Archiv der Kategorie: Wichtige rhetorische Figuren
Alliteration
Monika Berghuber (englisch: alliteration, französisch allitération, italienisch: alliterazione) Wichtigstes Indiz für die Alliteration ist der Gleichklang der Anlaute von mindestens zwei aufeinanderfolgenden Wörtern. Der Gleichklang kann auch am Ende des Wortes auftreten. In der Dichtung ist diese Figur besonders … Weiterlesen
Ambiguität
Monika Berghuber (griechisch: amphibolié, lateinisch: amphibolia) Ambiguität bedeutet Mehrdeutigkeit, das heißt, ein Wort, eine Wortgruppe bzw. ein Satz kann mehrere Deutungsmomente beinhalten. Eine weitere Bezeichnung dafür ist Amphibolie; diese gilt zwar als veraltet, wird jedoch noch häufig verwendet. … Weiterlesen
Anapher und Epipher
Magdalena Koch-Dithör Anapher (griech.: anaphorá, lat.: conduplicatio, iteratio (Einzelwort) repetitio (Wortgruppe), Synonyme: Epanaphora, Prälation, dt.: Rückbeziehung, Wiederaufnahme) Bei der Anapher handelt es sich um eine Figur auf Wortebene: dasselbe Wort bzw. dieselbe Wortgruppe am Anfang aufeinander folgender … Weiterlesen
Anspielung
Franziska Guggenbichler-Beck Bei der Anspielung setzt der Redner ein gewisses Hintergrundwissen des Publikums voraus und nimmt (meist nur ansatzweise) darauf Bezug. Als Hintergrundwissen gelten berühmte Zitate, bekannte Volkslieder, historische Daten, Redewendungen und vieles andere. Ein Beispiel: „Leise rieselt der … Weiterlesen
Anticipatio
Marco Sturm (antizipation, dt. Vorwegnahme, engl. anticipation, ital. anticipazione, frz. anticipatio) Diese rhetorische Figur bedeutet soviel wie, „vorher erfassen“ und setzt sich aus zwei lateinischen Begriffen zusammen: ânte = vorher, früher und câpêre= erfassen, ergreifen, nehmen. Richtigerweise müsste es … Weiterlesen
Antithese
Barbara Schnitzer (griechisch: antítheton; lateinisch: contrapositum, contrarium; deutsch: Gegenüberstellung) Einer allgemeinen Definition zufolge ist die Antithese eine „der These gegenübergestellte Behauptung, Gegenbehauptung, Entgegenstellung“ (Wahrig, 184). Daneben bezeichnet die Antithese eine rhetorische Figur. In dieser speziellen rhetorischen Bedeutung kann … Weiterlesen
Ellipse
Monika Berghuber (griechisch: élleipsis, lateinisch: detractio, defectio, defectus) Diese Figur der Kürze (brevitas) zeichnet sich dadurch aus, dass bestimmte Teile des Gesagten bzw. Geschriebenen ausgelassen werden können. Ein Beispiel aus dem Alltagsbereich ist die oft gestellte Frage nach dem … Weiterlesen
Epiphrase
Franziska Guggenbichler-Beck (griech. epi= nach, phrazo= deutlich machen, kundtun, sagen. dt. Nachtrag) An eine anscheinend schon abgeschlossene Aussage wird unvermutet noch ein Satzteil oder eine Wortgruppe angehängt. Dadurch wird das, was nachgetragen wird, besonders hervorgehoben. Ein Beispiel aus … Weiterlesen
Euphemismus
Magdalena Koch-Dithör (griech.: euphemismos, lat.: euphemismus, Synonym: Beschönigung, dt.: Ersatzwort, Deckwort, Glimpfwort) Allgemein gesprochen handelt es sich beim Euphemismus um eine mildernde oder beschönigende Umschreibung für ein Wort, das unter Umständen als anstößig oder unangenehm empfunden wird. … Weiterlesen
Exclamatio
Marco Sturm (griech. ekphônesis, dt. Ausruf/ Aufschrei, engl. exclamation) Der Begriff selbst setzt sich aus den lateinischen Wörtern ex (aus) und clamare (schreien, laut rufen) zusammen. Die Exclamatio ist eine rhetorische Figur bei der ein affektgeladener Ausruf / … Weiterlesen
