Archiv der Kategorie: Studieren in Salzburg

Salzburg – Sonne statt Schnürlregen

“Salzburg, na klar, kennt doch jeder – Festung, Fluss, Getreidegasse und natürlich der omnipräsente Mozart. Was – studieren kannst du da? Ach, dann ja bestimmt Musik, oder?“

So in etwa reagiert die Mehrheit der Menschen, mit denen ich über meine Wahlheimat Salzburg spreche. Sie haben die Stadt meist nur aus den Augen eines Touristen gesehen, eingereiht in eine nicht enden wollende multikulturelle, meist fernöstliche Menschenschlange, im Marsch durch die ewig gleichen Bahnen der Stadt; an den stets überfüllten Sehenswürdigkeiten vorbei, bei denen man sogar froh sein muss, wenn man deren wahre Schönheit überhaupt wahrnehmen kann – die heißeste Tipp hierfür: Sei ein durchschnittlich großgewachsener Europäer mit klarem Größenvorteil gegenüber den zahlenmäßig deutlich überlegenen Asiaten, ferner bedarf es dazu noch ein wenig Sonne statt Schnürlregen.

Aus der Sicht eines Vogels muss dieses Gewusel einer Ameisenstraße zum Verwechseln ähnlich sehen – lauter brave, sich vorarbeitende Arbeiter, die ihrer Königin hinterherlaufen – einer Königin, die sich in diesem besonderen Falle als ein musikalisches Wunderkind entpuppt. Dieser Superstar, diese unheimliche Berühmtheit hat der Stadt bereits vor langer Zeit zu einem Synonym verholfen – Salzburg als die weltberühmte Mozartstadt.

Diese Menschen, die leider nicht die Möglichkeit hatten, die vielgesichtige Stadt besser kennenzulernen, sind nicht selten erstaunt, wenn ich ihnen dann mein ganz persönliches Salzburger Leben schildere:

Vor mittlerweile fast fünf Jahre, war mein Motiv hierher zu kommen nicht Mozart, nicht Sound of Music oder irgendeine einzigartige Sehenswürdigkeit – nein, es war das studieren zu dürfen, was ich wollte – die Psychologie – und das in einer für mich nicht zu übertreffenden landschaftlichen Umgebung. Das Beste war für mich damals, dass ich dafür gerade mal zwei Zugstunden von Zuhause fahren musste!

Ich stehe frühmorgens auf, genieße ein hektisches Frühstück mit dem süchtig machenden Duft frisch gemahlener Kaffeebohnen in meiner Nase. Schwinge mich auf mein Fortbewegungsmittel Nummer eins, auf mein Fahrrad, und rase auf den Salzach-Fahrrad-Highway Richtung Downtown, den ich mit unzähligen anderen Drahtesel-Begeisterten teile. Das sind Menschen, die verstanden haben, wie man sich in dieser Stadt am schnellsten fortbewegt – vorausgesetzt, ihnen bedeutet der Zeitfaktor etwas. Die vielen anderen Salzburger Bürger hingegen stürzen sich augenscheinlich lieber in die Blechlawine rechts neben mir, die mit einem rekordverdächtigen Schneckentempo immer nur in eine Richtung rollt und dabei maximal Fußgängergeschwindigkeit erreicht. Ich frage mich jeden Tag aufs Neue – wie mächtig ist die Macht der Bequemlichkeit?

Ich düse weiter flussaufwärts in Richtung naturwissenschaftliche Fakultät im Süden Salzburgs und genieße die Freiheit eines Fahrradfahrers – die kleinen Wettrennen mit den vielen anderen Zuspätkommenden, den frischen Duft eines warmen Sommerregens, das Spiel der Schatten in einer Allee, das herrliche, unverwechselbare Knistern beim Durchbrechen einer unberührten Schneedecke und ganz besonders die Sicht auf die vertraute Bergwelt. Das sind Gefühle, dich ich liebe.

