Kategorie-Archiv: Rhetorikgespräche

Rhetorikgespräche 2006_03

Einen Zeitplan der Rhetorikgespräche finden Sie hier.


Inhalt der Vorträge
(in alphabetischer Reihenfolge)
Übersicht:

Anglberger, Albert
„Non-Kognitivismus und Normenlo­gik: ein Dilemma?“

Astleitner, Hermann
„Kann man mit Web-Vorlesungen Argumentieren lernen?“

Barsfeld, Darius
„Interne Unternehmenskommuni­kation – Brachland mit viel Poten­tial“

Bartsch, Tim – C.
„Sportliche Debatte im rhetorischen Training“

Dorninger, Maria
„Wasser und Wein. Rhetorisches in den Carmina Burana“

Dusini, Arno
„DOC. Zu den Nebenwirkungen rhetorischer Genussmittel“

Ebneth, Rudolf
„Erfolgsfaktor interne Kommunika­tion“

Fetz, Hanspeter
Vom Nutzen und Nachteil der Logik für das rationale Argumentieren.Bemerkungen zu Christoph Lumers Argumentationstheorie“

Ganthaler, Heinrich
„Argumentation in der Ethik“

Gmeiner-Jahn, Dorothea
„Wilde Poesie: Weinbeschreibun­gen“

Gratzl, Norbert
„Moralische Dilemmata

Grothe, Klaus-Jürgen
“Mündliche Kommunikationskom­petenz im Studium – Halten von Seminarreferaten“

Hausner, Renate
„Rhetorik des Genusses der Rheto­rik im deutschsprachigen Mittel­alter“

Hiebl, Ewald
„Zwei Jahre RhetOn – Eine Bilanz“

Hölzl,, Bernhard
„Wie argumentiert die Werbung“

Hoppmann, Michael
„Moderne Disputation als Schule der Argumentation“

Huttergger, Simon
Evolution von Normen“

Immerschitt, Wolfgang
„Unterschiede in der Rhetorik von Unternehmen und Politikern“

Kalivoder, Gregor
„Typologie der Topik“ Zur Glie­derung des Begriffsfeldes und Vor­bereitung eines Lexikonartikels“

Kamitz, Reinhard
„Wie ist der Begriff der logischen Folgerung für normative Sätze definierbar?“

Kassel, Susanne
“Framing im Wahlkampf“

Kischner, Alexander
„Bullshit-Bingo in der Chefetage – Modeworte und der Verlust an Glaubwürdigkeit“

Kleinknecht, Reinhard
„Logische Aspekte des Sollens“

Kolmer, Lothar
„Rhetorik des Genusses“. Ansätze zu einer neuen Gastrosophie“

Kreuzbauer, Günther
„Argumentation in Recht und Ethik“

Kurz, Franz
„Die wirkungsvolle Rede – Eine Rede mit Händen und Füßen“

Lohmer, Christian
„Rhetorik des Verzichts im mittel­alterlichen Mönchtum“

 

Losek, Friedrich
„Rhetorik im Salzburger Bildungs­kanon des 10. Jahrhunderts?“

Löffler, Winfried
„Gibt es induktive Argumente?“

Lumer, Christoph
„Überreden ist gut, überzeugen ist besser! Argumentativer Ethos in der Rhetorik“

Morino, Barbara
„Werbung für Lebensmittel- Propa­ganda oder Abschreckung?“

Müller, Ernst
„Praxisbericht : Rhetorik und Prä­sentation an der HTL für Nach­richtentechnik und Informatik Kla­genfurt“

Müller, Ulrich
„Rhetorik des Schlemmens: Der Mönch von Salzburg und Oswald von Wolkenstein“

Müller, Werner
„Zum Beispiel den Vorlesewettbe­werb moderieren. Eine authenti­sche rhetorische Spielsituation“

Neumaier, Otto
„Zum Begründen moralischer Ver­antwortung…“

Petersmann, Gerhard
„Das große Fressen im Satyrikon – ein soziokultureller Querschnitt“

Pfeifer, Niki
„Argumentation mit unsicherem Wissen“

Rex, Bernd
„Die Moderne Deklamation als praktische Übungsform“

Rixgens, Jürgen
„Ideal und Wirklichkeit – oder warum es so wenige mitreißende Präsentationen gibt“

Romahn, Boris
“Über das Verhältnis von Rhetorik und Medien“

Sawicki, Diethard
„Können wir aus der Genussrhetorik des 18. Jahrhunderts für heute lernen?“

Schallaböck, Michael
„Kann man Kommunikation lernen?“

Schmidt, Siegried
„Die Speisung des Grals und Lämmerschlings Hochzeitsmahl – Varianten der Rhetorik des Genusses in mittelhochdeutscher Literatur“

Schneeberger, Christian
“Die Leiden der jungen Wörter- Rhetorik in der Schule, ein Erfah­rungsbericht”

Siegel, Achim
„Polarisieren oder integrieren? Die Wirksamkeit rhetorischer Strategien in Fensehduellen“

Steininger, Christian
“Bundesdeutsche Debatten zur Rundfunkfinanzierung“

Tröger, Thilo
“Mündliche Kommunikationskom­petenz im Studium – Praktische Argumentation in der Juristenaus­bildung“

Vergeest, Markus
„Agon und Dialog im rhetorischen Training“

Weixlbaumer, Claudia
„Critical Thinking“

Wielander, Elias
„Rhetorische Methoden im asiati­schen Weltbild“

Wolf, Simon
„Formen der Argumentation bei Platon und Aristoteles“

Wöller, Roland
„Wahlkampfrhetorik“

 

Satuer2016_005_

Satür 2016 Rhetorik der Inszenierung in Salzburg

Thomas Schirren

Sa|tü|r 2016: Rhetorik der Inszenierung. 27.–28.5.2016

Einige bebilderte Marginalien

Das Tübinger Rhetorikforum hat eine positive Bilanz gezogen und schreibt im Newsletter #03-2016:

Die Salzburg-Tübinger-Rhetorikgespräche in Salzburg zum Thema Rhetorik der Inszenierung waren sehr anregend. Vor allem das neue Konzept, das Prof. Dr. Schirren und PD Dr. Koch in diesem Jahr präsentiert haben, hat überzeugt: Die wissenschaftlichen Vorträge wurden von Lecture Performances gerahmt und von Workshops begleitet. Herzlichen Dank!

Diese wohlwollenden Worte wärmen natürlich das Herz und wir freuen uns, dass unser Konzept aufgegangen ist. Salzburg & Tübingen sind ja die weithin einzigen Universitäten, in denen die Rhetorik gepflegt wird … da kann es natürlich keine Konkurrenz geben,aber geschwisterlicher Wettbewerb stachelt natürlich an. Daher besonderer Dank!

Weiterlesen

Titel und Abstracts der Sa|tü|r 2016

Satür 2016 – Abstracts der Vorträge

(in alphabetischer Reihenfolge der Vortragenden)

Sine Carlsen, Roskilde

Showtime! Inszenierung als Höhepunkt des Rhetorikunterrichts

Der Saal ist vollgestopft, einige Studenten sitzen auch auf der Treppe. Ganz vorne sind etwa 15 Rhetorikstudenten, die bald auf der Bühne stehen werden, um Reden oder Erzählungen vorzutragen.

Die Kommunikationsstudenten der Roskilde Universität fangen mit zwei intensiven Workshops an. Jeden Tag für drei Wochen lang arbeiten sie in Gruppen von etwa 15 Teilnehmern, um unterschiedliche Produkte zu entwickeln. Zum Beispiel Plakate, Videofilme, Podcasts, Dialogspiele oder Brettspiele mit pädagogischen Absichten… In den Rhetorikworkshops wird Rhetorik in Theorie und Praxis erarbeitet, werden Reden entwickelt, geübt und gehalten. Oft entsteht in diesen Workshops eine ganz außergewöhnliche Lerngemeinschaft. Es steht ja etwas auf dem Spiel: Showtime! Weiterlesen

