Alle Artikel von Schirren

Ferner in der Galerie
Nachtstück in der Galerei Ferner

Marathon

Der kleine Ort in Attika, wo in der Antike der Verwaltungsbezirk Aiantis (nach dem homerischen Helden Aias) eine seiner Küstentrittys hatte (eine komplizierte Einrichtung, nach der die Verwaltungsbezirke, Phylen genannt, immer aus drei Bereichen (daher Trittys), nämlich Stadt, Land und Küste zusammengesetzt waren, ist seit dem militärischen Erfolg in den Perserkriegen (490 vChr.) zum Inbegriff einer Ausdauerleistung geworden. Das rührt aber nicht daher, dass die Griechen sich als Durchhalter in einem schier endlosen Konflikt bewiesen hätten, sondern aus einer besonderen kommunikativen Leistung: Die Botschaft des Sieges nämlich soll, so berichtet Plutarch, von einem Kämpfer im Lauf nach Athen getragen worden sein. Wir möchten eher glauben, dass der wenigstens seine Rüstung ablegen konnte, mochte er auch noch so warm vom Kampf gewesen sein, wie Plutarch uns in De gloria Atheniensium versichert, freilich war ein Hoplit mit stattlicher Kondition ausgestattet, um die 40 km von Marathon nach Athen zu bewältigen. Aber die Strapazen (man musste ja auch erst noch von Athen nach Marathon, dort kämpfen – und siegen!) waren dann doch zu viel und so wurde „Der Sieg ist unser” νικῶμεν sein letztes Wort, denn „er hauchte gänzlich aus“ (ἐκπνεῦσαι). Weiterlesen

MH2011

Wie genau kennen Sie Ihre Stimme und Ihre Sprechweise? Sie alle können exakt beschreiben, wie Sie aussehen: Sie besitzen unzählige Photos von sich, betrachten sich täglich im Spiegel und kennen Ihre Größe, Gewicht, Haarlänge, Haarfarbe, Augenfarbe, Schuhgröße etc.. Aber können Sie auch Ihre Stimme und Ihre Sprechmuster beschreiben?

Wie klingt Ihre Stimme? Hoch, tief, belegt, klar, hell, dunkel, hauchig, gepresst? Neigen Sie zu aktivierendem oder beruhigendem Sprechstil, wie ist Ihre habituelle Satzmelodik und wie gehen Sie etwa mit Pausen und Betonungen um? Sprechen Sie eher langsam oder schnell?

Ist Ihnen bewusst, warum Sie so sprechen, wie Sie sprechen? Die Ursachen für unsere Sprechmuster sind vielfältig – psychisch, kulturell überformt und durch Sozialisation bedingt. Weiterlesen

Bericht aus der Schule

Soll die Zentralmatura abgeschafft werden?

Ein Bericht aus der Schule der Salzburger Rhetorikstudentin  Verena Proksch zu einem Rhetorikprojekt im BG Zaunergasse, Salzburg

Im Rahmen der Lehrveranstaltung Rhetorikausbildung heute (Sommersemester 2016 Leitung M.A. Bernd Rex) nahm ich die Gelegenheit wahr, einen eigenen Rhetorik-Workshop für das BG Zaunergasse zu planen. Dabei sollten mir ein Block von vier Einheiten und eine Gruppe von zwölf Schülerinnen und Schüler zur Verfügung stehen. Da die Schülerinnen und Schüler im Vorfeld bereits den Wunsch geäußert hatten, Argumentationsübungen durchführen zu wollen, entwarf ich schon im Seminar einen Plan, der zu einem geringen Teil Theorie und zu einem großen Teil Praxisübungen vorsah. Weiterlesen

Elenchos des Rhetorik-Testers, 2. Folge

Der hurtige Tester aus Erfurt kann es offenbar nicht lassen; statt zu lesen, was unser Elenchos ihm zu sagen hat (erst lesen, dann nachdenken, dann selbst schreiben), hat er schnell wieder eine weitere Folge  geschrieben,  und auch dieser folgte gestern bereits eine neue. Es mag verwegen erscheinen, in diesen Hagel von Beiträgen eine korrigierende Hand zu strecken, doch Wissenschaft hat auch ihr Ethos und das gebietet eben manchmal auch eine riskante Aktion zur Wahrung wissenschaftlicher Kenntnisse. Auch und gerade im Internet. Weiterlesen

Rheorikgespräche 2004-01

1. Salzburger Rhetorikgespräche

16/17. April 2004, Universität Salzburg

Die neu geschaffene „Rhetorik“ an der Universität Salzburg lädt zu den ersten Rhetorikgesprächen herzlich ein. Wir wünschen uns ein offenes Forum, auf dem der gegenwärtige Stand der Rhetorik vorgestellt und diskutiert werden soll.