Nach knapp vier Kilometern habe ich meine Fakultät erreicht, wunderschön gelegen mit einem 360-Grad-Blick auf alles, was Salzburg zu bieten hat. Jedes Mal fällt es mir schwer, dieses warme Bild zurückzulassen und mich in die kontrastreichen kalten Räume eines x-beliebigen Hörsaals zu begeben. Meine Stimmung verbessert sich jedoch schlagartig, sobald ich von einer neuen spannenden psychologischen Theorie höre, die mich sofort fesselt. Ich bin dankbar für diesen vielseitigen theoretischen Input und tausche mich anschließend mit Freunden und Bekannten darüber aus. Nach Stunden andauernder Theorie kommt aber dann schließlich der Punkt, an dem mein Kopf raucht und streikt und nichts mehr aufnehmen kann. Ich merke, wie ich diese Passivität nicht mehr aushalte und wie mein Körper Aktivität einfordert. Zappelig und ungeduldig kann ich nur noch an das Eine denken: an diese fantastische paradiesische Natur direkt vor der Haustür, die nach mir ruft. Wenn es mein Zeitplan zulässt, erklimme ich direkt nach der Uni einen der vielen Salzburger Hausberge – entweder zu Fuß, mit dem Fahrrad oder mit Skiern, mal allein, mal zu zweit oder in einer Gruppe. Es ist ein unbeschreibliches, erhabenes und vor allem beglückendes Gefühl, auf einem Gipfel zu stehen nach vollbrachter Anstrengung. Ich kann den Raum in zwei Dimensionen wahrnehmen – vertikal sowie horizontal. Dort ganz oben und unter einem diese kleine weltbekannte Großstadt – jedes bekannte Fleckchen so scharf erkennbar, alle alltäglichen Orte und Wege so perfekt auf ein Blickfeld zusammengeschrumpft. Alles erscheint mir so nah und doch so fern. Durch diese körperliche Anstrengung in der Natur können mein Gehirn und ich perfekt abschalten, entspannen und neue Kräfte für den morgigen Tag sammeln. Ich bin mir sicher – ohne diese sportlichen Möglichkeiten, die mir die Salzburger Umgebung bietet, wäre ich ein nur halb so zufriedener Student.

Abends freue ich mich dann je nach Jahreszeit auf ein kühles Radler oder einen warmen Glühwein an einem vertrauten gemütlichen Ort in der Altstadt.

Seit fünf Jahren schaut so mein perfekter studentischer Alltag aus, und ich bin damit so zufrieden wie am ersten Tag. Ich bin glücklich hier studieren zu können – für mich ist Salzburg mehr Sonne als Schnürlregen!

Jan-Christof Bochnik

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Studentenheime – günstig und gut?

Wenn man in Salzburg studiert, muss man sich wohl oder übel auch mit der Frage auseinandersetzen: Wo wohne ich? Man ist Student und hat nicht viel Geld: Das sind schon mal keine guten Voraussetzungen, um in Salzburg etwas zum Wohnen zu finden. Eine Option wäre ein Studentenheim.

Doch was kann man von einem Studentenheim in Salzburg erwarten? Ein Raum zum Kennenlernen, gemütliches Beisammensitzen, neue Freunde und billiges Wohnen? Sind Studentenheime noch das, was sie einmal waren?

Was waren Studentenheime bzw. was glaubt man, dass sie waren? In meiner Vorstellung waren Studentenheime seit jeher ein Treffpunkt, um neue Leute kennen zu lernen, gemeinsam zu essen und gemeinsam das Leben genießen. Eltern einer Freundin, die in dem gleichen Studentenheim wohnten, in dem ich jetzt lebe, erzählten es mir so. Damals war es für sie einfach DER Raum, um etwas zu unternehmen.

Doch als ich in dieses Heim kam, war davon nicht viel übrig. Mein erster Eindruck war: Leere Gänge, keine Studenten. Das Stiegenhaus sah kalt und grau aus, ich konnte wohl ahnen, warum sich hier keiner aufhielt. Es wirkte nicht sehr einladend. Deshalb waren auch all die Studenten, die ich eigentlich vor ihren Zimmern erwartete, drinnen, nämlich in ihren winzigen Zimmern, aus denen sie nur herauskamen, um sich etwas zu kochen. Doch ich finde, dass es noch schlimmer war, im Zimmer zu sitzen als in den leeren Gängen und Gemeinschaftsbereichen. Denn das Zimmer war, egal ob Doppel-oder Einzelzimmer, sehr beengt: Wenig Stauraum, wenig Platz und immer staubig, egal ob man jeden Tag staubwischte oder nicht. Mir war es draußen im Gemeinschaftsbereich etwas lieber, denn da kam ich mir weniger eingezwängt vor.