Vortragende der [sa|tü|r] 2016

  1. Sine Carlsen, Roskilde: Kairos in Chaos – Free Public Speaking on Speakers Corner
  2. Gabriele Danninger, Salzburg: Lehrerinnen und Lehrer sprechen und wirken. Systemische Rhetorik als Inszenierung von Unterricht
  3. Frank Dürr, Tübingen: Wie überzeugt eine Ausstellung? Der ‚Gedankenscherz‘ Leibniz‘ und die Rhetorik der Inszenierung
  4. Arno Dusini, Wien: Schiller inszeniert Rhetorik. Zum Streitgespräch in ‚Maria Stuart‘
  5. Renske Ebbers, Hamburg: Let me tell you one thing about love (Lecture Performance); Workshop (mit Anne Pretzsch): Wie generiere ich Text durch Körper?
  6. Pia Engel, Tübingen: Inszenierung als rhetorische Strategie im Dokumentarfilm. Von distanzierter Betrachtung zur Realitätsillusion
  7. Tomma Galonska, München: Rhetorik im Widerstand. Oder: Freimütiges Nachdenken über das Inszenieren von Sprache in Kriegsstücken (Lecture Performance).
  8. Ruth Gutmann-Beisteiner, Spannend wie ein Film – Die Inszenierung einer Rede im Wirtschaftsleben
  9. Nicole Haitzinger, Salzburg: Der rhetorische Körper: Zur Inszenierung von tragischen Figuren in den szenischen Künsten des 18. Jhs.
  10. Herbert Kapplmüller, München/Berlin: Exaltationen
  11. Walther Kindt, Bielefeld: Der maieutische Dialog als rhetorische Inszenierung
  12. Joachim Knape, Tübingen: Inszenierung als theoretisches Problem
  13. Olaf Kramer, Tübingen: TED-Talk, Slam und Science Notes – Techniken zur Inszenierung öffentlicher Rede im Wandel
  14. Gero Nievelstein/Frances Pappas, Salzburg: Musiktheater als soziales Werkzeug. Die Community-Oper ‚Noahs Flut‘ in Salzburg
  15. Sylvie Polz/Tomma Galonska, München: Zur Rhetorik der handelnden Sprache (Workshop)
  16. Anne Pretzsch, Hamburg: How to talk with bodies (Lecture Performance); Workshop (mit Renske Ebbers, s. o.)
  17. Bernd Rex, Stuttgart: Erzählen statt aufzählen… Storytelling als Quelle für mitreißende Reden?
  18. Juliane Rink: Die Welt gestalten – Brecht als Rhetoriker
  19. Lisa Stumpfögger, München/Berlin: Inwendig-Auswendig. Zwischen Schein und Sein – Geste und Gestus auf der Bühne des musikalischen Dramas
  20. Gabriela Wacker, Tübingen: Inszenierte Rhetorik zwischen Pathos und Gelassenheit am Beispiel von Schillers Dramenfiguren

 

 

 

Gefühlsbetonte Werbung

„Gefühlsbetonte Werbung nach dem österreichischen UWG“

Marlene Springer

Gefühlsbetonte Werbung

 Einleitung

Marketing 1 ist heute eine Notwendigkeit, um den unternehmerischen Erfolg zu sichern und aufrecht zu erhalten. Durch den Einsatz von Marketing ist es möglich, den Wert der Kundenbeziehungen und die Kundenlebenszeit zu erhöhen, den Wert der Unternehmensmarke zu stärken und das Marktrisiko zu minimieren. Dafür ist es nötig, einen so genannten Marketing-Mix, also ein Bündel an Maßnahmen, welche die Produkt-, Preis-, Distributions- und Kommunikationspolitik beinhalten, einzusetzen. Klassische Werbung, wie sie uns allen bekannt ist, ist Teil der Kommunikationspolitik. Sie hat zum Ziel, die Bekanntheit und Wiedererkennung der Produkte zu stärken und Emotionen in den Kunden zu wecken. Die dabei verwendeten Inhalte variieren von Unternehmen zu Unternehmen und reichen von informativ bis hin zu emotionell.[1]

Weiterlesen

Rahmenzeiten und Veranstaltungsorte

Rahmenzeiten SATÜR

wir freuen uns sehr, Ihnen die Rahmenzeiten der heurigen SaTüR bekanntgeben zu können:

Am Freitag, den 31. Mai, dürfen wir Sie um 09:15 Uhr zur Eröffnung und den anschließenden Vorträgen begrüßen. Diese finden, unterbrochen von diversen Pausen, bis 17:30 Uhr statt. Um 18:30 Uhr laden wir zum Theaterabend im KunstQuartier mit anschließendem Buffet ein.

Bitte melden Sie sich als Gast per E-Mail an: rhetorik@sbg.ac.at

Veranstaltungsort SATÜR

Rechtswissenschaftliche Fakultät
Churfürststraße 1/ Toscanatrakt
5020 Salzburg
 Bitte melden Sie sich nach Ankunft im Tagungsbüro an. Dort erhalten Sie Ihre Tagungsmappe und Ihre Zahlungsbestätigung für die Tagungsgebühr (10€ StudentIn/40€ ReferentIn). Das Tagungsbüro ist während der Veranstaltung die zentrale Anlaufstelle, bei der Sie alle Informationen erhalten, die Sie benötigen. Es ist zu folgenden Zeiten für Sie geöffnet:

Weiterlesen

Satür 2013 Rhetorik der Affekte

Rhetorik der Affekte – Pathos als rhetorisches Strategem

Die Bedeutung der Affekte ist jedem bewusst, der überzeugen möchte. Aristoteles definiert bündig die Affekte als dasjenige, was uns affiziert: unter dem Einfluss von Affekten urteilen und entscheiden wir anders als wenn wir frei von Affekten sind. Eine rhetorische Strategie tut daher gut daran, Affekte bewusst einzusetzen, um erfolgreich zu sein. Die Satür 2013 stehen daher unter der Leitfrage, wie Pathos als rhetorisches Strategem eingesetzt werden kann.

Folgende Aspekte könnten einschlägig sein:

• Pathos als Beweismittel in der politischen Rede
• Pathos in der Werbung
• Pathos als stilistisches Phänomen
• Falsches Pathos

SaTüR Essays

Erstmals gibt es das Angebot, durch unsere Veranstaltung ECTS-Punkte für das Rhetorik-Zertifikat zu sammeln. Voraussetzung ist die Teilnahme und das Verfassen eines 15-seitigen Essays à 2500 Zeichen/Seite (inkl. Leerzeichen).

Als Grundlage soll dabei ein Vortrag der Tagung aus dem Bereich Praxis oder Theorie dienen, über den die eigene Arbeit natürlich auch hinausgehen darf. Der Essay wird bei positiver Beurteilung als einem unserer Rhetorik-Kurse äquivalent angerechnet (entsprechend der Teilbereiche Argumentation, Performanz, System oder Medientheorie).

Die Abgabe bei Prof. Schirren erfolgt bis 30. September 2013.

Abstracts der Vorträge

(in alphabetischer Reihenfolge)

Blase Bernd

Das Pathos und die Klangwelt der Stimme

Die physischen Grundlagen der Stimme, die Atemtechnik, das Volumen und die Reichweite der Stimme dienen dem emotionalem Apell und sind fester Bestandteil, um die Hörer emotional zu erreichen. Auch die  Dynamik, Glaubwürdigkeit  und Lebendigkeit  des Stimmausdruckes  können  zu einem  wichtigen  pathosähnlichem  Zustand führen. Nicht zu unterschätzen  sind  die Wegbereiter  dieser  rednerischen Qualität. Körpersprache und Körperhaltung, Präsenz und Kontakt zum Publikum.

Die Stimme ist dabei der Energiefahrstuhl zum Pathos-Stockwerk, die dann dem rezeptiertem  rhetorischen  Strategem  dienen  können  und hin zum Gesprächs- und Meinungsziel des Redners führt. Die Stimme modelliert das Pathos. Weiterlesen

sa|tü|r 2011

satuer_gross_SA229

Rhetorik und Stilistik

Die kommenden SATÜR wollen sich dem Thema „Rhetorik und Stilistik“
widmen. Es ist eine bekannte Tatsache, dass man einerseits angewandte
Rhetorik gerne mit der gelungenen, wo nicht geschliffenen Formulierung
assoziiert, andererseits aber „bloße Rhetorik“ als eine Methode versteht,
mangelnden Inhalt durch eine gefällige Form zu kaschieren. Mit barocker Rhetorik gar ist eine überbordende Form gemeint, die durch Schwulst gewichtigen Inhalt vortäuscht.

2016 Rhetorik der Inszenierung

SaTüR 2016 in Salzburg

Am Freitag, 27. und Samstag, 28. Mai 2016 werden die diesjährigen Salzburg-Tübinger-Rhetorikgespräche (SaTüR) in Salzburg zum Thema

Rhetorik der Inszenierung

 

veranstaltet. Wir laden dazu alle Interessierten ein, sich mit Beiträgen zu bewerben. Geplant sind folgende thematischen Bereiche:

  • Inszenierte Rhetorik: Die Rhetorik als Gegenstand der Inszenierung
  • Inszenierende Rhetorik: Die Rhetorik als Mittel und Prozess in Inszenierung aller Art
  • Rhetorische Momente in der Inszenierung: Theater, Oper, Film, Tanz
  • Szene (im weitesten Sinne) als Ort rhetorischer Strategien
  • Rhetorische Performanz als Vollzug von Szene

Die Vortragsdauer soll maximal 25 min. betragen.

Sehr willkommen sind auch experimentelle Vortragsformen: So könnten sich mehrere Vortragende zu einem Workshop zusammenschließen, oder es könnten stärker interaktive Formate gewählt werden. Hier wären bis zu 90 Minuten möglich.

Veranstaltungsort der SaTüR 2016 wird die Alte Residenz am Residenzplatz 1, A-5020 Salzburg sein.

