht leben ist notwendig, sondern notwendig ist es zur See zu fahren.‹

Wie die fett markierten Stellen klarmachen, formuliert Mussolini einen auf die Zukunft ausgerichteten Mythos. Die Vergangenheit soll der Zukunft dienen, denn er verheißt der Stadt Taranto eine „immer sichere Zukunft“. Das vergangene Imperium stellt er der Bevölkerung als neues in Aussicht (als begehrtes Objekt). Der Kontext ergibt, dass dieses Imperium das Mittelmeer (z.B. Nizza, Malta, Korsika, etc.) umfassen solle. Hierzu selegiert er eine nach seiner Auffassung passende Referenzgröße aus der Vergangenheit. Die fett und kursiv markierten Abschnitte bezeichnen die historischen Ereignisse: zum einen jene, die Mussolini ablehnt: die italienischen Seerepubliken. Zum anderen Rom mit seinem Imperium, das als Seemacht dem Feind Karthago gegenüberstand. Mit dem Satz „Noi fummo grandi“ identifiziert Mussolini die modernen Italiener mit den alten Römern auf Grund desselben Ortes (Italien). Die Römer werden also als Vorbild ausgewählt, sie stellen eine normative Vergangenheit dar und gelten mit ihren kriegerischen Werten – im Gegensatz zu den Etruskern oder den Seerepubliken – als imitationswürdig.

Gemäß der Schlussregel ‚Was früher schon einmal möglich war, kann es auch wieder werden‘, stellt Mussolini das Imperium als Ziel aller Anstrengungen in den Mittelpunkt seiner Argumentation. Der Übergang – kursiv markiert – wird als notwendig modalisiert („sempre più sicuro“, „inevitabile e fatale“, „indicati dai […] destini“, „necessario“), die Zukunftsvision ist also nicht nur wahrscheinlich, sondern notwendig und gewiss. Die geographische Lage sowie die Geschichte determinierten weitestgehend – quasi als inneres Gesetz – die Außenpolitik Italiens. Um all dies Wirklichkeit werden zu lassen, muss Italien „stark“ zur See werden. Das Ziel gibt mithin die Mittel vor. Die menschliche Eigenleistung wird dadurch angestachelt, insofern das Erreichen des Zieles als höchst wahrscheinlich erscheint.

Weitere rhetorische Mittel unterstützen Mussolinis Sichtweise: die Metapher gleich zu Beginn lässt an organisches Wachstum denken („Col crescere inevitabile e fatale della potenza italiana, si accrescono anche le nostre forze sul mare“). Gesteigert wird Mussolinis Forderung durch das ‚falsche‘, weil antithetisch verwendete, Dilemma, das in der Kerker-Metapher zum Ausdruck kommt: entweder werde das Imperium erreicht oder Italiens Lebenskraft werde eingezwängt („carcere che umilia“) und zuletzt bezwungen. Die Kerker-Metapher stellt dabei ein zentrales Motiv dar, das Mussolini 1930 in Florenz und 1940 bei der Kriegserklärung gegen Frankreich und England ebenfalls benutzte und damit zumindest die Gleichberechtigung Italiens, wenn nicht sogar mehr, einforderte.[27] Das Mittelmeer werde – wie damals von Karthago – auch heute noch von Feinden, das heißt von Frankreich und England, kontrolliert. Dem Faschismus fehlte im Vergleich zu NS-Deutschland ein ‚innerer Feind‘. Der Sozialismus z.B. konnte nicht so harsch angegriffen werden, da viele Faschisten – darunter auch Mussolini – ehemals Sozialisten waren. So wurde das Feindbild auf internationaler Ebene konstruiert und auf Frankreich und England projiziert.[28] Zu berücksichtigen ist aber, dass das Feindbild in dieser Ansprache nur implizit bleibt und vor allem das Ziel (Imperium) und die Mittel (Seefahrt) betont werden.