Je länger ich in dem Heim wohnte, desto mehr merkte ich, dass die Vorstellung, die ich mir gemacht hatte, sich so gar nicht bewahrheitete. Meine und ich Zimmerkollegin saßen zwar weder beim Essen noch beim Kaffeetrinken in unserem Zimmern. Doch dabei sahen wir kaum Mitbewohner; drei, vier Leute in anderen Stockwerken vielleicht.

Eine Heimbar, die alle zwei Wochen stattfand, war zumindest ein Treffpunkt in diesem Studentenheim, zu dem einige hinfanden. Doch auch diese Gelegenheit wurde von längst nicht allen Studenten des Hauses wahr genommen, obwohl alles zu günstigen Studentenpreisen angeboten wurde, nicht zuletzt auch Tischfußball und sogar Billard.

Natürlich muss das nicht so sein, in anderen Studentenheimen gibt es mit Sicherheit noch so etwas wie ein Gemeinschaftsleben, doch ob es entsteht, das kann vorher niemand genau sagen. Es hängt immer von den Studenten ab, die dort wohnen.

Es kann auch innerhalb der Häuser Unterschiede geben, wie es ein Beispiel eines anderen Heims zeigt. Im 3. Stock war die Gemeinschaftsküche leer, jeden Tag. Keine Leute, die gemeinsam saßen oder kochten. Nichts. Schaute man einen Stock höher, sah die Sache schon ganz anders aus. Eine wirkliche Gemeinschaftsküche. Gemeinsames Essen, gemeinsames Beisammensitzen und sogar Küchenpartys.

Man muss wohl ein Glück bei der Wahl seines Studentenheimes haben. In manchen ist es tatsächlich noch so, wie man es aus alten Geschichten gehört hat, in anderen findet man leere Gänge und bekommt keine anderen Studenten zu Gesicht.

Studentenheime bieten sich oft an, um günstig zu wohnen; manchmal geschieht dort auch genau das, was man erwartet, aber nur selten das, was man sich erhofft hat.

Madita Großbötzl

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Essay – Studieren in Salzburg

Mittlerweile sind sie schon einige Semester her (wie viele genau, werde ich euch aber nicht verraten): meine ersten Schritte in Richtung Universität Salzburg. Meine Erinnerung hieran ist so fest eingebrannt, als wäre es erst gestern gewesen.

Schon während der Oberstufe war für mich klar, dass ich einmal studieren würde. Doch nach der Matura wollte ich erst mal gar nichts mehr lernen. Ich genoss die Maturareise in vollen Zügen, denn schließlich wartete gleich anschließend das Bundesheer darauf, daß ich dem Vaterland dienen würde. Als ich meinen Präsenzdienst im Jänner endlich absolviert hatte, machte ich mich über die Inskriptionsmodalitäten der Uni schlau. “So kompliziert wird‘s ja wohl nicht sein, bis Ende Februar hab ich Zeit zum Inskribieren, und dann werd ich mich für ein paar Kurse anmelden, nicht allzu viele, weil ich ja auch nebenbei arbeite”, dachte ich mir.

 

Die Zeit vergeht, Jänner, Februar… „Ach, das geht sich schon aus.“ Ende Februar fand ich schließlich den Weg zum zuständigen Büro. Aber was war denn da los? Eine lange Schlange von Studienanfängern bis auf die Straße heraus. Meine Trödelei begann sich anscheinend zu rächen. Endlich, nach elendslanger Wartezeit für die Studienrichtung ‚Recht und Wirtschaft‘ inskribiert, startete ich zu Hause hoch motiviert und erwartungsvoll meinen Computer, um mich für meine Kurse anzumelden. Leichter gedacht als getan, erster Kurs voll, zweiter Kurs weit überfüllt… Ihr werdet wohl ahnen, wie es weiter ging. „Das kann doch nicht sein, hätte ich mich doch schon eher um diese Dinge gekümmert! Hilft ja alles nichts, ich probiere einfach die Übung mit den kürzesten Warteliste aus, und den Rest füll ich mit Wahlfächern auf, mehr Zeit hab ich ja eigentlich ohnehin nicht.“

