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Rhetorische Frage

(griechisch: erótesis, erótema; lateinisch: interrogatio)

Eine rhetorische Frage ist eine Frage, auf die keine Antwort erwartet wird, weil sie bereits die Antwort impliziert bzw. wird diese als bekannt angenommen. Die Antwort bildet sich im Kopf des Adressaten. Als antike Meister der rhetorischen Fragen gelten Demosthenes und Cicero. Quintilian zählt sie später zu den Gedankenfiguren. Dem HWRh zufolge zählen sie zu den Wortfiguren. Die Zuordnung kann nicht genau bestimmt werden, da die rhetorische Frage Elemente sowohl der Gedanken-, als auch der Wortfiguren besitzt. Kolmer/Rob-Santer ordnen sie den Satzfiguren zu, da sie zu den Bereichen Kontaktaufnahme, Rede und Gespräch gehöre (vgl. Kolmer/Rob-Santer, 55). „Die mittelalterliche Poetik rechnet die rhetorische Frage als Wortfigur zu den Mitteln des „einfachen Schmucks“ (HWRh, Bd. 3, Sp. 453).