Bitte senden Sie uns bis zum 31.3.2016 Ihren Titelvorschlag mit kurzem Inhalt (150 Wörter) sowie Ihren Kontaktdaten an rhetorik@sbg.ac.at. Wir freuen uns auf Ihre Ideen und Ihr Kommen.

Nadia Koch & Thomas Schirren

Rheorikgespräche 2004-01

1. Salzburger Rhetorikgespräche

16/17. April 2004, Universität Salzburg

Die neu geschaffene „Rhetorik“ an der Universität Salzburg lädt zu den ersten Rhetorikgesprächen herzlich ein. Wir wünschen uns ein offenes Forum, auf dem der gegenwärtige Stand der Rhetorik vorgestellt und diskutiert werden soll.

 

Sektionen

1.) Rhetorik in der Politik

2.) Rhetorik in der Wirtschaft

3.) Rhetorik in der Ausbildung

 

plakat_rhe_ges_2004-0001

 

Rhetorikgespräche 2004 Teilnehmer

 

Einen Zeitplan der Rhetorikgespräche finden Sie hier.


Inhalt der Vorträge
(in alphabetischer Reihenfolge)
Übersicht:

Apeltauer, Martin
Willkommen im freien Markt! Was kann Rhetorik in der modernen politischen Kommunikation noch leisten

Barsfeld, Dariush
Rhetorik in der Chefetage: Chancen und Realität strategischer Kommunikation in der Wirtschaft

Geier, Andrea
Topik des Antisemitismus am Beispiel der Neuhofer Rede Martin Hohmanns – Oder: Woran erkennt man eine antisemitische Rede?

Immerschitt, Wolfgang –  Oberholzer, Kurt
Doppelconference: Frei nach Kurt Tucholsky „Guter Redner/Schlechter Redner: Auf der Suche nach den guten Rednern in Wirtschaft und Medien“

Kemmann, Ansgar
Debattieren in Schule und Hochschule

Knoche, Manfred
Strategische Rhetorik in der Wirtschaft

Kocher, Ursula
Politische Rhetorik – zu den Möglichkeiten der Analyse politischer Reden

Kolmer, Lothar
Die „Salzburger Rhetorik“ stellt sich vor

Kreuzbauer, Günther
Public Speaking TrainingMüller, Ulrich
SIC ET NON. Zynismus oder eine didaktisch verwertbare Methode?

Müller, Werner
Schule braucht Rhetorik

Rogatsch, Gerlinde
Politische Sprache im Spannungsfeld zwischen Infotainment und seriöser Vermittlung von Inhalten

Rusam, Margret – Ebneth, Rudolf
Interne Kommunikation bei Veränderungsprozessen in Unternehmungen. Das Beispiel BMW

Schabus-Kant, Elisabeth
Rhetorik, Präsentation, Kommunikation. Beispiele aus Wien

Schallaböck, Michael
Rhetorik in der Ausbildung – beispielgebende Ansätze im Bundesland Salzburg

Schallaböck, Michael
Rhetoriktraining in der Wirtschaft. Ein Erfahrungsbericht

Till, Dietmar
Schreibkompetenz – Rhetorik des Schreibens. Ein virtuelles Modellprojekt

Wöller, Roland
Marcus Fabius Quintilianus und die Praxis der politischen Rhetorik heute

 

 

Rhetorikgespräche 2007_01

4. Salzburger Rhetorikgespräche

Zukunftsvision – Rhetorik


die Salzburger Rhetorikgespräche finden dieses Jahr am 13. und 14. April 2007 zum vierten Mal an der Rechtswissenschaftlichen Fakultät der Universität Salzburg statt.
Die „Rhetorikgespräche“ haben sich zu einer fixen Größe unter den wissenschaftlichen Tagungen zu diesem Thema etabliert. Sie beschäftigen sich mit Rhetorik in Wissenschaft, Schulen, Hochschulen, Politik und Wirtschaft.

Auf der Fachtagung referieren Experten über Theorie und Praxis. Die Vorträge und anschließenden Diskussionen bieten Informationen für jeden Interessenten.

 

Die Zukunft deutschsprachiger Rhetorik

„Im Jahr 2007 wollen wir auf unserer Tagung vor allem die Zukunft der deutschsprachigen Rhetorik diskutieren. Alle Interessent/-innen sind wie immer herzlich dazu eingeladen.“, so der Leiter des Büros des Rektorats-Rhetorik, Lothar Kolmer.

 

Rhetorikgespräche 2006_01

3. Salzburger Rhetorikgespräche

Rhetorik – ein Genuss


die Salzburger Rhetorikgespräche finden am 21. und 22. April 2006 zum dritten Mal an der Rechtswissenschaftlichen Fakultät der Universität Salzburg statt.

Die „Rhetorikgespräche“ gehören zu den größten wissenschaftlichen Tagungen zum Thema im deutschsprachigen Raum. Sie beschäftigen sich mit Rhetorik in ihrer ganzen Vielfalt in Wissenschaft, Schulen, Hochschulen, Politik und Wirtschaft.

Auf der Fachtagung referieren Experten aus all diesen Berufsfeldern über den gegenwärtigen Stand von Theorie und Praxis. Die spannenden Vorträge und anschließenden Diskussionen bieten Informationen für jeden Interessenten.

Dieses Mal wird das Spektrum in vier Sektionen ausgebreitet, eine davon ist, erstmals, die:

Rhetorik des Genusses

Kochbücher, Weinflaschenetiketten, Diäten, Askese, was hat all dies mit Rhetorik zu tun? Mehr als man meint. Denn alle diese Texte haben bestimmte Ziele – Persuasion: kaufen, kochen… Rhetorik leitet zur geeigneten sprachlichen Gestaltung an. Ihr ging und geht es immer darum zu informieren, positiv anzusprechen und zu einer Handlung zu bewegen.

Nur wie erreichen sie ihre Zwecke – mittels Rhetorik? Oder fehlt die gerade hier?

Könnte man derartige Texte nicht auch „kulinarisch“ aufbereiten? Kann man aus Beispielen lernen, um zu einer „gastrosophischen“ Rhetorik zu gelangen?

0001

Rhetorikgespräche 2005_01

2. Salzburger Rhetorikgespräche

1./2. April 2005,

Universität Salzburg

Am 1. und 2. April 2005 finden an der Rechtswissenschaftlichen Fakultät der Universität Salzburg zum zweiten Mal die Salzburger Rhetorikgespräche statt.

Nach dem großen Erfolg im Vorjahr wird auch heuer wieder zwei Tage lang über die Kunst des Redens diskutiert. Diese Tagung versteht sich als offenes Forum, auf dem der gegenwärtige Stand der Rhetorik in Theorie und Praxis vorgestellt und erörtert werden soll. „Wir wollen eine geeignete Plattform für Diskussionen, Fragen und Antworten schaffen“, erläutert der Leiter der Salzburger Rhetorik, Univ.-Prof. Dr. Lothar Kolmer.

Die Expertenvorträge setzen sich schwerpunktmäßig mit Rhetorik in der Ausbildung an Schulen und Hochschulen, Politik, Praxis, Wirtschaft und Wissenschaft auseinander.

Sektionen:

1.) Rhetorik in Wissenschaft und
Praxis

2.) Rationale Argumentation

3.) Didaktik der Argumentation

4.) Debatte als Training von
Argumentation und Rhetorik

plakat_rhe_ges_2005-0001

Vortragende der [sa|tü|r] 2009


Inhalt der Vorträge
(in alphabetischer Reihenfolge)

Übersicht:

Baur, Alexander/Wolf, Simon
Recht aus der Sicht der Oratortheorie – Ein rhetorischer Systematisierungsversuch mit didaktischem Ausblick

Blomeyer, Philipp
Kopf Herz Mut und Kraft

Danninger, Gabriele
Persönlichkeit und Rhetorik – systemisch betrachtet

Fetz, Hanspeter
Petitio Principii

Freinschlag, Andreas
The Caution: Henry Peachams Warnungen an den Rhetor

Gutenberg, Norbert
Ethos und Actio: Zur Rolle der Stimme in der Medienrhethorik

Gutmann-Jungwirth, Ruth
Persönlichkeitsstärkung und Rhetoriktraining

Hoppmann, Michael
Effektivität und Ethik: Ein argumentationstheoretischer Blick auf den ‚Giftschrank der Rhetorik‘

Kirchner, Alexander
Über die psychischen Voraussetzungen für das ‚movere‘ und ‚delectare‘ des Redners.

Kirchner, Baldur
„Über die psychischen Voraussetzungen für das ‚movere‘ und ‚delectare‘ des Redners“ (Eröffnungsvortrag)

Koch, Nadia J.
Die perfekte Rednerin: Ein realistisches Ziel?

Kopp-Oberndorfer, Elfie K.
Kommunikation und Motivation

Kramer, Olaf
Simulierte Präsenz. Was wird aus dem Redner im Cyberspace?