Rasch stand mein erster Uni Tag vor der Tür. Mittlerweile war ich in der Warteliste bereits auf einen hoffnungsvollen Platz 4 vorgerückt; die Chance, gerade noch in die Übung aufgenommen zu werden, war erheblich gestiegen. Es war zwar erst März, aber das Wetter war an diesem ersten Studientag schon fast sommerlich. Die Sonne strahlte so vom blauen Himmel, daß man keine Jacke mehr brauchte. Ich schwang mich auf mein Rad Richtung Uni, reichlich nervös, kette mein Fahrrad neben den anderen an und begebe mich auf die Suche nach dem Hörsaal 230. Mit meinem schweren Gepäck bestehend aus einem Block und einem Kugelschreiber stieg ich die steinerne Treppe, offenbar ehrwürdigem Marmor, in das Untergeschoss hinab. Zwei Eingangstüren, das ließ auf einen größeren Vorlesungssaal schließen. Ich wählte also die linke Tür und blickte geradeaus in den Raum: „Ohje, da sind aber schon einige. Wie viele Studenten werden da wohl hinein passen?“ Ich betrachtete die Bänke aus Holz, die stufenförmig nach unten führten. Vorne zwei große grüne Tafeln, in der Mitte projizierte der Beamer schon den Titel der Lehrveranstaltung auf die Leinwand: “Übung Allgemeines Vertragsrecht I”. Was wir da wohl lernen würden? Eigentlich suchte ich einen unauffälligen hinteren Platz, aber da waren schon alle Reihen gefüllt, also setzte ich mich in die Mitte, wo ich gerade noch einen Platz entdeckte. Endlich trat der Professor ein, ein etwas älterer Herr mit Anzug. Als er sogleich die Anwesenheitsliste durchging, hatte ich Glück, da doch einige nicht erschienen waren. So rutschte ich in der Warteliste auf und ergatterte den ersehnten Fixplatz.

 

Dieses Mal hatte ich also noch Glück gehabt, aber wahrscheinlich war gerade diese Erfahrung des hoffenden Wartens gleich zu Studienbeginn eine prägende Lehre für mich, denn von diesem Zeitpunkt an sitze ich immer pünktlich zur ersten Minute der Anmeldefrist aufmerksam vor dem Computer.

Andreas Reisinger

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Uni-Sport ist easy… aber nur durch USI

Studieren, das heißt viel lesen, schreiben und lernen. Bei meinem Studienfach Kommunikationswissenschaft stellt das Lesen und Schreiben das Herzstück des Studiums dar, denn ich befinde mich nun am Ende des Masterstudiums und habe somit die Grundkenntnisse und Theorien der Kommunikationswissenschaft schon gelernt und mehrfach wiederholt. Da ich gerade an meiner Masterarbeit schreibe, verbringe ich fast jeden Tag in der Bibliothek, um unzählige wissenschaftliche Werke zu lesen und die wesentlichsten Informationen in meiner Arbeit zu vermerken. Bei dieser mentalen „Belastung“ benötigt man wiederum einen Ausgleich. Ich suche diesen durch sportliche Betätigung – genauer gesagt durch die Teilnahme an USI-Kursen.

Ob man für die persönliche Kondition und Fitness etwas tun möchte, präventiv und gesundheitsfördernd sportlich aktiv sein will, eher der spielorientierte Typ und Teamplayer ist oder am liebsten einfach nur in der freien Natur körperlich aktiv ist – mit dem Universitätssport ist für jeden etwas dabei und das zu wirklich günstigen Preisen. Zwischen 12 und 140 Euro sind jegliche Kurse und Leistungsstufen für die Studierenden buchbar, die meisten Sportkurse kosten in der Regel nur 18 Euro und das ein ganzes Semester lang.

Von Body Shape, Power Workout, Pilates, Taekwondo, Tennis hin zu Volleyball – so weit reicht meine Erfahrung im USI-Bereich. Wobei ich zum BORG im Nonntal, zum Annahof, zur Getreidegasse und zum Universitätssportgelände in Rif schon fast quer durch Salzburg geradelt bin, um diese Kurse zu besuchen und nochmals aktiv zu sein.

Bei diesen unterschiedlichen Standorten in Salzburg ist somit ein weitreichendes, flächendeckendes Sportnetzwerk geschaffen worden. Dennoch können die anderen Sportstätten mit dem Universitätssportgelände in Rif nicht mithalten. Die grüne, dörfliche Umgebung, die zahlreichen roten und blauen Tennisplätze, die sandigen Beachvolleyballplätze und das traumhafte Bergpanorama haben es mir sofort angetan! Bei dieser natürlichen Umgebung und ruhigen Kulisse konnte ich während des Sports am besten abschalten und den Schreibstress für ein paar Momente vergessen.

