Archiv der Kategorie: Die Satür Zeitschrift 2018

Essays und Kritiken von TeilnehmerInnen der Satür 2018

2018 Satuer Zeitschrift 01 Blahous (Stöckl)

Bildende Kunst in der Printwerbung

von Bernadette Blahous

„Bildende Kunst„ und „Printwerbung“ – diese beiden Begriffe bargen für mich zunächst einen klaren Widerspruch in sich. In mir kam sofort die Frage auf, wie diese beiden für mich auf den ersten Blick konträren Begriffe miteinander vereinbar sind. Denn meine erste Assoziation zu dem Begriff „Printwerbung“ war erst einmal das schreiende Sonderangebot einer Postwurfsendung, die man nach Erhalt umgehend fachgerecht entsorgt. Beim Begriff „Bildende Kunst“ dagegen stiegen bei mir im Geiste strahlende Gemälde wie etwa der „Turmbau zu Babel“ von Bruegel oder Klimts „Der Kuss“ hoch. Und bei solchen Kunstwerken bekomme ich dann auch richtig Lust, ein zweites Mal hinzusehen und das Bild auf mich wirken zu lassen. Eine Printwerbung vereint mit einem Kunstwerk – ich war gespannt. 2018 Satuer Zeitschrift 01 Blahous (Stöckl) weiterlesen

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2018 Satuer Zeitschrift 02 Fick (Carlsen & Juel)

“Moving images can be moving in so many ways”

von Julian Fick

„Es geht um Macht, Rhetorik und Kamera“, startete Sine Carlsen ihren Vortrag aus der Sektion Foto, den anschließend ihr Kollege Henrik Juel übernahm. Was sagt die Mimik über den Redner aus? Was seine Gestik? War beides authentisch? Wie war seine Sprache? Und war die Argumentation stimmig? Diese Art von Fragen stellt man sich als Rhetoriker üblicherweise bei der Analyse von politischen Diskussionen und Reden im Fernsehen. Dabei wird eine rhetorische Schicht vernachlässigt: die Kameraführung. Diese beeinflusst die Aufmerksamkeit und Stimmung der Zuschauer sowie die emotionale Wirkung und inhaltliche Verständlichkeit des Gesagten, kurz: das Zuschauererlebnis. Die Kameraführung wirkt daher auf jeder Ebene rhetorischer Überzeugung, nämlich Ethos, Pathos und Logos.

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2018 Satuer Zeitschrift 03 Cicero T. (Brockmann, Rohloff, Schuhmacher)

Innere und äußere Bilder bestimmen die Politik – zu jeder Zeit und unter jeder Herrschaft

von Cicero Tubingensis

“Visuelle Rhetorik im Wahlkampf” war das Thema des Sektionsvortrags von Lorenz Brockmann. Als Beispiel einer erfolgreichen Plakatkampagne führte er seinen professionellen Oberbürgermeister-Wahlkampf für den Politiker Boris Palmer (Bündnis 90 / Die Grünen) aus dem Jahr 2014 in Tübingen (Baden-Württemberg) an.

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2018 Satuer Zeitschrift 04 Gschaider (Polz & Galonska)

„Ich sehe viel mehr, mach ich die Augen zu!“

Über die Wirksamkeit innerer Bilder

von Johanna Gschaider

Im Workshop „Ich sehe viel mehr, mach ich die Augen zu“ der Linguistin und Sprecherzieherin Sylvie Polz und der freischaffenden Theaterkünstlerin Tomma Galonska nehmen die äußeren Bilder genauso eine untergeordnete Rolle ein wie die Stühle im Raum. Wir erforschen Erlebniswelten, die uns durch innere Bilder zugänglich gemacht werden, und trainieren gleichzeitig die Fähigkeit zur Imagination. Mittels der sprachlichen Anleitung finden wir unser Reservoir der eigenen inneren Bilder. Diese Bildsprache ist so individuell wie die Körpersprache und die Empfindungen, die wir dabei erfahren, und doch ähneln sie sich in gewisser Weise. Wir werden unterstützt, bei den Stimmübungen die passende individuelle Körperspannung zu finden, und erweitern unsere Bewegungsmuster durch das Visualisieren der eigenen Körpersprache.

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2018 Satuer Zeitschrift 05 Haberzettl (Aladağ)

Visualisierung von Musik als kreativer Prozess

von Sebastian Haberzettl

Wie kann man Musik richtig visualisieren? Welche Komponenten sind wichtig um ein stimmiges Gesamtbild von Musik und Video zu kreieren? Mit Fragen wie diesen setzt sich der Regisseur Bariş Aladağ auseinander, wenn er Musikvideos produziert. Ein Lied kann verschiedene Emotionen erwecken: so kann ein melancholisch klingendes Lied bei der einen ein Gefühl von Trauer erwecken, bei einem anderen jedoch ein nostalgisches Gefühl des Verliebtseins mit verbundener Sehnsucht an vergangene Zeiten. Interpretation von Musik ist also sehr individuell. Sie hängt stark mit der Gefühlswelt, in der sich der Mensch befindet, wenn er das Lied „zum ersten Mal“ hört, zusammen. Musikvideos sind ein Werkzeug, um diese Interpretationen einzuschränken. Es sollen gezielte Emotionen bei den RezipientInnen hervorgerufen werden, welche wiederum ubiquitär sind für die sog. Viralität eines Musikvideos in der Öffentlichkeit. Doch wie inszeniert man Musikvideos richtig, um eine hohe Reichweite zu erlangen?