Am Ende des Abschnittes fasst Mussolini seine Botschaft nochmals in eine suggestive Beschreibung des Settings („auf den Liktorenbündeln […], die sich im Wasser spiegeln“) und in einen Slogan in Chiasmus-Form zusammen: „nicht leben ist notwendig, sondern notwendig ist es zur See zu fahren“. Hierfür entlehnt er dem Dichter-Kommandanten und nationalistischen Propagandisten Gabriele D’Annunzio ein Zitat: „Gloria al Latin che disse: ‚Navigare è necessario; non è necessario vivere.‘“[29] Auf diese Weise formuliert dient der Slogan der besseren Verankerung im Gedächtnis des Publikums. Es gäbe noch weitere, der Erwähnung werte rhetorische Mittel, wie z.B. die Hypotyposis am Ende der Rede, doch sollte dies vorerst ausreichen, um die mythische Konstruktion Mussolinis zu verdeutlichen.

VI. Fazit

Zum Schluss möchte ich nochmals das Dargelegte kurz zusammenfassen: Aus der Analyse wird ersichtlich, dass Mussolini ein Bild des antiken Roms gleichsam vor das innere Auge seiner ZuhörerInnen stellte und es mit dem Kampf um das Mittelmeer gegen den Feind Karthago verband, um diese Konstellation als pragmatisches Vorbild für seine ZuhörerInnen zu nutzen. Er selegierte damit bewusst eine normative Vergangenheit für das italienische Volk (Semiotisierung). Er konstruierte also ein ‚Schlachtbild‘, wie Sorel sagen würde (Narrativierung). Das Vorgehen, nämlich der Schluss aus der Analogie (‚Was früher schon einmal möglich war, kann es auch wieder werden‘), entspricht der mythischen Denkform, das Ähnliche zu betonen und es als identisch aufzufassen. Hierbei kommt es dann zu einer dekontextualisierten Lesart der Vergangenheit. An die Stelle von Karthago als Widerpart treten implizit Frankreich und England. Besonders die Kerker-Metapher steuert die Wahrnehmung der Situation und ruft Empörung gegenüber diesen Ländern hervor, die sich anmaßen würden, das junge Italien bewachen zu wollen.

Mit Hilfe von Cassirers Ansatz mythische Denkstrukturen als eine besondere Art von Rationalität zu begreifen, kann man zu einer Redimensionierung zwischen den dichotomischen Ausgangspunkten Argumentation versus Emotion gelangen. Mussolini erzeugte Geschichts- und Zukunftsvisionen, also Mythen, indem er Metaphern, Vergleiche und detailreiche Beschreibungen benutzte. Diese synthetische Form des Mythos diente ihm zur Begründung der politischen Ziele des Faschismus. Um herauszufinden, inwieweit dieses Vorgehen auch persuasiv war, habe ich die diskurshistorischen Wurzeln offengelegt und gezeigt, wie der Begriff des ‛Impero’ als schillerndes Idealbild unterschiedliche politische Wünsche zu integrieren vermochte und diese in den Rom-Mythos eingespeist wurden.


[1] Domino (1929): 36. Sofern nicht explizit angegeben, sind alle italienischen Zitate vom Verf. übersetzt.

[2] Ebd. (1929): 37.

[3] Vgl. Leso (1978) sowie Fedel (2003). Siehe auch zu einer aktuellen Forschungsübersicht das Kapitel 2.3 bei Pedrotti (2017).

[4] Vgl. Asmuth (1994): 10.

[5] Vgl. Kemmann (1996): 40.

[6] Quint. Inst. Or. VI, 2, 29 f.

[7] Sorel (1928): 24.

[8] Ebd. (1928): 35.

[9] Vgl. ebd. (1928): 136 f.

[10] Vgl. Rouanet (1964): 66 f.