Gerade der derzeitige Volleyballkurs in Rif ist eindeutig mein Favorit, denn es passt einfach alles – die sympathischen Mitspielerinnen, das hohe Niveau im Team und der regelrechte Spaßfaktor während des Spiels!

Die erhitzten Füße versinken im kühlen, feinen Sand. Die letzten warmen Sonnenstrahlen des Tages tauchen die Umgebung in Gold ein und nehmen mir gleichzeitig die Sicht. Die Luft ist noch lau, kein Wind bläst. Die Berge schimmern in einem wunderschönen weiß-blauen Farbton und ragen hoch in den klarblauen Himmel empor. Ich nehme den ledernen Ball, werfe ihn ein paar Meter in die Höhe, blicke einen Augenblick in die grelle Sonne und muss blinzeln, um den Ball sehen zu können. Ich strecke meinen rechten Arm nach hinten und schlage den Ball mit der festumschlossenen Faust und einer solchen Wucht nach vorn, dass dieser in Windeseile an meinen Mitspielerinnen vorbeisaust. Der Ball fliegt über das festgespannte Netz ins gegnerische Feld und wird von einer Kontrahentin spielerisch leicht angenommen. Das Spiel hat begonnen. Jetzt heißt es volle Konzentration! Mit jedem Schlag auf den Ball fühle ich, wie mein Körper sich mehr und mehr entspannt und der Stress Stück für Stück abfällt. Am Ende der Kurseinheit fühle ich mich zwar ziemlich ausgepowert, doch zufrieden. Ich habe nun zu meiner inneren Mitte gefunden. Gerade solche Momente machen das sportliche Erlebnis noch schöner und beflügeln mich, diesen Sport immer wieder auszuüben.

Meine USI-Karriere ist mit diesem Semester leider zu Ende, da ich mein Studium demnächst abschließen werde. Eines ist jedoch gewiss – meine Neugier auf neue Sportarten wurde geweckt!Den Halbmarathonlaufen, Kajakfahren, Squash und vieles mehr – das Abenteuer Sport kann weiter gehen!

Stefanie Spitzendobler

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Studieren in Salzburg

Nach fünf Jahren in Salzburg mache ich mir Gedanken über mein Studium in Salzburg. Gedanken, die ich mir schon lange nicht mehr gemacht habe, da mir dieses Städtchen schon so in Fleisch und Blut übergegangen ist und ich schon nach kürzester Zeit „Heimweh“ nach Salzburg empfand. Eigentlich nicht meine Heimat, denn die liegt ja sechs Stunden entfernt im Süden Deutschlands, aber dennoch ist Salzburg meine Wahl-Heimat. Mittlerweile sehe ich mein Studium als selbstverständlich an, aber war es das immer? Schade eigentlich, dass ich manchmal vergesse, was für ein Glück ich habe, das studieren zu können, wofür ich mich interessiere – die Psychologie. In Deutschland ist es nicht so leicht, das zu studieren was man möchte… das wusste ich natürlich, als ich das Gymnasium beendete und schließlich mit meinem Abitur von 2,4 dastand. Mein Verstand sagte mir: „Caroline, du bist nur Durchschnitt. Vergiss es! Das schaffst du nie!“. Natürlich habe ich es trotzdem versucht. Insgesamt habe ich 40 Bewerbungen an deutsche Unis abgeschickt – ein Trauerspiel, denn es kamen auch 40 Absagen zurück. Ich hätte wohl mit 1,4 eine kleine Chance gehabt. Das war aber vielen Unis nicht genug der Absage und schrieben noch dazu, dass sie mir (wie z.B. die Uni Konstanz) 16 Wartesemester anbieten können. Was? Das ist Wahnsinn… man kann doch keine 8 Jahre auf einen Studienplatz warten. Ich war sauer – „Ist da nicht ein Fehler im System? Das ist so ungerecht“ – wie könnte ich mich bloß beweisen? Alle Hoffnung war verloren. Ich werde vermutlich nie Psychologie studieren, dachte ich.