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2018 Satuer Zeitschrift 07 Kaufmann (Brockmann)

Das interaktive Album – Zukunftsmusik?

 von Maximilian Maria Kaufmann

In seinem Vortrag Furcht und Schrecken: Visuelle Rhetorik im Computerspiel DOOM erläuterte Björn Blankenheim den Paradigmenwechsel, an den die Computerspielindustrie durch die Veröffentlichung des Titels DOOM im Winter 1993 gelangt war, und wie die Bild- und Tonsprache des Spieles bis in unsere Gegenwart auf immer neue Veröffentlichungen Einfluss nimmt. Ein ähnlicher Paradigmenwechsel vollzog sich 1966 in der Populärmusik, als die Beach Boys ihr revolutionäres Konzeptalbum „Pet Sounds“ auf den Markt brachten. Ein Versuch über zwei Kulturprodukte, die weit mehr miteinander zu tun haben, als es scheint.

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2018 Satuer Zeitschrift 08 Landerer (Küffer)

Zur visuellen Rhetorik des Geldes

von Susanne Maria Landerer

Geld, Rhetorik und Rap-Musik – was haben diese drei Genres miteinander zu tun? Über deren Zusammenhänge, die Macht hinter Symbolen und dem Wortspiel „Geldschein“, formale Stilmittel und visuelle Topoi referiert Simon Küffer in seinem außerordentlich spannenden Beitrag am Finaltag der Salzburger Rhetoriktage 2018.

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2018 Satuer Zeitschrift 09 Schütz (Rex)

Erlebnisbericht & Interview zum Workshop „Flipchart, goodbye?“

von Andreas Schütz

Flipcharts sind eine bewährte Form der Visualisierung in Reden, doch mittlerweile gibt es auch elektronische Alternativen. Inwiefern kann sich der Einsatz neuer Medien lohnen, wo liegen die Grenzen dieser beiden Methoden? Diese Fragen standen im Zentrum von Bernd Rex’ Workshop „Flipchart, goodbye?“

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2018 Satuer Zeitschrift 10 Stoiber (Brassat)

›pictura et poesis‹

Ein Essay über Bildende Kunst und Konversationsrhetorik

von Thomas A. Stoiber

Konsumieren oder genießen wir heute gezielt Kunst, sei es in einem Kunstmuseum, einer Galerie oder im Rahmen einer Freilichtinstallation, so sind wir es gewohnt, dies in zurückhaltender Ruhe zu tun. Jedes (falsche) Wort  könnte  anmaßend sein oder den καιρός des Kunsterfassens unterbinden, denn Meinungen sind nun mal subjektiv und die Freiheiten der Kunst in jedem erdenklichen Sinne sakrosankt. So wird also der Schwätzer im Museum als störend empfunden, und die Kunstkritikerin soll erst einmal beweisen, dass sie es besser kann. Es ist nur schwer vorstellbar, dass dies noch bis vor etwa einem Vierteljahrtausend anders gewesen, dass Kunstwerken ganz im Gegenteil die Funktion zugeschrieben wurde, das Gespräch über sie im Speziellen und die Kunst im Allgemeinen zu initiieren, und dass eine einschlägige ars conversationis das Sprechen über kunstbezogene Themen lust- und kunstvoll zu zelebrieren wusste. Wolfgang Brassat lud das Auditorium in seinem Vortrag zu einem pointierten Streifzug durch die abendländische Kunstgeschichte und deren Rezeption ein.

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2018 Satuer Zeitschrift 11 Stoiber (Hagen)

»Was heulen die denn alle so?«

Über das Weinen als visuelle Inszenierung zum Zwecke der Persuasion

von Thomas A. Stoiber

Gemeinhin hegt man ja die Vorstellung vom vir Romanus als durus ac constans (›hart und ausdauernd‹): in stoischer Apathie trotzt er den Launen des Schicksals und erweist sich damit der dritten Kardinaltugend (»in animi excelsi atque invicti magnitudine ac robore« Cic. off. 1,15) würdig . Aber weit gefehlt! Dass nicht nur Emotionen, sondern gar Tränen zur affektheischenden Visualisierung derselben bisweilen auch vorsätzlich zum Einsatz kamen, breitete Judith S. Hagen in ihrem Vortrag ›Tränen und Emotionen in der Rhetorik Ciceros‹ anschaulich und eindrücklich aus.

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2018 Satuer Zeitschrift 12 Widl (Wacker)

Graphic novels im Deutschunterricht: Shaun Tan, Ein neues Land

von Herbert Widl

Die Einstellung der Menschen zum Comic hat sich im 20. Jahrhundert stark gewandelt. In den 1950er Jahren galt diese Literaturgattung noch als „Schundliteratur“. Es herrschte das Vorurteil, dass Comics Literatur für AnalphabetenInnen seien und dadurch die Verdummung der Jugendlichen gefördert werde. Da der Textinhalt in Comics begrenzt ist und der Inhalt oft über die Bilder transportiert wird, sahen die PädagogenInnen zur damaligen Zeit die Sprach- und Konzentrationskompetenz gefährdet, und durch diverse Darstellungen von Gewalt und Erotik könnten die Comics zur Verrohung und Sensationslust der Jugendlichen führen. Diese Vorurteile konnten weder bestätigt noch wissenschaftlich nachgewiesen werden. Heutzutage hat sich der moderne Comic als „Neunte Kunst“ etabliert. Ebenfalls hat die Gattung „Comic“ Einzug in die germanistische Fachdidaktik gehalten.

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