[11] Vgl. Barthes (2010): 267 ff. Bei Barthes fehlt allerdings das Zeit-Schema, das hier als zweiter Punkt aufgeführt wird, denn ihm zufolge wandle der Mythos „Geschichte“ in „Natur“ um (ebd.: 295). Siehe auch die Darstellung des barth’schen Mythenverständnisses bei Völker-Rasor (1998): 27-30.

[12] Vgl. Speth (2000): 115-120.

[13] Cassirer (1922): 7. Siehe auch Cassirer (1925), 2. Band seiner Philosophie der symbolischen Formen, wo er die Eigenart des mythischen Denkens näher ausgeführt hatte.

[14] Vgl. ebd. (1922): 20, 45; vgl. ebenso Nietzsche (1972): 257.

[15] Wie Hacke und Münkler deutlich gemacht haben, lässt sich die Plausibilität und Überzeugungskraft eines Mythos nur sehr schwer ‚messen’. „Die Analyse politischer Mythen ist demgemäß über weite Strecken eine Beschäftigung mit deren Fort- und Umerzählung. Dieses Mythosverständis lässt sich noch verfeinern, wenn Modifikationsformen und Ergänzungen als variantenreiche ‚Ansippungen’ begriffen werden.“ Hacke/Münkler (2009): 20. Deswegen sollen im folgenden Abschnitt die Modifikationen des Impero-Mythos, die er in der italienischen Gesellschaft erfahren hatte, aufgezeigt werden.

[16] Vgl. Greimas (1976): 165.

[17] Vgl. Labanca (2002): 659. Siehe zum Rom-Mythos auch Scuccimarra (2003). Das Imperium als geopolitische Größe analysiert Moos (2004), als propagandistisches Konstrukt Del Boca (1996).

[18] Ludwig (1932): 63.

[19] Vgl. Gentile (2006): 171.

[20] Vgl. Scriba (1995): 289.

[21] Vgl. Pérez Carrasco (2005): 8 f. Zu Rom als Idee vgl. den gleichnamigen Aufsatz von Klingner (1993), zuerst erschienen 1923.

[22] Vgl. Zunino (1995): 357 f.

[23] Vgl. Labanca (2002): 660.

[24] Ansaldo (2000): 26.

[25] Reckwitz (2006): 344 erläutert: „Im Zentrum dieser [hegemonialen] Diskurse stehen Signifikanten wie ‚Zivilisation’, ‚Freiheit’, ‚Gerechtigkeit’, ‚Nation’, ‚Selbstverantwortung’ etc., die chronisch unterbestimmt durch ein fixes Signifikat sind und denen es gerade dadurch gelingt, einen ‚Knotenpunkt’ für eine ‚imaginäre Einheit’ des Diskurses zu liefern, dem Diskurs den Schein einer Fundierung zu verleihen.“. Siehe auch zur gewollten Offenheit des ‚Impero’-Begriffs Nelis (2011): 65.

[26] Mussolini (1958b): 322 f. Hervorhebungen von F.S. Die Auslassungen im Text sind im Original als Applaus gekennzeichnet. [Anm. d. Redaktion: der übersichtlichere Farbcode von F.S. konnte aufgrund technischer Einschränkungen leider nicht übertragen werden.]

[27] Vgl. die Ansprache Mussolinis Al popolo di Catania 1924, in der er bereits sagt: „Dobbiamo tornare ad amare il mare, a sentire la ebbrezza del mare, poiché, ‚vivere non necesse sed navigare necesse est’.“ Mussolini (1956): 269. Die Aussage geht wohl auf Plutarch vit. L zurück. Zur Kerker-Metapher vgl. Mussolini (1958a): 235 („il popolo italiano, pur di non rimanere prigioniero nel mare che fu di Roma“) sowie Ders. (1959): 404 („noi vogliamo spezzare le catene di ordine territoriale e militare che ci soffocano nel nostro mare“).

[28] Vgl. Zunino (1995): 367.

[29] Vgl. den Beginn der Laudi (Alle pleiadi e ai fati) von D’Annunzio (1912): V. 1-3.


Literaturverzeichnis

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