Da mein Wille aber meistens länger hält als meine Hoffnung in etwas, war ich davon überzeugt, dass ich es trotzdem schaffe. Wenn ich mir etwas in den Kopf gesetzt habe, dann ziehe ich es auch durch. Da der direkte Weg mir versperrt war, plante ich also erst einmal ein einjähriges Praktikum in einer Psychiatrie in Freiburg ein. Der harte Psychiatriealltag überforderte mich in den ersten Tagen immer wieder. Suizidale, Borderliner, Depressive und Psychotische… alle auf einem Haufen, auf einer Station… auf meiner Station! Wie soll ich so viel lernen in so kurzer Zeit? Was sind diese Krankheiten eigentlich ganz genau? Wie verhalte ich mich am besten zu wem? Eine Borderlinerin ist in meiner Dienstzeit abgehauen. Wer ist Schuld? Hätte ich etwas tun können? Ich hatte so gehofft, sie würde sich nichts antun. Zwei Tage später wurde sie von der Polizei im angrenzenden Wald aufgegriffen: Bewusstlos, schlimme Schnittverletzungen, die Arme und Beine mit ihrem Feuerzeug verbrannt. Wir versorgten sie notdürftig, allerdings wurde ich auch angewiesen ihr keine Extraaufmerksamkeit wegen ihrer Verletzung zu schenken. Damals verstand ich nicht warum, und eines war mir klar… ich musste mehr darüber erfahren. Ich darf nicht aufhören mir Fragen zu stellen. Nach einem langen Tag mit vielen Fragen, die irgendwann müde machen und mit vielen Gesprächen mit den Patienten, gehe ich endlich in mein Zimmer und es passiert das Unerwartete.

Ich las meine Emails und verstand aber erst einmal nicht, was ich da las. Ich kann mich noch ganz genau an den Moment erinnern, in dem ich begriff: Eine Mail der Uni Salzburg. Habe ich mich dort überhaupt beworben? Unfassbar, das muss ich nochmal lesen. Ich darf wirklich an dem Test teilnehmen? Das bedeutete für mich, dass wenn ich den Test bestehen will, dann tue ich das auch… das ist ein Traum! Studieren in Salzburg. Psychologie studieren. Was gibt es schöneres? Fragte ich mich an diesem Abend, als mir die Konsequenzen allmählich bewusst wurden und ich zum ersten Mal in den ersten Praktikumswochen den befremdlichen Klinikgeruch des Personalzimmers genießen konnte und das orangefarbene, warme Sonnenlicht durch die großen Fenster schien.

Bis heute konnte ich mir viele meiner Fragen von vor fünf Jahren beantworten. Ich, der NC-Flüchtling, wäre überall hingegangen und hätte alle Städte schön gefunden, und so bin ich in Salzburg gelandet und finde es bis heute wunderschön. Eigentlich ist die Stadt Salzburg an sich nicht so wichtig in meiner Geschichte vom „Studieren in Salzburg“, aber der Name „Salzburg“ hatte damals, ohne dass ich vorher von der Stadt Besonderes gewusst hätte, etwas Magisches und Abenteuerliches. Ein kleines Paradies am Rande der Alpen, das seinen Charme (trotz Schnürlregen und Touristen-Ameisenstraßen in der Altstadt) bis heute nicht eingebüßt hat.

Caroline Lenz

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Studieren in Salzburg

Wenn man schon doppelt so alt wie die meisten Studenten ist und nach Jahren an die Universität – noch dazu zum ersten Mal in der eigenen Heimatstadt –  zurückkehrt, ist das eine ganz eigen Sache.

Ich erlebe Salzburg nach wie vor und noch immer und immer wieder aufs Neue als wunderschöne Stadt, und am Morgen ohne die Hektik des Berufsalltags mit dem Fahrrad über Residenz- und Kapitelplatz in die Kaigasse zu fahren und in einem geschichtsträchtigen Gebäude in ein Seminar mit einer Handvoll Kommilitonen zu gehen: das erscheint mir als wahrer Luxus. Man trifft sich, um gemeinsam zu denken und zu philosophieren. Ich frage mich, ob das wohl repräsentativ ist oder ob ich nur mit der Auswahl meiner Fächer Glück gehabt habe.