Kunschert, Martin
„Der Stellenwert innerbetrieblicher Kommunikation aus Sicht der Unternehmensleitung“

Leidl, Christoph
Im Spiegel des Gegners. Die Persönlichkeit des Redners in der Invektive

Luppold, Stefanie
Haben Unternehmen Persönlichkeit?
Die Grenzen der Persönlichkeitsmetapher und das Potential eines korporativen Ethos-Konzepts

Mader, Martin/Mag. Brigitte, Hütter
Rhetorik – Schlüsselqualifikation für den Berufseinstieg

Manshausen Udo
Rhetorik und Theologie
die innere Einstellung des Redenden – Wege zu einem Dialog mit Weisheit und Herz

Pabst-Weinschenk, Marita
Die Rede-Pyramide – ein elementares Synopse-Modell

 

 

Polz, Sylvia/Schmalz-Rauchbauer
Die Bedeutung der Stimme für die Rhetorik

Riemer, Peter
Ethos und Actio. Zu antiken Konzepten des authentischen Redevortrags

Rixgens, Jürgen
Ethos, Pathos und Logos im Schnellkochtopf – Wie viel Persönlichkeit bildet Rhetorik an einem Tag? Ein Erfahrungsbericht aus der Praxis.

Rothkamm, Jan
„Ohne Hybris, ohne Blasphemie, ohne Schwören und ohne Polemik: West-östliche Rhetorik und Persönlichkeitsentwicklung bei Aurelius Augustinus und Johannes Chrysostomus“

Schiemenz-Höfer, Elvira R.
Das Einstellungsinterview – Häufig praktiziert – auch immer professionell?!

Schild, Hans-Jochen
Die Paradoxie des Redeerfolgs nach Apostel Paulus: zur Unwichtigkeit des Redners. (nach Korinther 1,9,19-22)

Schwarze, Cordula
Rhetorischer Erfolg – wodurch? Zum Zusammenhang von Persönlichkeit, Prozess und Produkt beim Argumentieren in Konfliktgesprächen.

Stölzgen, Karsten
Der pädagogische Bezug im Rhetorik-Training

Strötgen, Harald
Im Dialog – Die Rolle des Managements in der Innerbetrieblichen Kommunikation

Taraman, Jasmin
Moderne Disputation als Persönlichkeitsbildung

Tröger, Thilo
Redetraining in den Schlüsselqualifikationen des Jurastudiums und das Vir-Bonus-Ideal

Ulrich, Anne
Haben Unternehmen Persönlichkeit? Die Grenzen der Persönlichkeitsmetapher und das Potential eines korporativen Ethos-Konzepts

Vidal, Francesca
Rhetorik und Empoloyability

Vielberg, Meinolf
Die Rezeption Quintilians in den Institutiones rei scholasticae von Johann Matthias Gesner

Wagner, W. Roland
Persönlichkeitsbildung durch rhetorische Übungen im Deutschunterricht?

Zohner, Dominikus
Ich muss, ich kann, ich will! Denkweisen in der Rhetorik.

Titel und Abstracts der Sa|tü|r 2009

Satür 2016 – Abstracts der Vorträge

(in alphabetischer Reihenfolge der Vortragend

Alexander Baur, Simon Wolf

Recht aus der Sicht der Oratortheorie – Ein rhetorischer Systematisierungsversuch mit didaktischem Ausblick

Unter Rhetorikern ist anerkannt, dass es sich beim Recht um eine besondere Erscheinungsform der Rhetorik handelt. Das Recht hat vor allem seit der Aufklärung und noch mehr seit der Mitte des 20. Jahrhunderts Techniken und Methoden der Absicherung gegen Missbrauch entwickelt und damit den vir bonus systemisch etabliert und institutionalisiert. Dem Vortrag wird es um Erscheinungsformen des vir-bonus-Postulats auf der Mikro- und der Makroebene des Rechts gehen, was nicht nur für das Recht interessant ist, sondern auch theoretische Rückschlüsse auf die Mutterdisziplin des Rechts, die Rhetoriktheorie, zulassen wird. Erkenntnisse für die praktische Rhetorikausbildung und nicht zuletzt für Genderaspekte stehen zumindest mittelbar zu erwarten.

Philipp Blomeyer

Kopf Herz Mut und Kraft

Unternehmenskultur im Wandel: die gezielte Umgestaltung der Unternehmenskultur am Beispiel der TeamBank AG: von der direktiven zur normativen Führung. Die TeamBank AG war ehedem von einer direktiven Führung geprägt, in der der Einzelne nicht gefordert war, Verantwortung anzunehmen und zu übernehmen. In einem mehrjährigen Prozess wird den Führungskräften und Mitarbeitern nahegebracht, Verantwortung anzunehmen, selbständig Initiative auch über den Bereich der Funktionsbeschreibung zu entwickeln und ganzheitlich Verantwortung für das Unternehmen zu übernehmen. Dies wird erreicht u.a. mit den Mitteln (1) „Beitrag sichtbar machen“, d.h. dem Herausstellen von herausragenden Leistungen für die Unternehmensziele, (2) eine gezielte Weiterbildung um das Wissen der Führungsinstrumente (Seminarreihe „Konsequent Führen“), (3) der Instrumente Nachwuchssicherung und Job Rotation, d.h. gezielte Verbreiterung des eigenen Horizonts durch Job Enrichment und Job Rotation, sowie (4) über die easyCredit Akademie, in der den Mitarbeitern und Führungskräften das Podium geboten wird, ihre Erfahrungen und Kenntnisse mit Kollegen zu teilen. Gemein ist allen Mitteln, dass der Mitarbeiter bzw. die Führungskraft gezwungen ist, die „Komfortzone“ zu verlassen, um sich und die Gemeinschaft im Unternehmen weiter zu bringen: Rhetorik und Persönlichkeit entwickeln bedeutet Bühnen bieten. Dieser Prozess polarisiert. Kann man jede Führungskraft erreichen? Wie geht man mit denjenigen um, die sich dem Prozess nicht stellen? Welche Konsequenzen werden von wem gezogen?

Gabriele Danninger

Persönlichkeit und Rhetorik – systemisch betrachtet

In der Systemischen Rhetorik werden Erkenntnisse der systemischen Psychologie mit der klassischen Kunst der Rhetorik verbunden. So gilt es als vordergründigstes Ziel, herauszufinden, wie die eigene Person im interaktiven Raum erlebt wird und welche rhetorischen Mittel der Persönlichkeit entsprechen. Spezielle Ressourcen, sowie geschlechtsspezifisches rhetorisches Handeln finden dabei Berücksichtigung. Als Leitidee dieses Beitrages soll die Frage untersucht werden, in welcher Weise sich die Stärkung individueller Potentiale nach den bedeutenden systemtherapeutischen Grundsätzen von Steve de Shazer auf die Rhetorik auswirkt.

Ulrich Falk

Trug und Heimtücke: Beobachtungen zu einer Gerichtsrede von Cicero

„Das Meisterwerk der römischen Rhetoriktheorie“ – unter dieser Überschrift behandelt Joachim Knape den klassischen Text De oratore von Marcus Tullius Cicero (Knape 2000). Im rechtshistorischen Überblick begegnet Cicero (106-43 v.Chr.) als Staatsmann und „bedeutendster Gerichtsredner sowie politischer Schriftsteller der Römer überhaupt“, der zwar „kein professioneller Jurist“, gleichwohl aber ein Kenner des geltenden Rechts und Vermittler griechischen Rechtsdenkens gewesen sei (Behrends 2001).

Der junge Cicero hielt im Jahr 81 v.Chr. seine erste Gerichtsrede, die heute noch erhalten ist (Pro P. Quinctio oratio). Diese Quelle ist für die dogmenhistorische Rekonstruktion des römischen Zivilprozessrechts von großem Interesse. Aus diesem Blickwinkel hat ihr der Rechtshistoriker Johannes Platschek vor wenigen Jahren eine detailgenaue Dissertation gewidmet, die von Rezensenten gelobt, aber auch hinterfragt wurde: Nur verschwommen gerät die rhetorische Dimension der Rede ins Blickfeld der Untersuchung (treffend Kroppenberg 2008; vgl. auch Metzger 2007). Der Referent wird bei den diesjährigen Rhetorikgesprächen in Salzburg versuchen, beide Perspektiven zur Deckung zu bringen.

Wenn der Referent recht sieht, dann gelangt man zu folgendem Befund: Ciceros Rede für Quinctius ist ein charakteristisches Produkt der Anwaltsrhetorik, getrieben von der Not, einen fast aussichtslosen Prozess um jeden Preis gewinnen zu müssen, weil die wirtschaftliche und soziale Existenz des eigenen Klienten auf dem Spiel steht. Die juristische Pointe dieser schwierigen Anwaltsarbeit zählt aus heutiger Sicht zum Kernbestand der Dogmatik des Zivilrechts – die exceptio doli generalis (allgemeine Arglisteinrede). Am Anfang dieser Tradition steht Ciceros erste Gerichtsrede, ein unscheinbares, aber folgenreiches Meisterwerk der römischen Rhetorikpraxis.