 

Sektionen

1.) Rhetorik in der Politik

2.) Rhetorik in der Wirtschaft

3.) Rhetorik in der Ausbildung

 

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Elenchos des Rhetorik-Testers

Im Rhetoriktester von Johannes Schmoldt findet sich unter Zeitreise Nr. 8 ein Referat von Aristoteles, Rhetorik 1,1 1355a20-55b7, mit dem für die Rhetorik geworben werden soll. Schmoldt zählt 4 Gründe, tatsächlich aber sind es eigentlich 5; auch bei den einzelnen Argumenten sollte man etwas genauer hinschauen:

  1. „Die Wahrheit zustimmungsfähig machen“: Grundsätzlich zwar nicht falsch, aber  der erste der vier Gründe sollte laut Schmoldt Rhetorik als unvermeidlich erweisen, wenn es an Evidenz fehle. Das wäre das bekannte Argument für Rhetorik als Plausibilisierungsmaschine, wo die Wahrheit nicht zu haben ist. Das Zitat belegt aber das Gegenteil: Wahrheit und Gerechtigkeit seien an sich schon überzeugender; wenn sie nun in einem konkreten Falle nicht überzeugen,  so ist das dem anzulasten, der die Wahrheit zu vertreten hat. Implizit könnte gemeint sein, man hätte mangelnde Plausibilität durch geeignete rhetorische Mittel beheben können, um der Wahrheit zum Siege zu verhelfen.
  2. Das zweite Argument von Schmoldt wirkt plakativ; denn auch wenn es zutrifft, dass Aristoteles die Rhetorik als Kunstlehre gegen kommunikative Widerstände (denen etwa ein Sokrates erlag) empfiehlt, so gibt er doch hier schon Hinweise auf die Topik, mit der man die Menge überzeugen kann, die keine wissenschaftlichen Kenntnisse mitbringt. Er sagt nicht einfach: „daher braucht es Rhetorik“. – Die Topik ist überhaupt das Modell der aristotelischen Argumentationstheorie in der Rhetorik und die Beispiele, die der Rhetoriktester selbst seinen Lesern & Hörern offeriert, sind genau solche (allerdings materialen und so eher sophistischen) Topoi, daher verwundert es durchaus, dass Schmoldt hier diese Praxis des eigenen Bloggens außer Acht lässt. Weiterlesen

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Rhetorik in der Schule!

Wir sagen ja immer, rhetorische Kenntnisse  sollte bereits in der Schule erworbe werden – und so war es ja auch in den Zeiten, als Rhetorik zur (nicht nur universitären) Bildung selbstverständlich dazu gehörte. Quintilian etwa beginnt mit der rhetorischen Bildung bereits in der Vorschule und berücksichtigt sogar die Wahl der Amme.

Tatsächlich gehört zur Allgemeinen Hochschulreife auch die Fähigkeit, einen sachlich erarbeiteten Gegenstand einem interessierten, aber auch kritischen Publikum vorzustellen und zu diskutieren. Für die österreichische Matura ist dies ebenso zu leisten wie für Abitur in einigen deutschen Bundesländern (z.B. in Hessen, Bayern, Baden-Württemberg). An eine Präsentation schließt sich ein Prüfungsgespräch an, in dem der/ie SchülerIn eingehender befragt werden kann.

Sowohl für das Kolloquium als auch für die mündliche Prüfung ist rhetorische Kompetenz ein unbestreitbarer Vorteil, wenn es darum gehen soll, das eigene Wissen verständlich vorzutragen und auf Fragen angemessen und schlagfertig zu antworten.

Seit einigen Jahren suchen daher Schulen den Kontakt zu uns universitären Rhetorikern und wünschen sich professionelle Hilfe durch Impulsveranstaltungen, die zur Vertiefung oder Abwechslung des eigenen Unterrichts beitragen sollen. Wir waren daher in mehreren Schulen im Salzburger Umland, wo wir durchweg positive Erfahrungen machen konnten, nämlich im

Karlsgymnasium Bad Reichenhall

Ursulinen

Akademisches Gymnasium Salzburg

Bundes Gymnasium Zaunergasse

Nach einem kurzen Vortrag zur rhetorischen Theorie, der die Vorkenntnisse in Erinnerung rufen und Verbindungen zur aktuellen  Rhetorikwerkstatt herstellen soll, machen wir kleinere rhetorische Übungen zum freien Sprechen und enden mit einer Debatte zu einem vereinbarten Thema.