Ein bis zum letzten Platz gefüllter Hörsaal, ein Chemielabor im Anschluss, alles schäbig und kurz vor der Schließung des Institutes, ein verschultes Curriculum – das sind meine Erinnerungen an mein Pharmaziestudium vor vielen Jahren in München. Mein Aufbaustudium in Schottland war sehr praktisch orientiert und spielte sich vor allem in Krankenhäusern ab, sodass es nicht wirklich mit dem Studieren eines geisteswissenschaftlichen Faches vergleichbar ist. Und auch mein Dissertationsstudium mit seinen gedrängten Vorlesungen zwischen Salzburg und Wien, wo wir uns an die Auswertung der Blutproben machten, um die Nächte in Salzburg mit dem Zusammenschreiben zuzubringen, entspricht nicht meinen eigentlichen Vorstellungen vom Studieren.

Ganz anders mein spätes Studium in Salzburg. Von Anfang an war alles sehr persönlich, die Inskription, die Absprache der Kurse mit den Zuständigen in den verschiedenen Instituten, die Kurse selbst. Liegt es daran, dass alles nur ein kurzer Ausnahmezustand von ein paar Monaten sein darf und ich deswegen ganz bewusst auswähle, um es ebenso bewußt zu genießen?

Als neuer alter Student muss man sich erst wieder im System zurechtfinden. Wo bekomme ich meine Informationen? Wie kann ich hier Bücher ausleihen? An welchem der vielen Standorte verschiedener Institute sind sie zu finden? Die einen sind selbst mitzunehmen, auf die anderen muss gewartet werden.

Alles ist im Computer ersichtlich. Das Ausleihen und Vorbestellen der Bücher erfolgt per Computer. Man immatrikuliert auch per Computer, man hat seine ID im Computer, das „blackboard“ und die Emailadresse halten einen auf dem Laufenden. Die Studenten haben ihre „smartphones“ stets bereit und sind jederzeit erreichbar und online.

Ich kann nicht beurteilen, wie das Studentenleben in Salzburg so ist, wo und wie man in dieser Stadt lebt und isst und sich vergnügt, wenn man Anfang 20 ist, da ich neben dem Studium mein gewohntes Leben fortsetze, in dem viele Entscheidungen schon gefallen sind. Aber es ist schön, wieder mit den so viel Jüngeren zusammenzukommen, sich vorzustellen, wie sie noch so vieles vor sich und zu entscheiden haben; frei sind und die Gelegenheiten, die sich bieten, problemlos ergreifen können. Auslandssemester, Jobangebote, neue Beziehungen, alles scheint noch offen zu sein. Aber eben auch erlebt werden zu müssen …

In Salzburg als junger Mensch zu studieren stelle ich mir schön vor, weil alles nahe beieinander liegt. Man braucht kein Auto, alles ist mit dem Fahrrad zu erreichen. Es muss sehr reizvoll sein, hier neu herzukommen und alles für sich zu entdecken. Ob und wie einfach oder schwer ein finanzierbares und hübsches Quartier für einen Studenten aufzutreiben ist, lässt sich für mich, die ich ja in dieser Stadt aufgewachsen und im Beruf zu leben gewohnt bin, nicht beurteilen. Inwieweit braucht und findet man einen Zusatzjob, um sein Studium zu finanzieren oder sich etwas mehr leisten zu können? Ich habe aber den Eindruck, dass zumindest meine Kommilitonen ganz gut zurechtkommen.

Es scheint sehr nette Kollegen zu geben, nicht in so überwiegender Zahl wie in großen Universitätsstädten mit allen nur erdenklichen Studienrichtungen, aber doch genügend. Die Lehrenden sind den Studenten sehr nahe und immer für ein Gespräch zu haben. Natürlich, mein Altersunterschied zu ihnen ist jetzt auch ein anderer. Ähnlich wie in meinem Studium in München bin ich von Deutschen umgeben – hier hat sich mit der EU wohl einiges verändert.

Ist die Stadt interessant und abwechslungsreich, wenn man jung ist und alles ausprobieren möchte? Oder viel zu eng, teuer und borniert? Die Sportler werden sich wohl fühlen, denn Berge, Seen und die Natur überhaupt sind nie weit weg. Kunst- und Kulturinteressierte werden auch auf ihre Rechnung kommen. Und die wirklichen Großstadtmenschen werden sich hoffentlich nie für eine kleine Stadt wie Salzburg entscheiden.

Christina Hofer-Dückelmann, Juni 2013

 

 

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