Hanspeter Fetz

Petitio Principii

Was ist eine Petitio Principii (im Deutschen auch als „Zirkelschluß“ oder als „Vorwegnahme des Beweisgrundes“ bezeichnet)? Logiker, Rhetoriker und Argumentationstheoretiker geben verschiedenste, sich teilweise widersprechende Antworten. Einige bestreiten, daß Instanzen von Petitio Principii Fehlschlüsse seien.

Andere halten den Terminus des Zirkelschlusses für undefinierbar. Wiederum andere geben verschiedenste Definitionen. Im Vortrag werden verschiedene populäre syntaktische, semantische und dialektische Analysen von Petitio Principi als inadäquat zurückgewiesen und diesen eine präzise epistemische Definition entgegengestellt.

 Andreas Freinschlag

The Caution: Henry Peachams Warnungen an den Rhetor

Peachams Handbuch The Garden of Eloquence (1577, überarbeitet 1593) hat in der englischen Rhetorik einen besonderen Stellenwert. Zum einen führte Peacham darin viele Begriffe als erster in die englischsprachige Rhetorik ein. Zum anderen sind darin (anders als in englischen Werken seiner Zeit) detaillierte Ratschläge und Warnungen für die Verwendung rhetorischer Mittel und Strategien formuliert. Die explizit so benannte Rubrik „The Caution“ verbindet intrinsische und extrinsische, technische und ethische Dimensionen rhetorischer Kommunikation.

Ziel des Beitrags ist die Skizzierung einer kleinen Topik, die sich aus Peachams Warnungen destillieren lässt. Einige Lemmata werden genauer behandelt, z.B. „Sarcasm“, „Irony“ und „Proclesis“.

Stefan Gössler

Barack Obama – rhetorisches Phänomen oder kunstvoller Handwerker?

Was macht Barack Obama so begeisternd? Was ist die Grundlage seiner Kunst? Was die Basis seines Charismas? Der Vortragende hat in seinem Buch die Rhetorik Barack Obamas auf Ähnlichkeiten mit jener von Schröder, Merkel, Lafontaine, Lincoln und Churchill untersucht. Neben einigen bemerkenswerten Parallelen haben sich auch klare Unterschiede herausgezeichnet.

Norbert Gutenberg

Ethos und Actio: Zur Rolle der Stimme in der Medienrhethorik

Wenn die ‚Stimme’ eines Menschen schon in der Normalkommunikation entscheidend dafür ist, wie er als Person wahrgenommen wird, um wie viel mehr in audiovisuellen oder nur auditiven Medien! Ob ein Politiker oder eine Moderatorin seriös, souverän, sympathisch, überzeugend – man denke sich die gegenteiligen Adjektive – wirkt, hängt in einem nicht genau zu quantifizierenden, aber doch sehr starken Maß von ihrer ‚Stimme’ ab.

Aber was verstehen wir unter ‚Stimme’? Welche Beschreibungskategorien gibt es, welche Kriterien zur Bewertung? Welche ‚Stimmen’ sind telegen oder radiogeeignet, wie werden sie ausgesucht und nach welchen Kriterien? Ist ‚Stimmbildung’ eine Option rhetorischer Bildung für die Medien, d. h. wie formbar ist eine Stimme, in welchem Sinne ist Stimmbildung Persönlichkeitsbildung?

Ruth Gutmann-Jungwirth

Persönlichkeitsstärkung und Rhetoriktraining

„Man wächst mit der Aufgabe“ heißt es oft. Auch die Auseinandersetzung mit und das Training von Rhetorik ist auch ein Anspruch an die persönlichen Ressourcen. Ein Rhetorikseminar wird deshalb besucht, um sich in der Rhetorik und der Persönlichkeit weiterzuentwickeln. Welche Möglichkeiten ein Rhetoriktrainer dafür hat, soll der Schwerpunkt dieses Beitrages sein. Es werden Werkzeuge und Übungen vorgestellt, mit denen die Teilnehmer sowohl in ihrer Rhetorik als auch in ihrer Persönlichkeit gefordert werden.

Mein Vortrag ist ein Bericht aus meiner Praxis ohne wissenschaftliche Abhandlung. Ich freue mich auf die anschließende Diskussion.

Michael Hoppmann

Effektivität und Ethik: Ein argumentationstheoretischer Blick auf den ‚Giftschrank der Rhetorik‘

In der unüberschaubaren Flut von rhetorischen Ratgebern und Lehrbüchern gibt es kaum eine Schrift, die darauf verzichtet, einen separaten Abschnitt zum Thema ‚Fehlschlüsse‘, ‚dreckige Tricks‘ oder ‚rhetorischer Giftschrank‘ anzubieten. Die betreffenden Kapitel warnen dann entweder vor unmoralischen Tricks des Gegners, die man erkennen und selbst vermeiden müsse oder bieten selbst – gewissermaßen im Flüsterton – entsprechende Anweisungen für den werdenden Schurken. Einig sind sie sich jedoch fast immer darin, dass das Problem dieser Techniken ihre moralische Fragwürdigkeit ist.

Eva Jonas

Psychologie des Überzeugens

Interaktionen zwischen dem Sender einer Nachricht und dem Empfänger können psychologisch durch Merkmale des Senders, des Empfängers, der Nachricht und des Kontextes beschrieben werden. Diese haben Einfluss darauf, in welcher Form und in welchem Ausmaß eine Nachricht verarbeitet wird und ob sie überzeugt oder nicht.

Neben dieser deskriptiven Kennzeichnung haben Menschen aber auch Wünsche und Bedürfnisse in Interaktionen. Die Wahrnehmung von Gerechtigkeit ist hier sehr wichtig. Interaktionen werden dann problematisch, wenn Personen das Gefühl haben, dass ihre Freiheit eingeschränkt wird, z.B. aufgrund von Manipulationsversuchen. Die Folge ist Reaktanz, d.h. Widerstand um die bedrohte Freiheit wiederherzustellen.
Der Vortrag schließt mit der Vorstellung eines integratives Modell, welches formuliert, wann Menschen sich in Interaktionen öffnen und wann sie sich verschließen.

Baldur Kirchner

Eröffnungsvortrag: „Über die psychischen Voraussetzungen für das ‚movere‘ und ‚delectare‘ des Redners“

Im rhetorischen Geschehen öffnet sich zuerst der Redner, um schließlich ein Offensein der Zuhörer für das gesprochene Wort zu bewirken. Zu einer wirklich lebendigen Begegnung zwischen dem Sprechenden und seinem Auditorium wird der rhetorische Auftritt aber erst, wenn der Redner die die emotionale Seite seiner Persönlichkeit spürbar werden lässt. Wer etwas bewegen (movere) möchte, möge in sich selbst Bewegendes erleben und zulassen – wer erfreuen (delektare) will, möge erkennbar Lebensfreude verbreiten. Es ist daher notwendig, eine psychische Entwicklung absolviert zu haben, in der die emotionalen Fundamente des Redners zu einer glaubwürdigen Ausstrahlung herangebildet wurden. Diese seelische Entwicklung will der Vortrag genauer beleuchten.

Joachim Knape

Ethos und Image als rhetorische Kategorien

Der Vortrag versucht, den theoretischen Kern der aristotelischen Ethoskategorie, die wir heute mit dem Begriff Image zusammenbringen, herauszuarbeiten.

 Nadia J. Koch

Die perfekte Rednerin: Ein realistisches Ziel?

Im Anschluß an eine Lehrveranstaltung mit Rhetorik-Studentinnen der Universität Salzburg soll gezeigt werden, welche Bedeutung der rhetorische Auftritt für die Persönlichkeitsbildung der modernen Frauen hat. Ausgehend von dem historisch gewachsenen Bildthesaurus weiblicher Archetypen und von einer Bestandsaufnahme weiblicher Rhetorikmodelle im männlich definierten Theorieumfeld gilt es, die Hindernisse zu definieren, denen sich Frauen beim öffentlichen Auftritt ausgesetzt sehen. Dabei haben die praktischen Übungen mit den Rhetorik-Studentinnen ergeben, daß für die Bereitschaft des Publikums, sich von einer Frau überzeugen zu lassen, die körperliche Präsenz eine besondere Rolle spielt.

 Elfie K. Kopp-Oberndorfer

Kommunikation und Motivation

Die Art und Weise der KOMMUNIKATION in einem Betrieb beeinflusst den wichtigen Bereich der MOTIVATION aller Mitarbeiter. Das Verständnis dieses Zusammenhangs ist Voraussetzung für eine gelingende Personalentwicklung.

Olaf Kramer

Simulierte Präsenz. Was wird aus dem Redner im Cyberspace?