Wir haben uns daher entschlossen, im Kursprogramm auch einen Kurs zur rhetorische Lehre anzubieten, und so konnten bereits  am 9. Juni 2016 in der Zaunergasse Lehramts- und RhetorikstudentInnen selbst eine Rhetorikveranstaltung planen und durchführen:

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Aber auch in der KinderUni der Universität Salzburg waren wir im letzten Jahr beiteiligt und sind es heuer wieder.

 

Bazon Brock, Unterwegs unter anderem zur Unendlichkeit
Bazon Brock, Unterwegs unter anderem zur Unendlichkeit (Photo © Th. Schirren)

 

ὁ βάζων ὀγδοήκοντα ἔτη γεγονὼς εἰς ἄπειρον ἀφανίζεται

– Bazon zum 80. Ein rhetorischer Gruß!
von Thomas Schirren

Reden ist nicht gleich reden. Das ist eine rhetorische Binsenweisheit und doch verdient der Jubilar, der in Berlin ein regelrechtes Phrontisterion unterhält und dieses verdolmetscht benennt, nämlich Denkerei, dass man dieser Einsicht gedenkt, gerade wenn die jetzt gerade unter Jubel und Reden aufgerichtete 8 bereits die Perspektive auf die liegende freigeben, also beherzt die Approximation ans Unendliche angegangen werden soll:

Bazon gegen unendlich – eine Lebensinventur

Die Wenigsten wissen ja, was βάξις beutet, das sich vom Verbum βάζειν ableitet. Die baxis ist die ‚Verkündigung‘, etwa was die Pythia von sich gibt; das Verbum nur in hoher und höchster Dichtersprache geläufig. Ein attischer Rhetor ist dessen nicht fähig. Er spricht, aber er ‚verkündet‘ nicht, er lässt auch nicht ‚verlauten‘. Empedokles liebt das Wort, auch Sophokles, der entstehenden Rhetorik mit frommem Sinn ferner stehend.

Was Bazon uns zu sagen hat, formuliert er gerne mit großer Präzision und er wird um so präziser, je weiter die baxis über den üblichen Gesichtskreis der Menschen hinausweist.

Wie rhetorisch ist das eigentlich?, so fragt sich vielleicht mancher und manche. Zukünftiges hat die Beratungsrede im Blick, die Festrede die Gegenwart. In der Gegenwart die Zukunft bereits als Vergangenheit zu antizipieren (das gerichtliche Redegenus hat diese im Blick und fragt nach den Berechtigungen, nach Schuld und Sühne), das ist Sache des bazon, wenn er sich über das mutwillige Gelärme des geistigen Gezwerges hinwegsetzen muss, das natürlich immer zur Sache gehört – aber dem die Sache nicht gehören darf. Klar, alle dürfen mitreden, aber dann gäbe es nur ein großes Rauschen und Wogen. Diese Klangkulisse verlangt nach dem Heldentenor, der dem Ganzen erst eine Struktur und Artikulation geben kann.

Wer ihn einmal bei Auftritten erlebt hat, kennt auch die Sorge der Veranstalter,  der bazon möchte die Parrhesie übertreiben, die Zügel schießen lassen, inhaltlich und umfänglich. Was für Sorgen! Man frage einmal Sokrates „… Eine kurze Frage nur, Sokrates: Sage mir, was ist Redefreiheit? – Da fragst Du mich gerade keine Kleinigkeit, sondern geradezu etwas von den großen und größten Dingen. Denn ist es nicht so, dass man groß über Großes reden soll, wie Gorgias sagt, und klein über Kleines? – Ja, gewiss, wie sollte es anders sein! – Sind die Athener nicht sehr geübt darin, auch lange Reden zu hören, im Theater oder in der Volksversammlung sitzend, weil sie wissen, dass die großen Dinge auch nur von den gewaltigen Redners angemessen bewältigt werden? Und so vergessen sie alles um sich herum, selbst Weib und Kind, und als ob sie ihre Ohren vermietet hätten, lauschen sie den Reden der gewaltigen Redner wohl über einen ganzen Tag, wenn es nötig ist. Dann aber stehen sie erfrischt auf, als ob sie göttliche Töne gehört hätten, die den Sinn nicht vernebeln, sondern im Gegenteil reinigen und zur Aufnahme des Höheren bereit machen. Also wenn du wissen willst, was Parrhesia ist, dann frage zunächst diese …“

Und wenn schon normaler Logos solche Aufmerksamkeit verdient, wie erst die βάξις τοῦ βάζοντος?