Geminatio
Nina Wolfensteiner (dt. Verdoppelung; griech. epízeuxis;lat. epizeuxis, conduplicatio) Die Geminatio ist als Wiederholung einer Sinneinheit (eines Wortes, einer Wortgruppe) innerhalb einer Periode in unmittelbarem Aufeinanderfolgen definierbar. Sie dient der Intensivierung und Hervorhebung. Als Schema dient hier: x (,) … Weiterlesen
Inversion
Monika Berghuber (griechisch: anastrophé, lateinisch: inversio, perversio, reversio, inlusio) Bei der Inversion handelt es sich um eine Umstellung von Wort- oder Satzfolgen, genauer gesagt, eine „Umstellung der üblichen, regelmäßigen Wortfolge“ (vgl. Sachwörterbuch der Literatur, S. 418). Die Inversion … Weiterlesen
Ironie
Nina Wolfensteiner (dt.Verstellung; griech. eironia; lat. ironia, dissimulatio) Übereinstimmende Meinungen in der Fachliteratur bezeichnen die Ironie als Form der Rede, die das Gesagte der eigentlich vermittelten Aussage konträr gegenüberstellt. Das Gegenteil des Gemeinten wird gesagt. In der Interaktion … Weiterlesen
Klimax
Nina Wolfensteiner (dt. Steigerung; griech. klímax, klimatokón schéma, epiploké, epoikodómesis; lat. gradatio, gradatus, catena, ascensus) Dem Terminus ‚Klimax’ entspricht, wörtlich übersetzt, der Begriff ‚Leiter’ oder ‚Treppe’, zurückzuführen auf das griechische Verb ‚lehnen’. Auch die Bezeichnung ‚Kette’ findet man … Weiterlesen
Metapher
Franziska Guggenbichler-Beck (griech. meta = anderswohin, pherein = tragen; lat. metaphora, translatio; dt. Übertragung) Grob gesehen zieht man bei der Metapher ein Wort heran, das logisch gesehen im Satz keinen Sinn ergibt, aber den Inhalt der Aussage verdeutlicht. … Weiterlesen
Periphrase
Marco Sturm (periphrasis, gr. periphrasis, dt. Umschreibung, engl. periphrasis, fzr. periphrase, ital. perifrasi) Der Begriff Periphrase wird aus zwei griechischen Wörtern zusammengesetzt: perî = ringsum, um…herum und phrazo = deutlich machen, zeigen. Eine lateinische Bezeichnung für die Periphrase … Weiterlesen
Rhetorische Frage
Barbara Schnitzer (griechisch: erótesis, erótema; lateinisch: interrogatio) Eine rhetorische Frage ist eine Frage, auf die keine Antwort erwartet wird, weil sie bereits die Antwort impliziert bzw. wird diese als bekannt angenommen. Die Antwort bildet sich im Kopf des … Weiterlesen
Trikolon
Barbara Schnitzer (griechisch: tríkolon; lateinisch: tricolum, teriugum; deutsch: Drillingsformel) Wie der Name schon sagt (tri = drei), besteht das Trikolon aus drei Satzgliedern oder Sätzen. Es besteht aus einer Aufeinanderfolge zweier oder mehrerer Glieder (kolon = Glied). Im … Weiterlesen
Zwillingsformel
Barbara Schnitzer (auch: Paarformel, Wortpaar) Kennzeichen der Zwillingsformel ist das gemeinsame Auftreten zweier oder mehrerer Worte, die meist durch „und“ verbunden sind („fix und fertig“). Dies muss aber nicht immer der Fall sein. Es gibt auch andere Formen, wie … Weiterlesen
Was ist eine rhetorische Figur – und was macht eine rhetorische Figur wichtig?
Was ist eine rhetorische Figur – und was macht eine rhetorische Figur wichtig? Heike Mayer Die Figura bezeichnet ihrer lateinischen Wortherkunft nach ein ,plastisches Gebilde’. Entwickelt hat sich der rhetorische Fachterminus figura in enger Beziehung zum griechischen Schema (,äußere Gestalt’) … Weiterlesen