Die antike Rhetorik ist als eine Theorie situativer Kommunikation angelegt. In der Redesituation ist die Person des Redners, seine Persönlichkeit, ein entscheidendes Mittel, um die Zuhörer zu beeinflussen. Im Vortrag soll demgegenüber die Frage geklärt werden, welche Rolle der Persönlichkeit im Internet überhaupt noch zukommen kann? Es soll geklärt werden, wie sich im Medium Internet so etwas wie ethos-Wirkung entfalten kann, welche Konsequenzen es hat, wenn Persönlichkeit zu einem virtuellen Konstrukt wird, das sich nicht zwangsläufig an der Realität bewähren muss.

Günther Kreuzbauer

Rationalität und Recht: Ein Vergleich juristischer und anderer „Rationalitätstechnologien“

Neben Ethos und Pathos ist der Logos bekanntermaßen eine der drei klassischen Wirkformen der Rhetorik. Versteht man „Logos“ in einer weiten Interpretation als das Überzeugen durch gute Gründe, spricht das die menschliche Ratio an und hat demnach mit Rationalität zu tun. Im Rahmen der abendländischen Wissenschafts- und Philosophiegeschichte wurden mehrere „Technologien“ zur Erzeugung von Rationalität entwickelt, wobei hier vor allem auf die aus der Euklidischen Geometrie, der Dialektik und der Topik hervorgegangenen „klassischen Rationalitäts¬technologien“ zu verweisen ist, welche hier formal-konstruktive (Euklidische Geometrie), diskursiv-teleologische (Dialektik) und informell-konstruktive (Topik) „Rationalitätstechnologie“ genannt werden sollen. Da auch die Jurisprudenz für sich in Anspruch nimmt, rational zu sein, stellt sich die Frage wo die spezifisch „juristische Rationalitäts¬technologie“ in diesem Spannungsfeld zu verorten ist. Das soll hier geklärt werden.

Der Vortrag beginnt nach der Klärung der Grundbegriffe: „Rationalität“, „Rationalitäts-technologie“ etc. mit Darstellung der erwähnten drei „klassischen Rationalitätstechnologien“. Da¬nach geht es um die Verortung der gegenwärtigen kontinentaleuropäischen, juristi¬schen – d. h. insbesondere der forensischen – Rationalitätstechnologie in diesem Spannungs¬feld, wobei hier insbesondere auch auf die diskursiven, mentalen und neuronalen Grundlagen einzugehen sein wird.

Martin Kunschert

Der Stellenwert innerbetrieblicher Kommunikation aus Sicht der Unternehmensleitung

Ausgehend von der Unternehmensstrategie sind die Ziele an jeden Mitarbeiter zu kommunizieren. Es werden im Unternehmen mehrere Kanäle der Kommunikation genutzt. In Zeiten von E-Mails, Blogs, Unternehmens-Wikipedias etc. ist und bleibt die persönliche Kommunikation das wichtigste Mittel der Kommunikation. Dabei sind einige Prämissen zu beachten, beispielsweise: Je nach Zielgruppe im Unternehmen muss eine entsprechende zielgruppenspezifische Sprache gesprochen werden, um sicherzustellen, dass die Ziele verstanden werden; die Kommunikation muss nicht nur mit Inhalten gefüllt sein, sondern auch Emotionen transportieren; die Kommunikation muss auf ethischen Werten beruhen.

Christoph Leidl

Im Spiegel des Gegners. Die Persönlichkeit des Redners in der Invektive

Das Auftreten eines Redners in der Politik und vor Gericht involviert häufig die Auseinandersetzung mit einem Gegner. Wer die Verletzung von ethischen Normen durch den Gegner anprangern will, setzt zugleich seine eigene rhetorische Persona einem besonders kritischen Blick aus: Der Verteidiger genießt von vornherein einen Sympathievorsprung gegenüber dem Angreifer. Um als Angreifer das eigene Ethos überzeugend darstellen zu können, ist eine Analyse nicht nur der Persönlichkeit(sdefekte) des Gegners, sondern auch des eigenen Charakters und Verhaltens unerläßlich. Die Invektive affirmiert einen sozialen Wertekanon ex negativo. Dieser Zusammenhang von Fremd- und Eigenwahrnehmung soll am Beispiel einiger Reden Ciceros vorgeführt werden.

Stefanie Luppold/Anne Ulrich

Haben Unternehmen Persönlichkeit?
Die Grenzen der Persönlichkeitsmetapher und das Potential eines korporativen Ethos-Konzepts

Persönlichkeit überzeugt. Dies gilt nicht nur für reale Personen. Auch kollektive Akteure brauchen einen zielgruppenadäquaten „Charakter“, um erfolgreich persuasiv wirken zu können. Im Kern aller Bemühungen um corporate identity steht daher der Versuch, abstrakte soziale Gebilde über eine strukturelle Metapher als Personen zu konzipieren und diese kollektiven Oratoren mit einem passenden Ethos auszustatten. Doch unter welchen Bedingungen lässt sich die Metapher der Persönlichkeit auf Institutionen übertragen? Wo liegen Ihre Grenzen? Ausgehend von diesen Fragen möchte der Beitrag ein korporatives Ethos-Konzept entwickeln, das die Persönlichkeitsmetapher integriert, aber auch dessen nicht an diese Metapher gebundenen Mehrwert herausarbeitet.

Martin Mader/Brigitte Hütter

Rhetorik – Schlüsselqualifikation für den Berufseinstieg

Das neu gegründete Career Center der Universität unterstützt Studierende und AbsolventInnen im Übergang vom Studium in den Beruf und leistet damit einen wesentlichen Beitrag zu deren Berufsfähigkeit. Enge Kontakte mit den AkteurInnen am regionalen und überregionalen Arbeitsmarkt sind dazu wesentlich. Die Vernetzung bestehenden Ressourcen innerhalb und außerhalb der Universität garantiert mittelfristig ein integriertes Dienstleistungsangebot. Zudem werden Studierende fortlaufend auf die Themenfelder Beruf, Berufsbilder, Arbeitsmarkt und Beschäftigungsfähigkeit sensibilisiert. Der Bereich „Rhetorik“ stellt in diesem Zusammenhang eine Schlüsselqualifikation dar, die AbsolventInnen für einen erfolgreichen Berufseinstieg benötigen.

Udo Manshausen

Rhetorik und Theologie: Die innere Einstellung des Redenden – Wege zu einem Dialog mit Weisheit und Herz

Im Kontext des theologischen Blickwinkels stehen die Lauterkeit und die Glaubwürdigkeit des Redenden im Mittelpunkt. Die maßgebende Orientierung beschreibt der Wüstenvater Abbas Poimen (+450): „Lehre deinen Mund sagen, was dein Herz hat.“ Wie können wir jedoch einen mitmenschlichen Habitus des Herzens erlangen? Ein solcher Weg führt über die Selbsterkenntnis und das Mitgefühl. Es werden Eckpfeiler für ein persönliches Weisheitstraining vorgestellt. Damit die Gleichwertigkeit der Dialogpartner im herzlichen Horizont bleibt, ist es ratsam, ethische Regeln der Redekunst zugrunde zu legen. In diesem Sinne werden die rhetorischen Prinzipien des Bischofs Basilius von Caesarea (+379) nahe gelegt: „Überall, auch wenn man tadeln muss, ist die Rauheit fernzuhalten.“

Marita Pabst-Weinschenk

Die Rede-Pyramide – ein elementares Synopse-Modell

Sollen Rhetorik-Seminare für die Teilnehmer nicht nur Sammelsurien zusammenhangloser Tipps und Verhaltensrezepte darstellen, sondern wirklich der Persönlichkeitsbildung dienen, braucht man wissenschaftliche Theorie im Hintergrund und daraus abgeleitete praktikable Synopse-Modelle. Ein elementares und zugleich umfassendes Kriterien-Modell für rhetorische Persönlichkeitsbildung ist die Redepyramide nach Pabst-Weinschenk, die in diesem Vortrag vorgestellt wird.

Sylvia Polz/Barbara Schmalz-Rauchbauer

Die Bedeutung der Stimme für die Rhetorik

Rhetorischer Erfolg misst sich nicht nur an den vorgetragenen Argumenten oder ihrer sprachlichen Formulierung, sondern auch an der Art und Weise wie ein Redner durch sein einmaliges individuelles „Timbre“ wirkt. Die Stimme ist eine organische Funktion, die tiefer als die Sprache, da diese kulturell erworben ist, mit der Gesamtpersönlichkeit des Menschen verbunden ist. Die phylo- und ontogenetisch ältere Ebene der Stimmproduktion ist gegenüber dem intellektuellen Neuerwerb der Sprache weniger leicht messbar und deshalb ein schwieriges Untersuchungsobjekt. Sie vermag auch das Schwankende, sich erst Vorbereitende auszudrücken und die Verbindung rein intellektueller Werte mit Gefühlswerten darzustellen. In der Antike schon wurde die rhetorische Schulung der Stimmbildung und Körperbeherrschung nicht von den Rhetoriklehrern, sondern von Schauspielern übernommen. Während der Schauspieler die Wirklichkeit nur nachahmt, präsentiert der Redner diese Wirklichkeit in seiner Rede selbst.