 

 

 

 

Satür 2016 Rhetorik der Inszenierung in Salzburg

Thomas Schirren

Sa|tü|r 2016: Rhetorik der Inszenierung. 27.–28.5.2016

Einige bebilderte Marginalien

Das Tübinger Rhetorikforum hat eine positive Bilanz gezogen und schreibt im Newsletter #03-2016:

Die Salzburg-Tübinger-Rhetorikgespräche in Salzburg zum Thema Rhetorik der Inszenierung waren sehr anregend. Vor allem das neue Konzept, das Prof. Dr. Schirren und PD Dr. Koch in diesem Jahr präsentiert haben, hat überzeugt: Die wissenschaftlichen Vorträge wurden von Lecture Performances gerahmt und von Workshops begleitet. Herzlichen Dank!

Diese wohlwollenden Worte wärmen natürlich das Herz und wir freuen uns, dass unser Konzept aufgegangen ist. Salzburg & Tübingen sind ja die weithin einzigen Universitäten, in denen die Rhetorik gepflegt wird … da kann es natürlich keine Konkurrenz geben,aber geschwisterlicher Wettbewerb stachelt natürlich an. Daher besonderer Dank!

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Titel und Abstracts der Sa|tü|r 2016

Satür 2016 – Abstracts der Vorträge

(in alphabetischer Reihenfolge der Vortragenden)

Sine Carlsen, Roskilde

Showtime! Inszenierung als Höhepunkt des Rhetorikunterrichts

Der Saal ist vollgestopft, einige Studenten sitzen auch auf der Treppe. Ganz vorne sind etwa 15 Rhetorikstudenten, die bald auf der Bühne stehen werden, um Reden oder Erzählungen vorzutragen.

Die Kommunikationsstudenten der Roskilde Universität fangen mit zwei intensiven Workshops an. Jeden Tag für drei Wochen lang arbeiten sie in Gruppen von etwa 15 Teilnehmern, um unterschiedliche Produkte zu entwickeln. Zum Beispiel Plakate, Videofilme, Podcasts, Dialogspiele oder Brettspiele mit pädagogischen Absichten… In den Rhetorikworkshops wird Rhetorik in Theorie und Praxis erarbeitet, werden Reden entwickelt, geübt und gehalten. Oft entsteht in diesen Workshops eine ganz außergewöhnliche Lerngemeinschaft. Es steht ja etwas auf dem Spiel: Showtime! Weiterlesen

Vortragende der [sa|tü|r] 2016

  1. Sine Carlsen, Roskilde: Kairos in Chaos – Free Public Speaking on Speakers Corner
  2. Gabriele Danninger, Salzburg: Lehrerinnen und Lehrer sprechen und wirken. Systemische Rhetorik als Inszenierung von Unterricht
  3. Frank Dürr, Tübingen: Wie überzeugt eine Ausstellung? Der ‚Gedankenscherz‘ Leibniz‘ und die Rhetorik der Inszenierung
  4. Arno Dusini, Wien: Schiller inszeniert Rhetorik. Zum Streitgespräch in ‚Maria Stuart‘
  5. Renske Ebbers, Hamburg: Let me tell you one thing about love (Lecture Performance); Workshop (mit Anne Pretzsch): Wie generiere ich Text durch Körper?
  6. Pia Engel, Tübingen: Inszenierung als rhetorische Strategie im Dokumentarfilm. Von distanzierter Betrachtung zur Realitätsillusion
  7. Tomma Galonska, München: Rhetorik im Widerstand. Oder: Freimütiges Nachdenken über das Inszenieren von Sprache in Kriegsstücken (Lecture Performance).
  8. Ruth Gutmann-Beisteiner, Spannend wie ein Film – Die Inszenierung einer Rede im Wirtschaftsleben
  9. Nicole Haitzinger, Salzburg: Der rhetorische Körper: Zur Inszenierung von tragischen Figuren in den szenischen Künsten des 18. Jhs.
  10. Herbert Kapplmüller, München/Berlin: Exaltationen
  11. Walther Kindt, Bielefeld: Der maieutische Dialog als rhetorische Inszenierung
  12. Joachim Knape, Tübingen: Inszenierung als theoretisches Problem
  13. Olaf Kramer, Tübingen: TED-Talk, Slam und Science Notes – Techniken zur Inszenierung öffentlicher Rede im Wandel
  14. Gero Nievelstein/Frances Pappas, Salzburg: Musiktheater als soziales Werkzeug. Die Community-Oper ‚Noahs Flut‘ in Salzburg
  15. Sylvie Polz/Tomma Galonska, München: Zur Rhetorik der handelnden Sprache (Workshop)
  16. Anne Pretzsch, Hamburg: How to talk with bodies (Lecture Performance); Workshop (mit Renske Ebbers, s. o.)
  17. Bernd Rex, Stuttgart: Erzählen statt aufzählen… Storytelling als Quelle für mitreißende Reden?
  18. Juliane Rink: Die Welt gestalten – Brecht als Rhetoriker
  19. Lisa Stumpfögger, München/Berlin: Inwendig-Auswendig. Zwischen Schein und Sein – Geste und Gestus auf der Bühne des musikalischen Dramas
  20. Gabriela Wacker, Tübingen: Inszenierte Rhetorik zwischen Pathos und Gelassenheit am Beispiel von Schillers Dramenfiguren

 

 

 

2016 Rhetorik der Inszenierung

SaTüR 2016 in Salzburg

Am Freitag, 27. und Samstag, 28. Mai 2016 werden die diesjährigen Salzburg-Tübinger-Rhetorikgespräche (SaTüR) in Salzburg zum Thema

Rhetorik der Inszenierung

 

veranstaltet. Wir laden dazu alle Interessierten ein, sich mit Beiträgen zu bewerben. Geplant sind folgende thematischen Bereiche:

  • Inszenierte Rhetorik: Die Rhetorik als Gegenstand der Inszenierung
  • Inszenierende Rhetorik: Die Rhetorik als Mittel und Prozess in Inszenierung aller Art
  • Rhetorische Momente in der Inszenierung: Theater, Oper, Film, Tanz
  • Szene (im weitesten Sinne) als Ort rhetorischer Strategien
  • Rhetorische Performanz als Vollzug von Szene

Die Vortragsdauer soll maximal 25 min. betragen.

Sehr willkommen sind auch experimentelle Vortragsformen: So könnten sich mehrere Vortragende zu einem Workshop zusammenschließen, oder es könnten stärker interaktive Formate gewählt werden. Hier wären bis zu 90 Minuten möglich.

Veranstaltungsort der SaTüR 2016 wird die Alte Residenz am Residenzplatz 1, A-5020 Salzburg sein.

Bitte senden Sie uns bis zum 31.3.2016 Ihren Titelvorschlag mit kurzem Inhalt (150 Wörter) sowie Ihren Kontaktdaten an rhetorik@sbg.ac.at. Wir freuen uns auf Ihre Ideen und Ihr Kommen.

Nadia Koch & Thomas Schirren

Gefühlsbetonte Werbung

„Gefühlsbetonte Werbung nach dem österreichischen UWG“

Marlene Springer

Gefühlsbetonte Werbung

 Einleitung

Marketing 1 ist heute eine Notwendigkeit, um den unternehmerischen Erfolg zu sichern und aufrecht zu erhalten. Durch den Einsatz von Marketing ist es möglich, den Wert der Kundenbeziehungen und die Kundenlebenszeit zu erhöhen, den Wert der Unternehmensmarke zu stärken und das Marktrisiko zu minimieren. Dafür ist es nötig, einen so genannten Marketing-Mix, also ein Bündel an Maßnahmen, welche die Produkt-, Preis-, Distributions- und Kommunikationspolitik beinhalten, einzusetzen. Klassische Werbung, wie sie uns allen bekannt ist, ist Teil der Kommunikationspolitik. Sie hat zum Ziel, die Bekanntheit und Wiedererkennung der Produkte zu stärken und Emotionen in den Kunden zu wecken. Die dabei verwendeten Inhalte variieren von Unternehmen zu Unternehmen und reichen von informativ bis hin zu emotionell.[1]

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Erkenntnisse aus dem Tagebuch

Martina Kocher

Erkenntnisse aus dem Tagebuch

 

Die folgende Abhandlung soll zunächst eine Reflexion über den besuchten Kurs „Der wissenschaftliche Vortrag“ und anschließend einen Einblick in persönliche Erfahrungswerte, welche ich während des Semesters gesammelt habe, geben. Am Ende werde ich in einer Art Zusammenschau ein persönliches Resümee ziehen und beschreiben, welche Eigenschaften einen guten wissenschaftlichen Vortrag ausmachen.