Spielt ein Schauspieler seine Rolle, hat der Redner durch seine Person, durch sein Ethos zu überzeugen. Aber verbirgt sich nicht auch in dieser Möglichkeit als Person sichtbar zu werden eine dem Menschen innewohnende Angst? Das angeborene immanente Potential der Stimme erfährt im Laufe des Lebens eine Konditionierung, eine kulturelle Prägung, die ein Gewohnheitssprechen konstituiert. Selbst wenn der Ton „gut sitzt“, drückt er nicht mehr aus als eben dies: eine gut trainierte Stimme, die eine trainierte Person andeuten kann. In letzter Konsequenz kann aber nicht das Vertrauen des Kommunikationspartners gewonnen werden. Beinhaltet Arbeit an der Stimme auch Arbeit an der Person, bleibt die lebendige Wirkungs-Einheit zwischen Person und Stimme berücksichtigt. Die Person wird sichtbar, subtile Gedanken-Nuancen können unmittelbar und mit aller Evidenz ausgedrückt werden. Unsere einzigartige Fähigkeit, Laute zu

Wortsymbolen oder unsere flüchtige Wahrnehmung zu fest umrissenen Begriffen weiter zu entwickeln, sollte nicht auf diese zu größter Reife entwickelte beziehungsweise entwicklungsfähige Stimme verzichten.

Claus Rieder

Persönlichkeitsbildung aus Kundensicht

Das Referat untersucht die Persönlichkeitsbildung anhand von Fallbeispielen in einschlägigen Rhetoriktrainings. „Persönlichkeit“ als wissenschaftliches Paradigma wird interdisziplinär herausgearbeitet. Von Interesse ist besonders auch inwieweit „Persönlichkeit“ als juristische Kategorie definiert wird.

Jürgen Rixgens

Ethos, Pathos und Logos im Schnellkochtopf – Wie viel Persönlichkeit bildet Rhetorik an einem Tag?
Ein Erfahrungsbericht aus der Praxis.

Als Rhetoriktrainer steht man häufig vor der Aufgabe, Unternehmen zu helfen, die Veränderungen vorantreiben wollen: „Machen Sie die Leute schnell rhetorisch fit, damit sie die neue Strategie klar und emotional überzeugend ihren Mitarbeitern verkaufen! Die Zeit pro Seminar beträgt 1 Tag mit acht Teilnehmern.“ Geht so etwas? Die aristotelische Idee von Ethos als wichtigstem Überzeugungsmittel und Quintilians Ideal des tugendhaften Redners bilden einen scheinbar ungeeigneten didaktischen Ansatz und Persönlichkeit lässt sich mit dem Tagespensum vermutlich auch nicht bilden – oder doch? Der Vortrag stellt Möglichkeiten vor, die sich in der Praxis von Großunternehmen bewährt haben – allerdings nicht ohne auf Ethos, Pathos und Logos zu verzichten.

Jan Rothkamm

„Ohne Hybris, ohne Blasphemie, ohne Schwören und ohne Polemik“: West-östliche Rhetorik und Persönlichkeitsentwicklung bei Aurelius Augustinus und Johannes Chrysostomus

In der Spätantike durchläuft Rhetorik mit den Versuchen der Kirchenväter, Redekunst und Glauben miteinander in Einklang zu bringen, eine Phase des Wandels. An die Stelle einer erlernbaren, für bestimmte Situa-

tionen gedachten Technik tritt das Ideal einer göttlich inspirierten Eloquenz, die sich an den Menschen in allen Lebensbereichen wendet. Im Vortrag soll untersucht werden, wie es zwei prominenten Vertretern der lateinischen und griechischen Patristik gelungen ist, die Wende zu einer auf ganzheitliche Persönlichkeitsentwicklung angelegten Disziplin zu realisieren. Dabei soll auch die potentielle Ausdifferenzierung in ein orientalisches und ein okzidentales Modell von Rhetorik zur Sprache kommen.

 Elvira R. Schiemenz-Höfer

Das Einstellungsinterview – Häufig praktiziert – auch immer professionell?!

Der Erfolg von Unternehmen hängt von seinen Mitarbeiter(n)/-innen ab. Die besten Konzepte führen nicht zum Ziel, wenn für deren Umsetzung die „richtige Persönlichkeit“ fehlt. Entscheidend bei der Rekrutierung von qualifiziertem und motiviertem Personal ist immer noch das Interview. In Auswahlgesprächen wird täglich mit Mio. von € an Wertschöpfungspotenzial jongliert, obwohl ein Einstellungsfehltritt in immenser Höhe zu Buche schlägt. In 1er Stunde werden Entscheidungen getroffen, die 6-stellige Investitionen betreffen. Führungskräfte bekennen offen, dass sie kaum Gebrauch von vorbereiteten, strukturierten Interviews machen und auf ihre Erfahrung und ihr Bauchgefühl vertrauen. Erfahren Sie, warum eine gute Interviewtechnik unerlässlich ist!

Hans-Jochen Schild

Die Paradoxie des Redeerfolgs nach Apostel Paulus: zur Unwichtigkeit des Redners. (nach Korinther 1,9,19-22)

Die in der klassischen Rhetorik zentrale und entscheidende Rolle des Redners wird systematisch im Dienst der gelingenden Persuasion demontiert. Nur im bewußten Selbstverzicht, in Demut, in Absehen von gegebenem eigenen Macht-und Verhandlungspotential, in Selbsterniedrigung und im Verzicht auf die Sichtweise eines Überlegenen und mit den Augen der anderen zu sehen, die gewonnen werden sollen, gelingt der Redeerfolg. „Ich bin allen alles geworden, damit ich auf diese Weise einige rette.“ Das Paradoxe liegt dabei

darin, dass auf alles verzichtet worden ist, was der jeweils anderen Eigenheit des zu gewinnenden Publikums fremd erscheint, und um so durch bewusste Selbstentfremdung Fremde zu gewinnen.

Cordula Schwarze

Rhetorischer Erfolg – wodurch? Zum Zusammenhang von Persönlichkeit, Prozess und Produkt beim Argumentieren in Konfliktgesprächen.

Anhand authentischer Konfliktgespräche wird mittels gesprächsanalytischer Methoden bei der Analyse der Argumente und ihrer zugrunde liegenden Topoi das Zusammenwirken aller rednerischen Überzeugungsmittel aufgezeigt. Unter Berücksichtigung von Prozessualität und Interaktivität des Argumentierens als einer regelgeleiteten Gesprächspraktik wird dargestellt, wie Argumentieren im Gespräch anhand verschiedener Faktoren situativ, lokal gebunden und prozessual konstituiert, aber doch individuell ausgeformt hergestellt wird. Es wird deutlich, dass die drei rednerischen Überzeugungsmittel miteinander verflochten zur Anwendung kommen und in ihrer interaktiv sensiblen und virtuosen Anwendung als Ausdruck der Persönlichkeit angesehen werden können.

Karsten Stölzgen

Der pädagogische Bezug im Rhetorik-Training

Persönlichkeitsbildung geschieht nicht im luftleeren Raum, sondern in Begegnung mit anderen. Im Rhetorik-Training ist die Art der Beziehung zwischen Lehrendem und Lernendem in vielfacher Hinsicht Gelingensbedingung, wird allerdings in der klassischen Rhetorik selbst kaum beachtet. Hermann Nohl, einer der großen Vertreter der geisteswissenschaftlichen Pädagogik, sieht in seiner Theorie vom pädagogischen Bezug das „leidenschaftliche Verhältnis“ von Lehrendem und Zögling als die Grundlage der Erziehung. In diesem Vortrag soll die Beziehung zwischen Trainer und Teilnehmer und dessen Beitrag zum Gelingen des Trainings auf der Grundlage der Ideen Nohls erkundet werden.

Harald Strötgen

Im Dialog – Die Rolle des Managements in der Innerbetrieblichen Kommunikation

Der Erfolg von Veränderungsprozessen aber auch die ständige Weiterentwicklung der Unternehmensziele hängt maßgeblich von einer funktionierenden internen Kommunikation ab. Die Stadtsparkasse München hat einige Stellhebel entwickelt, um den innerbetrieblichen Informationsfluss zu gewährleisten.

Jasmin Taraman

Moderne Disputation als Persönlichkeitsbildung

Die Disputation als Übungsformat taucht erstmals in der aristotelischen Topik auf. Dort führt Aristoteles neben der ‚Übung‘ auch ‚die Begegnung mit der Masse‘ als Zweck der Disputation an. In jüngster Zeit wurde die Disputation im akademischen Rahmen als rhetorische Trainingsform wiederbelebt und modernen Anforderungen an ein Übungsformat angepasst. In diesem Vortrag werde ich den Fokus auf die Kompetenzen legen, die die Teilnehmer beim disputieren schulen können. Durch den dialektischen
Charakter der Disputation werden neben analytischen und argumentativen Fähigkeiten ebenso allgemeine Gesprächskompetenzen trainiert, die einen großen Teil zur Persönlichkeitsbildung beitragen können.

Thilo Tröger

Redetraining in den Schlüsselqualifikationen des Jurastudiums und das Vir-Bonus-Ideal

Durch den Bologna-Prozess und durch die Reform der Juristenausbildung im Deutschen Richtergesetz sind die juristischen Fakultäten der Hochschulen verpflichtet, General Studies oder Schlüsselqualifikationen in den Lehrplan (wieder) einzuführen, um dem Studium Praxis- und Anwaltsbezüge zu geben. Dem liegt die Erkenntnis zu Grunde, dass fachliche juristische Fähigkeiten nicht allein den beruflichen Erfolg garantieren, sondern mindestens ebenso kommunikative und soziale Kompetenzen des Richters oder Anwalts, die wesentlicher Teil seiner „Persönlichkeit“ bilden. Welche Persönlichkeitsmerkmale sind für einen Juristen wünschenswert, ob und wie lassen sich diese im Unterricht trainieren, reflektieren und gute Ansätze verstärken?

Francesca Vidal

Rhetorik und Empoloyability

Im Beitrag soll exemplarisch an den Anforderungen der Arbeitswelt, der sog. Employability, gezeigt werden, warum es gerade heute des rhetorisch Gebildeten bedarf und warum Rhetorik als umfassendes Bildungsprogramm zu neuer Geltung gebracht werden muss. Unter der Voraussetzung, dass es ein berechtigtes gesellschaftliches Interesse gibt, die Bedeutung demokratischer Werte wie Selbstbestimmung und Selbstverwirklichung für eine humane Arbeitswelt immer wieder herauszustellen, soll an der Kategorie Subjektivität gezeigt werden, dass die für den gesellschaftlichen Wandel als notwendig herausgestellte Subjektivierung für den Einzelnen nur dann zu nutzen ist, wenn er auch der Arbeitswelt als ein rhetorisch Gebildeter begegnen kann.

Meinolf Vielberg

Die Rezeption Quintilians in den Institutiones rei scholasticae von Johann Matthias Gesner

Johann Matthias Gesner war der erste Professor der Eloquenz an der Universität Göttingen. Er gründete dort das Philologische Seminar. Der Unterricht im Philologischen Seminar beruhte auf seinen in der Seminarordnung von 1738 genannten Institutiones rei scholasticae. In der im Auftrag des Theologen J. Fr. Buddeus an der Universität Jena verfassten Lehrschrift greift Gesner auf verschiedene Autoren aus Barock und Frühaufklärung wie J. L. Vives, W. Ratichius, J. A. Comenius, J. Locke, E. Weigel und Chr. Thomasius zurück. Seine Hauptquelle ist Quintilian.

Es wird gezeigt, wie die antike Rhetorik für die Entwicklung des Philologischen Seminars fruchtbar gemacht wurde und damit die Entwicklung der Universität von der Frühen Neuzeit bis in die Gegenwart bestimmte. Im einzelnen wird behandelt, wie J. M. Gesner in den Institutiones rei scholasticae Quintilians rhetorische Lehrschrift nach Anlage, Adressatenorientierung, rhetorischer Präsentation des Lehrstoffs, Forderung einer universalen Bildung des Studenten, Wahl der Metaphorik, Argumenten und Argumentformen umfassend, wenngleich nicht unkritisch rezipiert. Damit wird ein bislang unerforschtes Kapitel der Wirkungsgeschichte Quintilians und der antiken Rhetorik beschrieben.

Roland W. Wagner

Persönlichkeitsbildung durch rhetorische Übungen im Deutschunterricht?

In den Bildungsplänen aller Schularten finden sich zahlreiche Forderungen und Hinweise zur Persönlichkeitsbildung. „Die Schulen sollen nicht nur Wissen und Können vermitteln, sondern auch Herz und Charakter bilden” steht z. B. in der Bayerischen Verfassung. Vor allem der Deutschunterricht bietet viele Möglichkeiten, die Persönlichkeiten der Schülerinnen und Schüler zu beeinflussen. Der Beitrag soll einen Überblick verschaffen, welche rhetorischen bzw. sprechpädagogischen Methoden hierzu eingesetzt werden könnten, welche Probleme auftreten und welche Risiken beachtet werden müssen.

Daniela Werndl

Personalentwicklungsprogramme an Universitäten – zur Weiterbildungskultur an einer Bildungseinrichtung
  • Personalentwicklungsprogramm an der Universität Salzburg- Implementierung und Umsetzung
  • Rhetorikangebote als zentraler Baustein
  • Weiterentwicklung in den Curricula
  • Vernetzung, Kooperation und Synergie – die Zauberwörter im Universitätsalltag
  • Ausblick

 

Dominikus Zohner

Ich muss, ich kann, ich will! Denkweisen in der Rhetorik.

Was wir denken, hat Einfluss darauf, wie wir reden und handeln. Der Mensch denkt am Tag nach allgemeinen Schätzungen 30 – 50 tausend Gedanken. Wer als Redner regelmäßig über sich und seine Rede Negatives denkt, der steht sich damit selbst im Weg und bremst seine Persönlichkeitsentwicklung. Wer sich immer wieder mit Gedanken beschäftigt wie „Ich  m u s s  besser werden!“, versetzt seinen Körper so in Spannung, dass er als Redner seinen Redefluss hemmt und den Kontakt zum Publikum verlieren kann. Henry Ford sagte einmal: „Ob du denkst, du kannst es, oder du kannst es nicht: Du wirst auf jeden Fall recht behalten.“ Dominikus Zohner erläutert in seinem Vortrag die Zusammenhänge zwischen dem Denken, dem Fühlen und dem Reden.

 

Rhetorikgespräche 2005_03

Einen Zeitplan der Rhetorikgespräche finden Sie hier.


Inhalt der Vorträge
(in alphabetischer Reihenfolge)
Übersicht:

Astleitner, Hermann
Unterricht in Argumentation

Barsfeld, Dariush
Rhetorik im Beschwerdemanagement

Bergthaler, Wolgang – Galler, Roland – Strohmaier, Robert
SPEAKY – ein Tool zur Verbesserung ihres Vortrags

Dorn, Georg
Argumentehierarchien in Wissenschaft und Alltag

Ebert, Axel
Wirtschaft im Wort/Wording

Gratzl, Norbert
Rationale Argumente in der Ethik

Hiebl, Ewald
Geschichte(n) im Radio

Hieke, Alexander
Rationale Argumentation in der Metaphysik

Hoppmann, Michael
Debatte als rhetorische Übungsform – Geschichte und Gegenwart

Kamitz, Reinhard
Überlegungen zu einer Paradoxie des rationalen Glaubens

Kemmann, Ansgar
Debattieren an der Schule – Am Beispiel des Bundeswettbewerbes Jugend debattiert

 Kienpointner, Manfred
Rhetorik im 21. Jhdt. Probleme, Positionen und Perspektiven

Kleinknecht, Reinhard
Zum Verhältnis zwischen  deduktiver Ableitung und deduktiver Begründung

Kolmer, Lothar
Der Krieg mit Worten: Eristik

Kreuzbauer, Günther
Didaktik der Argumentation am Beispiel der Rechtswissenschaften

Leitgeb, Hannes
Argument und Beweis

Losek, Friedrich
Die Verankerung v. Rhetorik in den neuen Lehrplänen d. österr. Gymnasien

Löffler, Winfried
Spielt die rhetorische Qualität von Argumenten eine Rolle bei der logischen Analyse?
 

 

 

Mayer, Heike
Zu viele Mauern, zu wenig Brücken. Rhetorik in Theorie und Praxis

Milovic, Helga
Die Lehrerausbildung für das Fach Kommunikation u. Präsentation an humanberuflichen und technisch- gewerblichen Lehranstalten

Müller, Ulrich  
Geschichte der Rhetorik: Poetische Texte des Mittelalters – ein Workshop

Müller, Werner
Ich will Eis: Ein Supermarktkassen-schlangenszenario als Einführung in die Rhetorik

Pfeifer, Niki
Syllogistik modern

Plasser, Silvia – Mittendorfer, Franz
Kommunikation und Präsentation am BG Gmunden

Raml, Walter
Rhetorische Anforderungen in der Wirtschaftskommunikation

Rex, Bernd
Debatte als Übungsform im professionellen Rhetoriktraining

Rixgens, Jürgen
Ideal und Wirklichkeit- oder warum es so wenige mitreißende Präsentationen gibt

Ross, Alexander
Vortragstitel

Till, Dietmar
Rhetorik als Schlüsselkomptetenz: Empirische Befunde – praktische Umsetzung

Trotha, Thilo von
Redekultur im Wandel – Veränderungen in Deutschland

Tröger, Thilo
Debattierclubs und rhetorisches Training an Hochschulen am Beispiel der Universität Greifswald

Weixlbaumer, Claudia
Critical Thinking – Argumentationsunterricht am Beispiel der USA

Wöller, Roland
Sprache und Politik

Zieher, Anita
Theater funktioniert! Was RednerInnen vom Theater lernen  können