Vergangenes Wintersemester wurde die Lehrveranstaltung „Der wissenschaftliche Vortrag“ als Kurs für die Studienergänzung Rhetorik angeboten. Es erschien mir wichtig, eine Vorbereitung zu erfahren, welche sich näher mit dem Aufbau und dem Halten von Vorträgen wissenschaftlicher Natur auseinandersetzt.  Weiterlesen

Ein Plädoyer für Natürlichkeit

Cornelia H. Schreiegg

Ein Plädoyer für Natürlichkeit

1. Warum es einer guten Vortragsweise bedarf

Seit mehreren Jahren halten Schreibseminare an den Universitäten Einzug. „Was garantiert die Aufmerksamkeit der LeserInnen?“, „Wie schreibt man eingängig?“  und „Wie verleihe ich meinen Texten bei alldem noch eine persönliche Note, die eigene Handschrift?“ – solche Fragen und ähnliche sind oft Ausdruck einer gewissen Hilflosigkeit, welche zum Hinterfragen des eigenen Präsentationsstils führen, beziehungsweise daraus resultieren.

Als ich das vergangene Jahr an der Universität Konstanz studiert habe, wurde zeitgleich das dortige „Schreibzentrum“ eröffnet. Auf den Broschüren, die diese Möglichkeit zur Weiterbildung den Studierenden anpreisen sollten, prangten genau die oben genannten Fragen. Und dort, in diesem „Schreibzentrum“ sollte man Antworten darauf finden. Weiterlesen

Die abenteuerliche Reise des Ritters Rhetorikus in das wundersame Land der Kommunikationswissenschaften

Kathrin Förster

Die abenteuerliche Reise des Ritters Rhetorikus in das wundersame Land der Kommunikationswissenschaften

 

Die Geschichte beginnt mit unserem Helden, Ritter Rhetorikus, der hinauszog, um die Welt zu verbessern. Mit nichts außer einem Schwert, einem Pferd und einem Zaubersack voller rhetorischer Stilmittel ritt er gen Horizont. Sein Auftrag war es, die Kommunikation der Menschen zu verbessern.

Natürlich kann unser Ritter nicht die ganze Welt verändern, also beschließt er sich auf einen kleinen Teil zu konzentrieren. Und zwar auf den Teil, welcher von Königin Kommunikation regiert wird. Kurz gesagt, er begibt sich in das wundersame Land der Kommunikationswissenschaften. Als Ritter Rhetorikus aber ankam, klagten die Bürger über die verschwundene Königin Kommunikation. Weiterlesen

„Danke für Eure Aufmerksamkeit!“

Sarah Grabler

„Danke für Eure Aufmerksamkeit!“

 

In diesem Essay wird der wissenschaftliche Vortrag genauer analysiert. Dazu werden anhand der rhetorischen Produktionsstadien die verschiedenen– im Lauf des Semesters gehörten – wissenschaftlichen Vorträge herangezogen. Es handelt sich dabei um Vorträge und Referate aus dem Fachbereich Erziehungswissenschaften, mit dem Titel „Beratung für Masterarbeiten“, in denen die Studierenden ihre Masterarbeitsprojekte vorstellten. Außerdem habe ich einzelne Vorlesungstermine am Fach­bereich der Psychologie und der Theologie besucht. Weiterlesen

The Take Home Message

Claudia Bischoff

The Take Home Message

Der wissenschaftliche Vortrag spielt eine zentrale Rolle in unserer Gesellschaft. Schon in der Schule lernen Schülerinnen und Schüler wie sie Themen vortragen sollen und bereiten sich darauf vor, später im Berufsleben oder Privat vor Leuten zu sprechen. An der Universität hat der wissenschaftliche Vortrag eine sehr große und bedeutende Rolle. Nicht nur weil täglich wissenschaftliche Vorträge gehalten werden, sondern weil dies ein wichtiges Medium der Forscher ist, ihre Erkenntnisse den Leuten zugänglich zu machen. Denn nur durch das Interesse und den Nutzen der Mitmenschen ist auch sichergestellt, dass künftige Mittel für weitere Forschung vorhanden sind. Was macht aber einen guten wissenschaftlichen Vortrag aus? Auf welche Aspekte sollte der Referierende besonders achten? Wie soll der Vortrag aufgebaut sein, um das Verständnis durch einen roten Faden zu erhöhen? Wie soll ein wissenschaftlicher Vortrag gestaltet sein um nachhaltig im Gedächtnis der Zuhörer zu bleiben? Weiterlesen